cañones, aguas calientes, cactos y mar

28.05.2018

Liebe Freudinnen und Freunde, liebe Mitreisende,

wir verlangsamen! Das zeigt sich am Blog und der zögerlichen Berichterstattung. Uns wurde von anderen Reisenden immer wieder gesagt, wir seien zu schnell unterwegs, obwohl wir mit unserm Tempo zufrieden waren. Aber hier in Mexiko sind wir in der Tat länger an Plätzen. 

Anschließend an unseren letzten Blogbericht geht unsere Reise weiter von der Stadt Pátzcuaro entlang des Lago de Pátzcuaro, vorbei an Morelia, über San Juan del Rio hinauf in die Berge. Wir fahren durch Cañons, zu Wasserfällen und landen schließlich bei den unendlich vielen Hot Springs in der Nahe von Las Rosas. Die Hot Springs werden größtenteils zur Energieerzeugung genutzt. In einigen kann man baden und das wollen wir. Der Weg zum Balneario ist schön schaurig mit den weißen Nebelschwaden, die zwischen den Bäumen aufsteigen. Wir bewegen uns in einer Höhe von knapp 3000 m.

Kaum sind wir auf dem, Parkplatz gelandet, geht es in die verschieden heißen Becken zum Baden. Der Himmel ist bewölkt und das Wetter eher kühl und feucht, so dass ein warmes Bad sehr angenehm ist.

Da uns das Zischen der Gerätschaften zur Thermalwassergewinnung des nachts erheblich gestört hat, beschließen wir zu einem nahe gelegenen See weiterzufahren. Wir sehen die von Blumen übersäte Wiesen, spüren die Ruhe am Wasser und insgesamt die schöne Natur und entscheiden spontan zu bleiben. Wir sammeln Holz für ein abendliches Feuer und kochen gemeinsam. Leider... Leider... fängt es an zu regnen und es regnet die ganze Nacht. Schade. Das Holz ist nass und wir verziehen uns in die Autos.

Heute ist Abenteuer angesagt. Wir fahren los, und es ist nicht absehbar, wann die Sonne das Grau des Himmels ablöst. Ich habe mir in der Nacht Sorgen gemacht, ob und wie wir die nassen Steigungen mit dem unserem Auto zurück schaffen? Es sind immerhin über 5 Tonnen zu bewegen - und die Auffahrt zum Vulkan Parícutin mit anschließend zweimaligem Abschleppen sind mir noch gut in Erinnerung. Immerhin haben wir den „Abschleppdienst“ (Alfred) dabei. Und nun kommen wir - trotz meiner Bedenken - mit dem Womo gut die Steigungen hinauf! 

