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Oh! My! God!; amazing; WOW...

Wir fahren weiter von Las Cruses zu dem National Monument „Gila Cliff Dwellings“. Hier sind die gut erhaltenen einstigen Behausungen von einer Gruppe Mogollen zu sehen. Dieser altindianische Volksstamm hat bis ins 13. Jahrhundert in dieser Gegend gelebt. Wir gehen einen Rundweg durch einen malerisch bewachsenen Canyon mit einer erstaunliche vielseitige Fauna, über den Gila River zu den Ruinen der Mogollen-Indianer die sich in mächtigen Felsüberhängen befinden.

Wir übernachten in einem nahe gelegenen National Forest und fahren morgens weiter durch Silver City, die Heimat des berühmt berüchtigten Killers ‚Billy the Kid’ und wechseln in den Staat Arizona. Über die Schotterstasse des Apache Trails kommen wir zu Fort Bowie. Hier befand sich vor 100 Jahren ein Außenposten, der gegen die Apachen fungierte. Unterwegs lesen wir an den Aussichtspunkten die Infotafeln, die von der Vertreibung der Indianer berichten. In dieser Gegend haben die weißen Siedler ganze Indianervölker entwurzelt, getötet, in andere Landesteile/Reservate versetzt, um an das Land zu kommen. Von Fort Bowie führt der Weg einige Kilometer weiter zum ‚Chiricahua National Monument’ im Coronado National Forest. Die Attraktion dieses Parks sind die von der Erosion durch Wind, Wasser und Eis skurril geformte Felsskulpturen. Die Indianer nannten die Gebirgslandschaft „Land der aufrecht stehenden Felsen“ inmitten von Eichen- und Kiefernwäldern. Wir laufen einen Trail zu einem Aussichtspunkt und lassen unserer Fantasie die Felsformationen betreffend freien Lauf ( sieht aus wie...). Auf dem 2094 m hohen Massai Point bietet sich im Abendlicht ein atemberaubender Rundblick. Auch hier übernachten wir auf einen der vorhandenen Waldparkplätze und haben morgens 2 Grad beim Aufstehen. Zapfenkalt! Die Sonne wärmt uns auf unserem Weg durch Bisbee, einem Kupferbergbaustädtchen mit schönen alten Fassaden und Wildwest-Atmosphäre.

 Es geht weiter zu dem Ort Tombstone. Das Wildweststädtchen wurde erst 1877 gegründet. In seiner Umgebung gab es viel Silber und zur Zeit des Silberabbaus lebten hier mehrere tausend Menschen (heute 1600 EW). Nach einer Schießerei im Jahr 1881 in der es den Guten gelang, die Bösen zu erschießen wurde dieses Ereignis Stoff für viele Westernfilme wie z.B. Law & Order oder Tombstone oder... Ihr merkt schon, Westernfilme sind nicht so mein Ding. Heute ist in dem Ort alles auf Touristen ausgerichtet, angefangen von den Saloons, Bordelle, Kutschen, Verkauf von Westernkleidung und was ein waschechter Killer so braucht. 

Von der Stadt Tucson aus bewegen wir uns weiter nordwärts, schließlich wollen wir zum Grand Canyon. Den Weg Richtung Phoenix wollen wir nicht direkt über den Highway nehmen, vielmehr entscheiden wir uns für eine landschaftlich schöne Straße die durch blühenden Berge, an Seen und Flüssen vorbei führt. Entlang der Straßen begleitet uns eine unbeschreiblich schöne Blumenpracht. Ein Augenschmaus. Wir könnten ständig anhalten zum Fotografieren. Zuletzt hoppeln wir auf einem weiteren Abschnitt des Apache Trails, eine staubige Sand- und Schotterstraße und Abenteuerroute entlang der Stauseen des Tonto und Salt River. Hier bleiben wir unterwegs 2 Nächte auf einem Platz nahe am Wasser. Es ist wärmer geworden, die Sonne scheint tagsüber sehr intensiv. Am Nachmittag sitze ich lesend im Freien und höre plötzlich ein starkes Rauschen. Durch die Luft schwirrt ein großer Schwarm - ja was ist es denn?: „Killer“-Bienen. Peter, der auf mein Rufen reagiert, wird leider sofort gestochen. Na da wird’s einem doch ganz anders. Nach einer Weile nimmt das Gesummse ab. Der Schwarm hat sich verzogen. 

Killerbienen heißen so, weil sie die „normalen“ Bienen überfallen und töten. Ein Stich von ihnen kann schmerzhaft sein, davon kann jetzt Peter ein Lied singen. Sein rechter Arm ist angeschwollen, zeitweise taub und schmerzt bei bestimmten Bewegungen. 

Heute am 08.04.19 sind wir den Apache Trail weiter gefahren bis Mesa, ein Stadtteil von Phoenix. Dort erledigen wir Diverses und ersetzten endlich unseren mehrmals reparierten Campingtisch. Die Temperatur beträgt mittags 38 Grad. Um 15 h verlassen wir Phoenix Richtung Sedona. Es ist nicht nur heiß, sondern auch auf der Straße die Hölle los. Deshalb beschließen wir die Interstate 17 bei Black Canyon City zu verlassen und uns auf einem Übernachtungsplatz abzustellen. Es geht morgens weiter über Prescott über die 89 A nach Jerome, Cottonwood  in die Red Rocks.

