· 

West Amerika

Yosemite Naturpark ist unser nächstes Ziel...

Der Weg dorthin wird lang. Wir wollen den kürzesten Weg über die Berge nehmen, den Tioga Pass (3000 m). Kurz vorher erfahren wir, dass er gesperrt ist. Auch die nächsten zwei Pässe sind gesperrt „Road closed“, weil dort immer noch Schnee liegt. Der Park ist ganzjährig geöffnet und wird in den Sommermonaten (Juni-August) besonders besucht, aber auch im Spätfrühling und Frühherbst, an Wochenenden und Feiertagen ist der Andrang enorm. Nach einigem Abwägen – die Zeit scheint für einen Besuch günstig - begeben wir uns auf den Weg zum Park, indem wir eine 500 km lange Schleife um die Berge fahren. Wir kommen letztlich über die nord-westliche Route in den Park. Nachdem wir in dem National Park die Nacht verbracht haben begeben wir uns morgens zum Sonnenaufgang in die Parklandschaft. Schon bei der Einfahrt sehen wir große Wasserfälle und mächtige Felsmonolithen, allen voraus der El Capitan. Und der Park ist voll mit Autos und Menschen. Wir versuchen uns nicht beeindrucken zu lassen und wandern los zu den Vernal Falls. Zunächst an dem reißenden Fluss Merced entlang. Die Landschaft ist schön, die schroffe Bergwelt ergreifend. Nach einer Weile geht es stetig bergauf. Es wird eng und wir können die mitwandernde Menschenmenge nicht ignorieren. Es ist schwer einen Laufrhythmus zu finden, wenn das Jungvolk vorbeirennt, ältere Menschen noch langsamer als wir sind und fitte junge Leute im Laufschritt hoch hechten. Der Vernal Fall transportiert ziemlich viel Wasser und da es windig ist, hüllt der Sprühregen alle Wandernde ein. Wir haben keine regendichten Klamotten dabei und sind wie viele bis auf die Haut pitschnass. Es wird kalt und die steinigen Wege und Treppen glitschig. Aber wir kommen oben an und machen es wie alle: lassen uns in der Sonne auf die warmen Steine fallen und versuchen zu trocknen. Dann verfallen die meisten in Todesstarre, um anschließend zu vespern. Was da alles aus den Rucksäcken kommt. Super lecker für Bären und alles leicht zu erwischen. Aber da ich inzwischen weiß, dass Bären größere Gruppen von Menschen meiden, konnte ich beruhigt unsere Müsliriegel auspacken und diese mit Peter zusammen speisen. Um wieder vom Berg runter zu kommen, wird uns ein anderer Weg empfohlen der nicht nass und glitschig ist. Dafür gehen wir weitere 100 m hoch, um dann die 500 Höhenmeter wieder abzusteigen. Wir sind froh, dass die Sonne intensiv scheint. Bis wir nach zwei Stunden unten ankommen, ist die Kleidung getrocknet. Wir bewegen uns weiter im Park, sehen weitere Wasserfälle und mächtige Gesteinsformationen an, die Namen tragen wie z. B. Kathedral, Half Dome (1420 m hoher Granitblock) oder El Capitan mit seiner 1000 m hohen Wand. An letzterem kann man winzige Punkte erkennen. Es sind Kletterer und nachdem der Aufstieg mehrerer Tage dauert übernachten sie an Gurten hängend in der Wand. Na, dass wäre mir zu gruselig.

Es fallen uns im Park herumstehende braune Stahlkisten auf. Sie werden „Footlocker“ genannt. Darin verschließen Leute die mit Zelten oder sonst wie unterwegs sind, ihre Lebensmittel um die Bären nicht anzulocken. 

Am Abend verlassen wir den Park, da wir keinen Platz auf dem Campground bekommen: alles vorreserviert und voll. Wir übernachten in der schönen Landschaft außerhalb des Parks am River Merced.

Ein Bär steht vor dir!

