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Mexico 2.0 Neustart

Hallo Ihr Alle, willkommen in Mexiko, die Reise geht weiter...

 

Heute können wir unsere Dieseltanks füllen. Wir fahren auf Reserve. 235 l, d.h. die Tanks waren so gut wie leer. 

Vielleicht konntet Ihr über die Presse erfahren, dass in Mexiko eine große Zahl von Tankstellen geschlossen sind. Wenn eine geöffnet ist, dann stehen endlose Schlangen Autos davor. In den Autos sitzen Menschen die Stunden warten bis ein Tanklaster mit Benzin kommt. Grund dafür, dass die Mexikaner auf dem Trockenen sitzen ist, dass der Staat den Handel und Schmuggel mit dem gestohlenen Benzin eindämmen will - sozusagen das zweite Einkommen der Kartelle. Dazu werden Pipelines angezapft. Dem Staat entstehen so Milliardenschäden. Jetzt sind die Pipelines geschlossen und der Sprit wird in bewachten Lastern zu den Tankstellen gebracht. Der Transport und die Versorgung mit Treibstoff dauert dadurch länger und der Unmut in der Bevölkerung wächst täglich. Es geht allerdings nicht darum, dass kein Treibstoff in Mexiko vorhanden ist, es ist vielmehr die Verknappung durch das Umsteigen von Pipelines auf Lastwagen.

Nun ja, wir brauchen Diesel und kein Benzin! Hier ist der Mangel nicht so gravierend. Aber die Tankstellen sind zu, verbarrikadiert, so dass es eine ganze Weile dauern kann, bis das Tanken möglich ist.

 

Nachtrag am 21.01.2019: Es ist euch sicherlich über die Medien zu Ohren gekommen, dass hier an einer angezapften Pipeline ein schreckliches Unglück passiert ist. Die Leute sind mit Eimern und Kanistern gekommen um das auslaufende Benzin aufzufangen und haben dabei eine Explosion verursacht. Über 70 Tote und noch mehr Brandopfer. Für mich sind die Gedanken an die Brandopfer am Schlimmsten; wenn sie überleben sind sie für ihr Leben gezeichnet.

Aber zurück auf zum 10. Januar, an dem wir uns mit Übergepäck auf die Reise nach Mexiko City machen. Norman bringt uns morgens um 7:00 h an den Stuttgarter Bahnhof; wir frühstücken zusammen und dann gehen wir zu unserem Zug um festzustellen, dass er ausgefallen ist. Na super, das geht ja schon mal gut los. Ich hatte wegen des schweren Gepäcks extra einen durchgehenden Zug zum Flughafen gebucht. Also warten wir auf den nächsten, der natürlich knallvoll sein wird. Neben uns auf dem Bahnsteig steht ein junger Mann, der ebenfalls nach Mexiko City fliegen will. Er erzählt in gebrochenem Deutsch, dass seine Eltern in Deutschland leben, er sie über Weihnachten und Neujahr besucht hat. Er studiert Zahnmedizin an der Uni in Mexiko City. Er begleitet uns bis zum Flughafen. Im Flieger trennen sich unsere Wege.

Ich will’s kurz machen mit der deutschen Bahn: 1. Zug ausgefallen; Zug nach Mannheim fast pünktlich und extrem voll, aufgrund von Verspätung den Anschlusszug verpasst, in einen weiteren übervollen Zug und schließlich mit ¾ h Verspätung Ankunft in Frankfurt-Flughafen. Gut das wir auf eigene Kosten einen Zug früher gebucht haben.

Wir sind etwas nervös wegen unseres Gepäcks, denn wir haben eine ½ Reparaturwerkstatt dabei z.B. Stoßdämpfer, Bremsbeläge usw.; am allerwenigsten Klamotten oder persönliche Dinge.

Aber das Glück ist mit uns und das Gepäck wird kommentarlos durchgeschleust. Jetzt können wir nur noch auf den Abflug warten. Wir steigen in einen Jumbo der Lufthansa, ein riesiges Flugzeug, in dem 400 Leute Platz haben. Lieber Gott lass uns nicht runter fallen!

Wir fliegen tagsüber und sehen wunderschöne Wolkenformationen. Ich kann mich nicht satt sehen.

Die nächste beeindruckende Situation entsteht in der Ankunftshalle. Wir hatten eine derartige Menschenmenge noch nie erlebt: mit uns sind gleichzeitig weitere 5 Flieger gelandet. Wir brauchen ewig (ca. 2 Stunden) bis wir durch die Passkontrolle und beim Gepäck sind. Aber Mina mit ihrer Tochter vom RV (recreation vehicle/Wohnmobil) Park Teotihuacan holen uns ab und wir kommen völlig erschöpft beim Womo an. Es ist alles in Ordnung, kein Ungeziefer, aber einen Platten. Wir schaffen es, das Bett zu überziehen und den Strom zu aktivieren und schlafen. Die Nacht ist ziemlich kühl, aber wir sind immerhin 2100 m hoch.

Morgens scheint die Sonne und der Platz heizt sich schnell auf. Das ist sehr angenehm nach den kalten schmuddeligen Tagen zuhause. Bitte kein Neid!

Und jetzt kommen wir in die Einrichtungs- und Reparaturphase....

