· 

Trails... Loops... Hikes...

Seit über vier Wochen sind wir in den Parks. Wir laufen fast jeden Tag Trails,  Loops, Hikes rauf, runter, mittendurch und darüber. Manchmal ganz schön anstrengend wegen der Höhenunterschiede. Aber das WOW und UNGLAUBLICH geht weiter. Da wir uns meist in Höhen von 2000 bis 3000 m Höhe aufhalten, ist es zeitweise sehr kalt. Wir hatten einige Male Minusgrade und eingefrorene Fensterscheiben. Umso schöner ist die Landschaft, wenn die wärmende Sonne scheint. Wir verlassen häufig das Bett um 6:30 h, um beim Sonnenaufgang unterwegs zu sein. Meist sind wir dann erst einmal die Einzigen. Die aufgehende Sonne lässt jeweils eine herrliche Landschaft erstrahlen. 

 

Nachfolgend könnt ihr Bilder sehen von

 

den Fisher Towers

dem Canyonlands National Park

dem Arches National Park 

dem Capitol Reef National Park

dem Grand Staircase – Escalante National Monument (Peek-a-Boo)

dem Kodachrom Basin State Park, der zum Grand Staircase gehört

dem Bryce Canyon National Park

dem Zion National Park.

 

Die Fisher Towers befinden in der Nähe des Colorado Rivers, nordwestlich von der Stadt Moab. Die Fisher Towers sind über 270 m hohe Felsentürme und –überhänge aus dunkelrotem Sandstein, die aus vielen Westernfilmen und Werbespots bekannt sind. Eine Gravel Road führt zum 3,5 km langen Trail unterhalb der steil aufragenden dunkelroten Felsentürme. Wir wandern ca. 1 Stunde zwischen ihnen und bestaunen das frische Grün des Frühlings und die Blüten der Sträucher die quasi ohne Erde auskommen. Da wie noch einen Übernachtungsplatz suchen, können wir uns nicht lange aufhalten.

 

Der riesige Canyonlands National Park mit einer Fläche von ca. 1366 qkm umfasst den wüstenhaften Kernraum des Colorado-Plateaus. Der Colorado und der Green River haben im Laufe von Jahrmillionen eine tiefe Schluchtenlandschaft ausgespült. Der Park ist in drei Areale aufgeteilt. Wir beschränken uns auf das nordliche Gebiet „Island in the Sky“. Von einer 1800 m hohen Hochfläche schaut man auf die ca. 370 m tieferen Sandsteinflächen, in die sich die beiden Flüsse nochmal 300 m tief in die Landschaft ein gefräst haben. Von hier oben kann man 150 km!!! weit schauen.

 In der Nähe des Canyonlands NP befindet sich der Arches National Park. Dieser Park bietet mit seinen Felsbögen ein besonders schönes Landschaftserlebnis. Diese Felsbögen sind durch Erosion in Wind und Wetter entstanden. Wir laufen den Trail zum Devils Garden und anschließend den Delicate Arche, dem Wahrzeichen Utahs. Es geht ganz schön hoch, über glatte Steine, aber der Blick oben ist grandios. Wie ich den Abstieg schaffen soll, ist mir schleierhaft. Aber es klappt... In den Abendstunden bringt die untergehende Sonne die Felskuppen, Höhlen und Fenster zum Leuchten, die Belohnung für den Aufstieg.

 

Der Capitol Reef National Park ist ein weniger bekanntes Naturschutzgebiet im Süden Utahs. Eine ca. 160 km lange Falte der Erdkruste von vor 65 Millionen Jahren hat bunt gebänderte Riffe, Felsen und steilwandige Tafelberge hinterlassen. Lt. Reiseführer nennt man das „Waterpocket Fold“ die Americaner nennen in schlich „The Wash“. Der Fremont River fliest durch ein enges Tal in west-östlicher Richtung. Wenn die Sonne auf die leuchtenden Felsen scheint, bleibt einem die Luft weg, so schön ist der Effekt. Ursprünglich lebten indianische Jäger und Sammler in dieser Gegend, die Mais und Bohnen anbauten. An einigen Felsen sind heute noch Felszeichnungen zu sehen. Im 19. Jahrhundert kamen Landvermesser, Naturforscher und Missionare in dieses Gebiet. Die Mormonen ließen sich nieder und bauten Obst an. Doch schon ziemlich bald verließen viele Siedler das Land, weil es von schlimmen Hochwasserfluten heimgesucht wird.