 

Streichelst du ihm den Kopf? Rennst panikartig weg? Alles falsch! Na was denn nun?

Heute möchte ich Euch mit der geballten Bäreninfo in meinem Kopf unterhalten, denn die Bären sind inzwischen da. Auch im Yosemitepark. Sie laufen hier frei herum. Und wenn man sie trifft, ist es gut vorbereitet zu sein. Oder? Gestern sind wir über 500 m steil die Wege hoch gekeucht; da hatte ich keine Zeit mich um das Bärenthema zu kümmern. Außerdem waren mit uns so viele Menschen unterwegs, dass die Bären sich nicht haben blicken lassen. Und jetzt konkret: Bären haben einen feinen Geruchsinn und folgen ihm. D.h. man soll auf mit Duftstoffen versetzte Kosmetika, wie Deos, Zahnpasta, Shampoo, Gel, Insekten- und Sonnenschutzmittel verzichten. Bären finden den Geruch von Sex anziehend ... dafür sollte man vorher wissen, ob man sich in einem Bärengebiet aufhält. Aber auch auf stark riechende Lebensmittel, wie Fleisch oder Fisch interessiert sie – auch in Dosen! Abfall muss weggeschlossen werden oder mindestens 4 m (besser 10 m) hoch in Bäume aufgehängt werden. Das klingt schwierig. Und wenn man im Zelt übernachtete wird empfohlen mindestens 50 m weit weg zu kochen oder zu essen. Keine Essengerüche ins Zelt mitnehmen, eher frische Wäsche zum Schlafen anziehen. Aber was macht man mit Essensgerüche behafteten Kleidung? Ins Auto oder in den Baum. Oh je! Ich bin froh, dass wir in einer Alukiste  (im Camper) verschlossen sind.

In Bärengebiete wandern bedeutet Krach-machen. Puh, du strengst dich an die Berge hoch zu kommen und dabei musst du in die Hände klatschen, irgendetwas laut rufen, mit der Trillerpfeife pfeifen oder eine Konservendose mit einem Stein zum Klappern mitführen. Alles laut und abschreckend. Das mögen Bären nicht. Von Bärenspray wird wegen des wechselnden Windes abgeraten, weil man sich gegebenen falls selbst besprühen könnte. Dann weiß man, wie sich ein Bär fühlt. Andererseits wird das Bärenspray in allen Visitor Center des Parks für fast 50 Dollar verkauft. Beim Wandern kommen uns viele Leute entgegen, die eine Sprayflasche am Gürtel hängen haben. Neben all diesen Aktivitäten bzw. abschreckenden Möglichkeiten suchst du die Gegend nach frischen Tatzenabdrücke, Grabungsaktivitäten und Bärenkacka ab. Und am besten wanderst du auf offenem Gelände. Und spätestens jetzt wisst ihr alle, warum ich keine Lust habe auf eine Wanderung mit Bär.

Sollte der Bär vor dir stehen, musst du erkennen ob er ein Schwarzbär ist oder ein Grizzly!??? Ich hätte in Stuttgart öfters in die Wilhelma (Zoo) gehen sollen. Ein Grizzlybär ist größer und hat im Schulterbereich einen Buckel. Und sie sollen unterschiedlich auf Menschen reagieren. Nun stellt euch vor es taucht ein Bär auf; zuerst muss du ihn zuordnen, was für einer bist du? Es ist bekannt, dass Bären eigentlich gar nicht angreifen wollen, aber sie vergewissern sich, dass du keine Bedrohung darstellst. Ein Bär, der sich auf die Hinterbeine stellt und schnüffelt, will dich nur kennenlernen. Na toll, lass ihn schnüffeln und bleib stocksteif stehen, schau ihm nicht in die Augen und sprich leise und beruhigend auf ihn ein. Das ist die Empfehlung und ich finde, so was sollte man vorher üben. Ist da nicht der Impuls wegzurennen oder auf Bäume zu klettern (na, das würde ich gar nicht so schnell hinbekommen). Wegrennen bringt nichts. Bären können bis zu 60 kmh laufen... das ist ganz schön schnell. Also lieber leise vor sich hin murmeln und langsam rückwärts gehen und nix machen, was der Bär als aggressives Verhalten auslegt. Zur Ablenkung kann man den Rucksack hinlegen und den Bär ein bisschen damit spielen lassen und weiter den Rückzug üben...