Wir wollen direkt in diese Bergwelt (Boynton Canyon, Capitol Butte, Oak Creek Canyon) und benutzen dafür wieder die Schotterpisten. Die roten Bergformationen leuchten im Abendrot besonders intensiv. Da es sehr windet, ist der rote Sand im und um das WOMO allgegenwärtig. Keine Ahnung wie, aber der feine Sand schafft es durch geschlossene Fenster; verteilt sich überall. Na ja, wir sind sowieso nicht mehr so ganz sauber und müssen dringend duschen, waschen und putzen. Die nächste Gelegenheit wird eine Übernachtung auf einem offiziellen Campground sein, der all dies bietet. 

 

Unser weiterer Weg nach Flagstaff wird zunehmend kälter. Eine Weile geht’s noch mit kurzen Hosen, aber dann sind wir bei 2 Grad und auf 2000 m Höhe und es beginnt an zu schneien. An einem Viewpoint steigen wir freiwillig in die langen Hosen und ziehen warme Jacken an. Vor zwei Tagen 38 Grad, jetzt 2 Grad!!! Bis zu dem Gran Canyon begleitet uns ein starker Wind und immer wieder Schneeschauer. Peter hat Mühe, das Auto auf der Straße zu halten. Wir kommen an und der Wind ist weg.

Morgens kurz nach 7:00 h sind wir bereits unterwegs, um bei bestem Licht zu fotografieren. Obwohl wir jede Menge Klamotten an haben, ist es uns ziemlich kalt bis endlich die Sonne an Kraft gewinnt und uns wärmt. Weil wir früh unterwegs sind, können wir mit Ruhe die verschiedenen Viewpoints mit dem Bus anfahren oder erlaufen. Die Landschaft ist atemberaubend. Wir bleiben 2 Tage im Park.

Dieses Land ist irre (schön), riesig, voller Gegensätze, maßlos, überwältigend, abwechslungsreich. Das betrifft selbst die amerikanische Bevölkerung: Oh! My! God!; amazing; WOW...

So geht es uns auch in den weiteren Parks. Zunächst sehen wir bei Page ein Mäander des Colerado River den „Horseshoe Bend“ (Hufeisenkurve). Am nächsten Morgen stehen wir von dem „Antelope Canyon“ den Teil „Lower“ Antelope Canyon. Bei sonnigem Wetter sind die Effekte durch das Sonnenlicht besonders schön. Die Farben sind umwerfend. Die glatt geschliffenen Sandsteinformationen entstehen durch Wasser und gegenläufigen Strömungen. Mineralien im Sandstein erzeugen das Farbenspiel. Wir sind 2 Stunden unterwegs, fotografieren ständig, um dieses Wunder festzuhalten. Der Canyon gehört zum Hoheitsgebiet der Navajo und kann nur im Rahmen einer Führung begangen werden. 

Am Folgetag geht es weiter zum Monument Valley, dass ebenfalls von den Navajo-Indianer verwaltet wird. Die imposanten Felsgebilde ragen in einer weiten Steppen- und Wüstenlandschaft bis zu 610 m in die Höhe. Wir verbringen einen Vormittag zwischen den hohen Monolithen; sie sind beeindruckend und Wow und amazing..., na Ihr wisst schon!

Im Monument Valley wurden zu früheren Zeiten die großen Westernfilme produziert. Heute wünscht sich Peter, dass die US- Kavallerie auf ihren Pferden vorbeireitet. Damit sei das Klischee perfekt, meint er! Aber es gibt nur ein paar rostige Indianer Pickups, Schmuckverkäufer und Touries wie wir.

Und jetzt sind wir auf einem Side-Trip nach Colorado in die Rocky Mountains und landen in einem schneebedeckten Wintermärchen. Morgens sind die Dachfenster „innen“ vereist und Peter macht sich Sorgen um den Diesel. So etwas wie Winterdiesel ist hier, ausser in den Bergen, unbekannt und wir dachten auch nicht, dass wir – 10 Grad bekommen. Wir sind in einer Höhe von 2780 m. Die Landschaft ist bezaubernd, der Schnee glitzert in der Morgensonne. Wir verzichten auf die Heizung, denn auch sie wird mit Diesel betrieben. Wir zittern uns mit einer heißen Tasse Tee warm. Ab ins Auto – und nun wird’s spannend – kann das Auto gestartet werden oder ist der Diesel – wie das Wischwasser - eingefroren? Wir können euch voller Freude berichten: das Auto springt an und fährt los, braucht allerdings noch eine Weile bis alles rund läuft, aber es wird.

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Kommentare: 1
  • #1

    Renate (Freitag, 03 Mai 2019 22:18)

    Hallo Ihr zwei Weltenbummler,
    Eure Sandsteinfelsenbilder sind ja sensationell.
    Einfach ein Traum - kann mich fast nicht davon trennen.
    In Natur bestimmt umwerfend.
    Ganz liebe Grüße Renate

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