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Wale voraus

Wir bewegen uns fort von der Pazifikküste auf die andere Seite der Insel, erneut nach La Paz. Auf dem RV treffen wir Peter und Brigitte, die wir am Capo Frailes kennen gelernt haben. Beide Peter möchten mit den Walen schwimmen. Dafür nehmen sie um 7 h den Bus, um am Malecon in La Paz eine Bootstour zu buchen. Beide finden die direkte Nähe im Wasser zum Walhai sensationell. Ein kleiner Eindruck im Video (s.u.)

Unser nächstes Ziel ist ‚Wale streicheln’ in der Lagun Ojo de Liebre, nahe der Stadt Guerrero Negro. Dazu müssen wir ca. 700 km weit fahren. Vorab besuchen wir einen Ort an dem Pazifik namens ‚Puerto Adolfo López Mateos’. Da soll man ebenfalls Grauwale beobachten können. In der Bucht von Sebastián Vizcaíno paaren sie sich und gebären dort ihre Junge. Jedes Jahr verbringen die Meeressäuger an dieser Bucht den Winter.

Bereits auf der Hinfahrt ist es ziemlich windig. Zuerst fahren wir durch Kakteenfelder, in der momentan wunderbare kleine Blumen blühen. Als wir näher zum Meer kommen, gibt es riesige Sandfelder. Der heftige Wind wirbelt den Sand über die Ebene. Wir spüren bereits Sandkörner zwischen den Zähnen und auf der Haut. Alle Schotten werden dicht gemacht. Auf dem Parkplatz des Whale Watching Centers wird uns gesagt, dass der Wind weiter zunimmt. Das Wasser ist ziemlich unruhig mit erheblichen Schaumkronen (5-6 in Boen 7 Bf). Die Wetterapp sagt drei windreiche Tage an, so dass wir am nächsten Tage auf einen Besuch der Grauwale verzichten und uns auf die andere Seite der Baja bewegen, um dort einige abgelegene und windgeschützte Strände zu besuchen. Unser Allrad mit Untersetzung kommt hier voll zum Einsatz.

Insbesondere gefällt uns Puerto Aqua Verde. Hier verbringen wir auf dem Sandstrand mit kleinem Restaurant zwei angenehme Tage mit Oliver und Harrie(t). Sie berichten uns, dass sie den europaweiten Vertrieb von Komposttoiletten betreiben. Das ist interessant und nach einer Vorführung scheint sie eine gute Alternative zu den in Wohnmobilen üblichen Kassetten. Wir bestätigen: kein Geruch!! Super.

Über Loreto bis Santa Rosalia bewegen wir uns die Golfküste entlang. Das Wetter ist für die Baja und die Jahreszeit insgesamt zu kühl. Im Gegensatz zu den Berichten, die Stellplätze an der Bahia Conception seien kaum mehr besucht, stellen wir leider fest, dass alle Nordamerikaner wieder da sind und kaum ein nettes Plätzchen zu finden ist: Womo an Big Rigg an Pick up an VW Camper. Das ist uns den doch zu viel Trubel.

Von Santa Rosalia aus geht es durch die Berge nordwestlich Richtung Guerrero Negro. Die Natur ist wunderschön. Die Berge sind meist kahl, aber mit schönen Formationen. Der Straßen entlang wachsen Kilometer um Kilometer blaue Blumen, eine Art Lupine. Die Kakteenfelder sind mit vielfältigen Sorten bestückt; herausragend ist der Säulenkaktus.

Aus dem Reiseführer kann ich berichten, dass die Kaktee eine Wasser speichernde Pflanze ist, die zu 70 – 95% aus Wasser besteht.  Deshalb können sie extreme Trockenheit und langen Hitzeperioden wunderbar verkraften. Die Dornen und Stacheln bewahren die Kakteen vor den Bedrohungen der Außenwelt. Einerseits schützen sie sich damit vor Tieren, die den immensen Wasserspeicher gerne anzapfen würden. Andererseits schützen die dichten Haare und Dornen vor starken Winden und UV-Strahlung. 

Der besonders imposante Kaktus ist eben der Säulenkaktus, den wir am meisten sehen. Er soll bis zu 20 m hoch und über 250 Jahre alt werden. Vögel und Fledermäuse nisten sich in den Kakteen ein. Den Menschen dient er als Baumaterial.

Von der Agave habe ich euch bereits in der Vergangenheit erzählt. Aus dem Herz der Agave werden die leckeren Schnäpse Tequila und Mescal gebrannt.

Die knallroten Blüten des Feigenkaktus sind in der Hitze eine leckere und erfrischende Frucht. Soweit drei Beispiele. In Mexiko sind insgesamt 6000 Arten heimisch!

Wir kommen in der Laguna Ojo de Liebre (Hasenauge) an und sehen bekannte Gesichter. Nach einem spektakulären Sonnenuntergang und einem eben solchen Mond, verbringen wir eine ruhige Nacht. Morgens gleich wollen wir mit dem Boot aufs Wasser, um Wale zu sehen. Wir wurden mit Waltraut, Giesbert (beide Deutsche auch mit Bimo wie wir) und mehreren Biker-Holländer in ein Boot gepackt und raus ging es. Wir haben es genossen: diese riesige Tiere in der Nähe zu sehen, einmal sogar direkt am Boot. Wahnsinn, beeindruckend. Es ist nicht leicht, genau den richtigen Moment zu fotografieren. Kaum sieht man sie, sind sie schon wieder weg. Einige Wale sind zu zweit unterwegs und es ist ganz klar, dass es Mutter und Kind sind. 

Wir hoppeln auf Nebenstraßen auf üblem Wellblech zur Laguna Ignacio. Als wir ankommen weht wieder ein steifer Wind und es fängt an zu regnen. Wir essen einen guten Fisch und verkriechen uns im Womo. Irgendwie geht uns das schlechte Wetter auf den Keks, so dass wir am nächsten Morgen erneut die Seiten vom Pazifik zum Golf nach Mulegé wechseln. Und hier scheint die Sonne, wenn es auch nachts und morgens ziemlich kühl ist. Wir haben endlich mal wieder Internet und nehmen Kontakt mit der Familie auf.

Und: ebbes isch emmer... unser Kompressor ist kaputt gegangen. Den brauchen wir um auf steinigen Pisten Luft abzulassen um die Reifen weicher und auf Asphaltstraßen härter zu machen. Tja, irgendwie brauchen wir Ersatz...

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Kommentare: 1
  • #1

    Erika Deter (Dienstag, 26 Februar 2019 22:00)

    Hallo Ihr Lieben,

    ist ja spektakulär, was Ihr alles erlebt. Peter ist ja ein Tausendsassa, ziemlich angstfrei und traut sich einiges��� Wir sitzen auf dem Sofa und haben beim Anschauen der Bilder und des Videos schon Herzklopfen �.
    Harriet und Olli mit ihrem Fuso haben wir auf der Abenteuer Allrad kennengelernt.

    Lasst es Euch gut gehen.

    Wir grüßen ganz herzlich vom anderen Ende der Welt.
    Detlev und Erika


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