Wird man nun tatsächlich angegriffen, dann kann es bei einem Grizzly helfen sich tot zu stellen, d.h. sich wie eine Kugel zusammenrollen, Gesicht, Kopf und Bauch schützen, Arme abwinkeln, dass man nicht herumgerollt werden kann wie ein Spielball. Gegen einen Grizzly zu kämpfen ist lt. Info eine aussichtslose Schlacht. Dann lieber den Schwarzbär treffen, den man durch wilde Geste oder einen Hieb auf die Nase in die Flucht schlagen kann. Es könnte sein, dass der Bär ein paar Hiebe verteilt, was heftig ist, aber nicht zum Tode führt. Da gibt es doch noch Trost in der Sache. Überhaupt soll die Wahrscheinlichkeit einen von beiden zu treffen sehr gering sein.

Peter möchte gerne einen Bären sehen, na ich dann auch, denn ich muss auf Peter aufpassen; er ist sehr unbefangen in solchen Dingen.

Ich rate euch auf jeden Fall – bevor ihr die Bärengebiete der USA oder in Kanada besucht – schult euch im Bärenumgang. Jetzt seid ihr ja ein bisschen vorbereitet. Gesehen haben wir allerdings noch keinen (!). Wie die Bärengeschichte weiter geht, berichte ich später.

Wer kann schon von sich sagen, dass er fast unter der Golden Gate Bridge in San Francisco geschlafen hat?....

Wir! Und vielleicht noch ein paar andere Reisende wie z.B. Peter und Brigitte. Aber viele sind es nicht. „Fast“ heißt, dass wir in Nähe der Brücke auf einem Parkplatz der Marina stehen. Der Blick auf die Stadt und speziell auf die Golden Gate Bridge ist genial, vor allem in der Dunkelheit. Wir wollen am nächsten Tag weiter nordwärts zu dem 80 km entfernten Santa Rose. Dort lebt eine Cousine mit ihrem Mann und wir sind zum Besuch angekündigt. Deshalb halten wir uns nicht länger in San Francisco auf. Die Stadt hat uns bei der Durchfahrt sehr gut gefallen hat, deshalb planen wir, unser Auto in Santa Rosa abzustellen und uns für einige Tage in San Francisco im Hotel einzumieten. Auf dem Weg dorthin legen wir einen Stopp ein, um die Bootshäuser in Sausalito zu betrachten. Eine schöne und interessante Art zu leben – auf dem Hausboot.

Anschließend werden es wunderschöne Tage mit der Verwandtschaft. Unser Auto steht am Ende der Straße auf dem Besucherparkplatz der Wohnsiedlung. Die dort lebenden Bewohner haben nichts dagegen, dass wir dort stehen. Sie bewundern unseren „little Camper aus Deutschland“, wie sehr häufig hier in den USA. Und ich denke mir, dass sich die Sichtweisen in einem veränderten Zusammenhang sehr verschieben. Zuhause denkt niemand, dass wir ein kleines Wohnmobil haben, aber hier in diesem weiten Land mit viel Platz fahren riesige Wohnmobile mit angehängtem Auto durch die Gegend und da sind wir quasi der Smart unter den Wohnmobilen.