Die Schutzplane vom Auto genommen, die Koffer werden ausgepackt.

Peter liegt die nächsten Tage unter dem Auto: Wieso ist der Reifen platt, warum zeigt die Elektrik Störungen an? Er montiert hinten die neuen Stoßdämpfer und vorne neue Bremsbacken. Wir ersetzen verrottete Teile am Herd, an der Spüle. Wegen des Kundendienstes vereinbaren wir bei Mercedes in Mexiko DC einen Termin. Dazu fahren wir um 7:00 h los, damit wir um 9:00 h dort sind. Wir planen Zeit für Polizeikontrollen und Staus ein. Durch die auf benzinwartenden Autoschlangen oder liegen gebliebenen Autos fallen die rechten Fahrspuren aus. Dafür sind die zwei noch bestehenden Fahrspuren gnadenlos voll. Und hier ist Spurenwechsel Millimeterarbeit. Man muss die Abstände extrem klein halten, damit die Autos nicht ständig reinfahren. Das geht ohne Blinker und sehr schnell. Eigentlich müsste mein Fußblech schon längst durchgetreten sein. Die Fahrerei in einer derartig großen Stadt mit 25 Millionen Einwohner ist extrem nervig. Wenn wir nicht müssten, würden wir mit dem Auto draußen bleiben.

Eigentlich dürfen wir in der City überhaupt nur werktags von 11:00 bis morgens 5:00 und Wochenende bzw. einem Tag in der Woche entsprechend der letzten Ziffer des Nummernschilds nicht fahren. Jedoch erteilt die Umweltbehörde für ausländische Fahrzeuge kurzfristige Fahrerlaubnis auf Antrag. Da muss man erst drauf kommen.

Heute, am 21.01., sind wir noch einmal in die Werkstatt gefahren um die fehlenden Filter (Öl und Luft) einbauen zu lassen. Eine halbe Stunde  heisst es, aber wir warten schon über eine Stunde und nichts ist passiert. Dann geht’s doch los, so dass wir wunderbarerweise nach 2 1/2 h weiterfahren können.

Unser Ziel in das Reserva de la Biosfera Mariposa Monarca, ein Naturschutzpark, in dem derzeit bis zu einer Milliarde Schmetterlinge der Sorte Monarchfalter leben. Der Weg durch den Wald ist wunderschön. Wir erkennen Eichen, Kiefern und Tannen die bis zur Höhe von ca. 3500 m wachsen.

Na ja, keine Ahnung wie die Monarchfalter gezählt werden, aber es schwirren Unmengen von Schmetterlinge durch die Luft und den Gipfel der Bäume bilden sich dichte Trauben. Viele Millionen (?) der Monarchfalter fliegen alljährlich im November aus Kanada und dem Norden der USA ein und verlassen diesen über 3000 m hoch gelegenen Nadelwald in Mexiko wieder im April. Diese tausende Kilometer lange Reise bewältigt die Schmetterlingsart in vier Generationen. Die Schmetterlinge leben durchschnittlich 7–8 Monate in der die genetische Information weitergereicht wird. Uns wird erzählt, dass ein Weibchen bis zu 400 Eier ablegen kann und das mehrmals. 

Wir übernachten auf dem Parkplatz des Parks. Nachts ist es totenstill und bitterkalt. Morgens liegt überall Raureif. Es kostet echt Überwindung aus dem Bett zu kriechen. Die Landschaft sieht mit der aufgehenden Sonne atemberaubend aus.

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Kommentare: 3
  • #1

    Renate (Sonntag, 27 Januar 2019 23:43)

    Hallo Ihr Lieben.
    Schön zu lesen, daß Ihr gut in Mexiko gut angekommen seid.
    Wenn auch mit etwas Startschwierigkeiten, aber gesund. Ich denke das Motto gilt auch weiter für 2019 - ebbes sich emmer-
    Wunderschöne Schmetterlingsfoto und der Baum ist ja der Hammer.
    Wünsche Euch eine gute Weiterreise ohne Pannen.

  • #2

    Detlev (Montag, 28 Januar 2019 17:02)

    Hallo Ihr Lieben,
    die Bilder sind wirklich wieder grandios. Es gab kürzlich einen ausführlichen Film im TV über die Wandererung der Monarchfalter. Nicht zu fassen, was Natur so ermöglicht.
    Maria, ein wenig neidisch bin ich schon, Dein Text liest sich wieder sehr kurzweilig, bitte mehr davon.
    Liebe Grüße - von einem der heute mal wieder an seinem LBX gebastelt hat.
    detlev

  • #3

    Andre Jaeger (Samstag, 09 Februar 2019 20:21)

    Hallo ihr zwei,
    Erst mal was zu meinem Arbeitgeber „wir fallen nicht runter“ :) Schön von euch zu lesen. Ich fliege am 15.02. nach Guatemala. Freue mich sehr auf Antigua, Lago Atitlan und Flores/ Tikal. Für mehr wird leider kaum Zeit sein. Dann noch 3 Tage Cozumel (MX) zum Baden und tauchen und vom 01.03. bis 05.03. werde ich bei meinem Freund in Monterrey sein. Zufällig dann auch in Monterrey? Das wäre ja witzig. Ich wünsche euch wie immer gute Fahrt, tolle Erfahrungen ... freue mich wieder von euch zu lesen

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