Das Grand Staircase – Escalante National Monument ist ein ca. 7700 qkm großes Gebiet mit einer wüstenhaften Schichtstufenlandschaft. Ihre Sedimentgesteine sorgen für Buntheit der Berge. Der Escalante River und dessen Nebenflüsse haben eindrucksvolle Schluchten und Canyons in die Landschaft gegraben. Nach einer Nacht auf einem Wanderparkplatz sind wir morgens zu den Upper Calf Creek Falls gewandert. Der für das Gebiet zuständige Ranger hatte uns diverse Empfehlungen mitgegeben. So sind wir diesen gefolgt und anschließend weiter nach Escalante gefahren und dort in die „Hole in the Rock Road“ gefahren. Sie ist eine Dirtroad, zunächst passabel befahrbar, später jedoch nur noch mit viel gehoppel (gravel und washboard). Mit 4x4 schaffen es Peter und das Auto auf den Parkplatz oberhalb des Peek-a-Boo & Spooky Canyons zu parken. Morgens zum Sonnenaufgang (6:45 h), nach einem kurzen Frühstück, sind wir bereit in die Canyons abzusteigen. Der Eingang zum Peek-a-Boo verlangt das Überwinden einer 3,6 m hohen Wand zum Einstieg. Es sind nur kleine ausgewaschene Löcher vorhanden, kein Platz um einen Fuß einzuhaken. Und es gibt keine Kanten, an um sich zuverlässig festzuhalten. Peter klettert vor und zeigt mir einen Weg. Ich gerate in Panik, versuche es trotzdem, und schaffe es mit seiner Hilfe die Wand zu erklimmen. Völlig außer Atem robbe ich tiefer in das nachfolgende Loch. Und es geht mit den Kraxeln weiter: glatte hohe Stein, tiefe Abgänge, enge Schluchten durch Engpässe um 30 cm(!). Nach und nach wird der Weg moderater. Und ich sehe die Schönheit der Felsen. Und ich bin letztlich stolz, als wir ans Ende des Peek-a-Boo kommen. Der weitere Weg führt uns in den Spooky Gulch. Hier bin ich schon recht gelassen, klettere und winde mich durch die Spalten. Dann aber liegen riesige Felsbrocken im Weg, an denen wir nicht vorbei kommen. Wir müssten uns ca. 2-3 m abseilen oder runterspringen. Einen Seil haben wir nicht und das Runterspringen finden wir nicht altersgemäß, also kehren wir um, hoch auf die Ebene und über den Berg zum Auto. Inzwischen ist es 11.00 h, die Sonne knallt. Scharen von wandernden Menschen kommen und entgegen; viele Familien. Wir sind froh, dass wir früh unterwegs waren und stolz es geschafft zu haben.

 

 

In der Nähe befindet der Kodachrom Basin State Park, der zum Grand Staircase gehört. Da er auf dem Weg zum Bryce Canyon liegt planem wir einen Halt ein. Denn lt. Beschreibung soll man eine Szenerie vorfinden, die in ihrer Buntheit ihresgleichen sucht. Im Visitor Center erhalten wir den letzten freien Platz im Campground des Parks. Ein Wunder!!! Meist sind die Plätze in den Parks über Wochen hinaus reserviert, was wir nicht hinkriegen, weil unsere Entscheidungen ziemlich spontan sind und das Internet ebenfalls spontan gut oder gar nicht funktioniert. Nach uns fährt ein Stuttgarter Sprinter auf den Platz. Es wird ein schöner Abend mit Filip und Constanze und einem guten argentinischen Wein. 

Morgens laufen wir einen Trail und sehen Felswände aus rot- und weißgebändertem Sandstein und hoch aufragende Felskamine. Es ist immer wieder erstaunlich, was die Natur zustande bringt.

 

Unser weiterer Weg führt uns zum Bryce Canyon National Park. Wir kommen am Nachmittag an und versuchen erst gar nicht einen Übernachtungsplatz im Park zu bekommen. Wir biegen vorher in das BLM-Land (Bureau of Land Management) ab, wo man sich einen Übernachtungsplatz im Wald suchen kann. Es sind schon einige vor uns da, aber wir finden einen guten Platz. Wieder einmal wecke ich um 6:00 h Peter. Es ist zapfenkalt, Minusgrade – das Auto eingefroren, und wir schichten zitternd die Klamotten um uns. Dann los in den Park und zum Sunset Point. Wir kommen gerade recht zum Sonnenaufgang (das könnt ihr an den nachfolgenden Fotos sehen). Und mir bleibt die Luft weg, so schön sieht die Landschaft aus. Auf einem tiefer liegenden Gelände erstreckt sich auf ca. 40 km Länge ein Gebiet bizarr-skurriler Formationen aus erodiertem Sandstein. Die Farben variieren zwischen rot-gelb-rostbraun. Teilweise liegt noch Schnee. Die Sonne sorgt zunehmend für Wärme. Wir verbringen den ganzen Tag im Park zwischen Säulen, Türmen und Skulpturen, die sich bei Lichtwechsel verändern und neu erscheinen.

 

Heute sind wir im Zion National Park. Schon beim Hinfahren durch Springdale wird deutlich, dass der Ort auf Tourismus ausgelegt ist. Der Rummel wird immer mehr und wir sind etwas genervt: volle Parkplätze, Parkscheinautomaten, volles Visitor Center, volle Busse (die verschiedene Sehenswürdigkeiten anfahren), volle Wanderwege ... voll voll busy... Das haben wir nicht erwartete. Wir bewundern trotzdem die hohen und schroffen Felsgebilde und kommen uns total klein vor angesichts deren Höhe von über 2000 m. Die roten Felswände haben weiße Kalkhauben, die in der Sonne erglühen. Nachdem wir unsere erste Wanderung in einem Pulk von mitwandernden Menschen überstanden haben, suchen wir uns eine ruhige Strecke entlang des sprudelnden Virgin River. Am Nachmittag haben wir keine Lust mehr auf den Hipe und ziehen uns zurück auf ein weiteres  BLM-Gelände, ruhig, am Fluss, umzäunt von wunderschönen Bergen, schreiben Blog, lesen und hängen ab!!! Na ja, Ihr wisst schon: ebbes isch emmer. Wir enteisen den Kühlschrank, säubern ihn, bauen aus und Peter findet kreative Lösungen um die abgebrochene Halterung der stark scheppernden Kühlrippen zu befestigen...

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Die Fischers (Samstag, 04 Mai 2019 12:15)

    Wow!!! Wie schön!!!!!! Tolle Bilder!!!
    Bin etwas neidisch auf euch �. Genießt es weiterhin und viel Spaß! Bis bald einmal wieder und Grüße aus Waltenhofen
    Karin und Horstl

Besucherzaehler

Besuche

 

RSS feed