Mike und Agnes bereiten uns einen schönen Aufenthalt. Wir essen super miteinander, testen und kaufen kalifornischen Weine aus dem Russian River Valley, schauen uns die überdimensionalen Redwoods (Bäume, die bis zu 100 m hoch und uralt werden) im Armstrong Redwoods State National Reserve an, besuchen die Bodega Bay (Hitchcock – Die Vögel) am Pazifik, Maria geht zum Friseur, wir besuchen die Stadt Sonoma und schließlich den Sugerloaf Statepark. Weil wir Reparaturen am Auto nicht in dem Wohngebiet durchführen wollen, nehmen wir uns im Sugerloaf zwei Tage Zeit um das Auto auf Vordermann zu bringen, den neuen Kompressor und die neue WC-Kassette einzubauen. Leider regnet es dabei in Strömen, verbunden mit einem kalten Wind - und das soll in den nächsten Tagen die weitere Wetterlage sein. Wir sind nass, verdreckt und froh, dass wir unser Wäsche bei meiner Cousine waschen können. Nach einer Woche schönem Beisammensein und einem letzten leckeren Mittagessen von Mike gekocht, verabschieden wir uns, um an der pazifischen Küste nordwärts zu fahren. San Francisco werden wir auf dem Rückweg besuchen. 

Das Wetter ist so schlecht (Regen und starken Wind), so dass wir abbiegen und uns auf den Weg zum Yellowstone NP im Bundesstaat Wyoming aufmachen. Der Yellowstone kann aufgrund seiner Lage (10 000 qkm Ausdehnung, ein Hochplateau in über 2000 m Höhe) nur begrenzt besucht werden. Häufig versperren Schneefälle bis in den Juni hinein und bereits ab Mitte September einige Zufahrten. Die Zeit für einen Besuch Ende Mai scheint uns geeignet – und da wir nicht wissen, ob wir überhaupt noch einmal so weit östlich kommen, treffen wir kurzerhand die Entscheidung dorthin zu fahren. Unterwegs gibt es allerlei zu sehen u.a. die Mormonenstadt Salt Lake City, die Rocky Mountains usw...

Wir sind zwei Tage im Antelope Island State Park. Er ist die größte Insel im Great Salt Lake, durch einen Damm mit dem Festland verbunden. Der Great Salt Lake, an dessen Ufer sich auch die Stadt Salt Lake City befindet, ist der größte natürliche See westlich des Mississippis. Der Salzsee ist derzeit ca. 120 km lang, 45 km breit und bedeckt 4 403 qkm. Auf der Insel gibt es frei umherwandernde Bison-Herden, Dickhornschafe, Maultierhirsche und Gabelantilopen. Desweitere Raubtiere wie Kojoten, Dachse, Eulen, Habichte und Falken. Und unsagbar viele kleine bunte Vögel, Enten, Pelikane usw...

Ich will große fette Bisons sehen; es sollen 500 – 700 auf der Insel leben. Und wir treffen sie... im strömenden Regen. Sie stehen nahe am Wasser; es sind einige Hundert. Wir sehen viele Babys. Während wir schauen kommt plötzlich Bewegung in die Menge. Die Bisons formieren sich und streben zur Straße, auf der wir und drei andere Autos stehen. Und es ist kaum zu fassen, was dann passiert: Sie überqueren in langen Reihen die Straße... diese großen dicken Körper, diese Masse, unglaublich wie sie sich in Bewegung setzt und ziemlich schnell. Selbst die vielen Kleinen halten mit. Wir sind dermaßen überrascht und fasziniert, dass es eine Weile dauert, bis wir auf die Idee kommen zu fotografieren bzw. die GoPro  zu aktivieren. Aber ein bisschen können wir euch noch von dem Schauspiel zeigen bis alle Bisons die Straße überquert haben (siehe nachfolgendes Video). Wir fahren langsam weiter und sehen eine Nachhut kommen. Der erste Bison bleibt stehen und läuft erst weiter, als auch Peter erneut das Auto auf der Straße anhält. 

Lt. Info des Visitor Centers wiegen amerikanische Bison 408 bis 907 Kilo; sind bis zur Schulter ca. 2 m hoch, werden 20 Jahre alt und mehr, sind 64 kmh schnell, fressen Gras und Pflanzen. Eine Schwangerschaft dauert 9 Monate. 

Später wollen wir aufgrund einer Empfehlung Büffel-Hamburger essen gehen. Makaber, was? Aber: der Gefrierschrank ist ausgefallen, so dass es keine Essen gibt. Besser so; es war mir eh ein bisschen unheimlich. Peter meint, dass Bisons auch Rinder sind.

Wir sind zwei Tage auf der Insel unterwegs und können euch nun Fotos von Bisons, einem Kojoten, Gabelantilopen und einem Vogel namens Yellow-Headed Blackbird zeigen.

Von dem Antelope Island nehmen wir eine Nebenstrecke, die 89 – immer noch Richtung Yellowstone – und sind begeistert von der landschaftlichen Schönheit. Sie führt aus der Ebene durch den Logan Canyon, zunächst nach Garden City am Baer Lake. Der 300 qkm große See auf der Grenze zwischen Utah und Idaho beeindruckt normalerweise durch sein ungewöhnlich türkisblaues Wasser. Wir kommen am View-Point an und erleben eisigen Wind, Schnee und Graupel. Trotzdem schön. Kurz hinter Montpellier erreichen wir den Bundestaat Wyoming, mit einer Bevölkerung von 580 000 und einer Fläche von 253 000 qkm (als Beispiel Kalifornien: Bevölkerung 39,1 Mill., Fläche 424 000 qkm). Wyoming nennt sich „The Cowboy State“ und das sieht man an jeder Ecke: es gibt durchsiebte Verkehrsschilder allerorten. Jeder gestandene Mann nennt dort diverse Schusswaffen sein eigen. Es geht weiter bis Alpine Junction und durch den Snake River Canyon der neben uns her in ruhiger Manier, stark sprudelnd oder wild daher fließt. Wir genießen die grüne Landschaft mit eher lieblichen Hügeln, begleitet von den dahinter liegenden schneebedeckten Rocky Mountains. Nach 2 Tagen kommen wir nach Jackson, die kurz vor der Einfahrt des Grand Teton liegt. Wir versorgen uns mit Lebensmittel und waschen unsere Wäsche. Am Nachmittag kommen wir im Grand Teton National Park an; im Hintergrund die Gebirgskette Teton Range, eine grandiose 4200 m hohe Bergkulisse. Auch hier gibt es zahlreiche Wildtiere, u.a. Braun- und Schwarzbären, Elche, Bisons....

Wir verbringen drei geruhsame Tage in dem Park, erliegt vor dem Yellowstone, so dass die meisten Leute ihn lediglich zur Durchfahrt nutzen. Wir finden gute Übernachtungsplätze in dem anliegenden National Forrest. Es ist zapfenkalt, nachts schneit es, aber tagsüber kommt immer wieder die Sonne und taucht die Landschaft in ein schönes Licht. Wir wandern kleinere Trails; ich klatsche oft in die Hände wegen der Warnungen (und meiner Angst) vor Bären. Peter will mich vom Klatschen abhalten, hat lieber einen vor der Linse... 

Wir sind inzwischen 4 Tage im Yellowstone. Er zeichnet sich aus durch die vielen farbigen Geysire, heiße Quellen, Wasserfälle und Herden von Wildtieren in einer atemberaubenden Landschaft. Der Park liegt an der kontinentalen Wasserscheide. Gegründet wurde er 1872 und ist der erste Nationalpark der Welt. Er wird in allen Informationsbroschüren als gefährlich bezeichnet, was sich auf Begegnungen mit Bären und Bisons bezieht. Dazu werden allseits vor auftauchenden Bären gewarnt und Verhaltensinformationen mitgeliefert. 

 

Jetzt erst mal zu den Bisons..., den dicken, fetten...

Bisons sind im Volksmund Büffel. Ich habe bereits über sie berichtet. Aber hier im Yellostone kommt man nicht umhin über sie zu schreiben, denn sie sind überall. Riesige Viecher, laut Infoblatt des Parks die größten in Nordamerika. Hier wiegen die ausgewachsenen Bisons ab 907 kg. Sie sind reinrassig (!), also nicht mit Rindern gekreuzt. Die großen Herden bestehen meist aus Kühen, jungen übermütigen Bisons und Kleinbisons. Ältere Bullen bleiben für sich, bemühen sich aber im Juli/August um empfängnisbereite Kühen auf. Davor werden Bullenkämpfe aufgeführt und der Gewinner darf zur Kuh. Die Babys kommen im April/Mai zur Welt und wir haben das Vergnügen, sie mit ihrem rötlichen Fell herumtapsen zu sehen. Ihr Spitzname ist „red dogs“.

Die Tiere sind allgegenwärtig im Park, vereinzelt, aber auch in großen Herden. Sie wechseln die Straßenseiten um auf andere Weiden zu kommen. Das geht unmittelbar, so dass es große Autostaus gibt, bis endlich alle auf der anderen Seite sind. Manche Babys ruhen sich zwischendurch auf dem Asphalt aus. Der Rancher kommt und spricht aus dem Autofenster in ruhigen Worten zu ihnen. Es ist ein Singsang. Wir können leider nichts verstehen. Ich stelle mir vor, dass er die Vorzüge des grünen Grases auflistet. Auf jeden Fall verzieht sich das Baby mit seiner es bewachenden Mutter auf die Wiese. Man möchte sie streicheln, aber es ist zu gefährlich. Es gibt genug Parkbesucher, die beim Fotografieren die Distanz von ca. 20 m nicht einhalten. Andere sitzen mit genervtem Gesicht hinter dem Steuer und drängen die Tiere mit ihre Autos zur Seite, um schneller weiterzukommen. So etwas regt uns auf, wir sind ja schließlich hier, um Tiere zu sehen. Auf Feldwegen sind sie uns oftmals ganz nahe; lassen sich nicht stören beim Fressen oder Wiederkäuen. Da können wir die dicken fetten Tiere in Ruhe anschauen.

Noch kurz: wie sitzen abends essend auf dem Zeltplatz und trauen unsere Augen nicht. Eine kleinere Büffelherde stolziert durch das Gelände und bringt den Campground in Aufregung. Sie biegt aber in den Wald ab. Diese Situation ist grenzwertig, weil man ja nicht weiß, ob sie in friedlicher Stimmung sind? Wollen sie ein bisschen mitessen????

Heute Morgen sind wir um 5:30 h in den Park aufgebrochen. Eigentlich etwas zu spät. Es ist wunderschön: Nebel steht über der Landschaft; Bäume, Wiesen und Flüsse sind eingehüllt; Raureif liegt auf den Grasflächen und es ist unendlich ruhig. Am Horizont sehen wir den rötlichen Streifen der aufgehenden Sonne. Und plötzlich ist sie mit ihrem gleißenden Licht über dem Berg und überstrahlt (fast schmerzhaft) alles. Und immer wieder die Nebelschwaden aus den Geysiren. Wir sind auf dem Weg in das Valley Lamar, das ca. 80 km entfernt ist, um unser Bärenglück zu suchen. Unterwegs sehen wir Gabelantilopen, Elk (Hirsch), Moose (Elch) und Bären!!!! 

Und hier geht die Bärengeschichte weiter.

Wenn wir auf am Straßenrand Autostaus sehen, gibt es garantiert etwas zum Kucken. Diesmal betrifft es einen Braunbär mit Kind, die zusammen über die Wiese spazieren. Peter, der Schlaue, erkennt an der Laufrichtung der Bären, dass sie auf einen Picknickplatz zusteuern. Er fährt dorthin und tatsächlich bekommen wir einen Platz von einem wegfahrenden Besucher (der Fahrer wird sich später in den Hintern beißen, dass er da weggefahren ist – aber vielleicht weiß er ja nichts von seinem Pech). Die Schwarzbärin mit ihrem Bärenkind im Schlepptau kommt die Wiese herunter und direkt an unserem Auto vorbei. Peter setzt (aus meiner Sicht) sein Leben aufs Spiel, um aus dem Auto den Bären per Video zu erhaschen. Die Rancher, die bei solchen Anlässen immer in der Nähe sind, verscheuchen die Beiden vom Picknickplatz ins Gelände. Tags zuvor hatten wir eine Grizzlybärin mit zwei Kinder (Cups) gesehen, allerdings in weiter Ferne. Sie führt ihre Kinder auf einem Hang spazieren. Ein weiterer Bär sehen wir später fressend in einer Wiese. Damit sind wir überaus zufrieden – und ich, dass wir sie aus einer gewissen Distanz betrachten konnten!

Insgesamt gibt es zum Yellowstone zu berichten, dass er bereits mehrere Waldbrände hinter sich hat, deren Auswirkungen in manchen Teilen des Parks deutlich zu sehen. Oftmals stehen die Reste der Bäume als Stecken in der Erde. Die vielen Geysire (heiße Quellen) mit ihrer Farbenpracht sind sehr beeindruckend. Wie heiß eine Thermalquelle ist, lässt sich an der Farbgebung ablesen. Neben Mineralstoffen sind in erster Linie die darin lebenden hitzeliebenden Kleinstlebewesen ausschlaggebend. Ist der Pool himmelblau ist das Wasser zu heiß für Mikroorganismen, ist er grün oder gelb ist die Temperatur über 70 Grad C, kühlere färben sich orange, rötlich und am kältesten sind bräunliche Pools. Das erklärt den wunderbaren farblichen Verlauf verschiedener Pools. Es blubbert allseits, mal mehr oder weniger. Es  soll 10 000 aktive Stellen geben, davon knapp 300 Geysire. Das Naturschauspiel basiert auf einer sehr dünnen Erdkruste von stellenweise nur drei Kilometern, unter der vulkanische Aktivitäten in der stets aktiver Unterwelt das Gestein erhitzen und eindringendes Regen- und Schmelzwasser erwärmen und wieder nach oben pressen. Geysire stoßen ihre Wasser mehr oder minder in Fontänen aus. Heiße Quellen fehlt die Kraft für Eruptionen und lassen das Wasser ruhig abfließen. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Andre Jaeger (Samstag, 08 Juni 2019 00:25)

    Hallo ihr zwei, da es in Deutschland gerade 1 Uhr nachts ist, ich zwar die Augen zum lesen noch offen halten konnte aber zum Schreiben keine große Muse mehr habe, sage ich nur eins: toll geschrieben und grandiose Fotos. Ich war mit 21 im Yellowstone NP (mit Zelten und 3 Freunden) und irgendwie haben wir uns kaum Gedanken um Bären gemacht. Jugendlicher Leichtsinn! Gesehen haben wir dann eines Morgens zwei Bären beim aufstehen aus dem Zelt raus. Die Kamera lag aber leider im Auto. Fotos hab ich erst Jahre später in Kanada im Jasper NP machen können.
    Liebe Grüße an euch beide

    PS: in 3-4 Wochen fliege ich zu meinem Freund nach Mexiko. Gemeinsamer Urlaub in Mexiko City, Guadelajara (bei seiner Schwester), Oaxaca City und am Meer bei Zipolite und dann zu seiner Mum nach Tehuacan bei Puebla.

  • #2

    Erika Deter (Donnerstag, 13 Juni 2019 21:50)

    Hallo liebe Globetrotter, meine Nachricht von vor einigen Tagen ist anscheinend im großen weiten www. verloren gegangen, daher noch ein Versuch.
    Das Lesen Eures Blog begeistert uns, die fantastischen Bilder dazu machen Lust wieder loszufahren. Danke, dass Ihr Euch die Mühe macht und uns virtuell mitnehmt. Wir begleiten Euch sehr gern. Wir wünschen Euch eine gute Weiterreise, habt wunderschöne Erlebnisse und bleibt gesund.
    Seid ganz herzlich gegrüßt von uns.
    Erika und Detlev

Besucherzaehler

Besuche

 

RSS feed