Und es geht weiter durchs Hochland. Die Vegetation wechselt vom Grünen ins Graue. Die Erde ist trocken und lediglich die Kakteen bringen etwas Leben in die Landschaft. Und aus den größtenteils verknöcherten Exemplaren kommen wunderschöne Blüten in gelb, rot, violett, weiss... zu Tage, so dass wir begeistert die Landschaft betrachten und fotografieren. Die Wege werden unwegsam und eng, es geht hoch und runter, die Berge höher und die Schluchten (Canyons) tiefer. Und immer wieder heiße Quellen, die zum Baden auffordern. Bei der Suche nach einem schönen Übernachtungsplatz stoßen wir auf das „ Balneario el Geysir“ in deren Hot Springs man ebenfalls baden kann. Die Anfahrt dorthin ist schon spektakulär. Den letzten Rest des Weges führt uns 1 km durch ein Bachbett. Als uns klar wird, dass die Übernachtungkosten erheblich sind und unserer Womo eh den Weg vom Wasser auf den höherliegenden Parkplatz schwer oder gar nicht schaffen wird, drehen wir um und nehmen den nächsten Platz ins Visier. Einmal um den Berg herum zum Cañon El Paraiso. Und wieder das Übliche: schwierige Wege aber eine wunderschöne Bergwelt. Ein entgegenkommender LKW kann einem schon ans Ende der Nervenkraft bringen – vor allem wegen der Enge und den tiefen Abgründen. Aber die Einheimischen sind solche Situationen gewohnt, so dass wir auch das Aneinander vorbeifahren schaffen. Quasi am Ende der Welt angekommen, sind wir in einem kleinen Dorf das nicht mal in unserem Navigationssystem auftaucht! Die Durchfahrt der Hauptstraße gestaltet sich schwierig, weil dort ein Stand mit Grundnahrungsmittel, Obst und Gemüse betrieben wird. Über allem flattert eine Plane, die die gesamte Straße einnimmt. Alfred kommt mit seinem Auto gerade darunter durch. Der starke Wind hilft mit, indem er die Plane nach oben bläst. Wir jedoch sind mit unserem Auto einiges höher... Also stemmen wir die Stangen, an denen die Plane befestigt ist, und Peter fährt millimeterweise vorwärts. Und auch hier wölbt der Wind die Plane hoch und hilft bei der Durchfahrt. Für die Einheimischen ist das ein tolles Schauspiel. Später kaufen wir an eben diesem Stand Gemüse ein. Die Leute sind sehr, sehr freundlich zu uns.

Wieder müssen wir durch ein Bachbett. Der weitere Weg sieht eng und steil aus. Peter fährt mit Alfred den Weg ab und entscheidet, dass er für unser Auto nur schwer befahrbar ist. Nuray und ich wollen auch nicht weiter fahren, sondern lieber auf dem nahe gelegenen Parkplatz des Fußballfeldes übernachten. Wir haben heute genug Spannung erlebt. Peter spricht mit den Nachbarn, die uns sagen, dass der Platz ihnen gehört und wir darauf übernachten dürfen. Darüber sind wir sehr froh. Nach dem Kochen und Essen sind wir so müde, dass wir frühzeitig ins Bett gehen.

Die Morgensonne zeigt die Pracht der Berge: atemberaubend und wunderschön. Sie begleiten uns auf unserem Weg zurück.

Es geht weiter Richtung Jalpan de Serra. Wir übernachten an einem Stausee, der wunderschön gelegen ist. Das finden auch die Jugendlichen des benachbarten Dorfes. Sie kommen ab 22:00 h mit diversen Autos und anderen Fahrgelegenheiten, drehen ihre Autoradios auf, singen, quatschen, trinken; kurz sie haben ihren Spaß bis morgens um 4:00 h direkt neben unserem Auto. Offensichtlich kommen sie nicht auf die Idee, dass ihr nächtliches Treiben stören könnte. Übernächtigt beschließen wir die Weiterfahrt nach Xilitlan.

Unterwegs sehen wir Dörfer und Häuser aus denen m.E. die Armut herausquillt. Wahrscheinlich fällt es mir umso mehr auf, weil wir uns lange im Speckgürtel Mexiko-Citys aufgehalten haben und die Städte drumherum einen wohlhabenden Lebensstandard zeigen.

Wir sehen am Zaun einer Schule Ratschläge zur Gesundheit hinsichtlich Denquefieber (Fazit: „Die Gesundheit beginnt mit Sauberkeit“) und Empfehlungen zu Risiken während der Schwangerschaft.

Die karge Landschaft wird durch grüne Täler und große Gewächshausanlagen abgelöst. Dort wachsen diverse Gemüse und Früchte. Zum Meer hin sehen wir große Plantagen mit Zitrusfrüchten und Bananen.

In Xilitlan ist es heiß und tropisch. Wir legen einen Stopp ein und schauen uns in den Regenwald eingebaute Figuren und Formen eines Künstlers namens Eduard James an. Dabei schwitzen wir wieder einmal richtig. Aber es gefällt uns. 

Wir pausieren in der Nähe für drei Tage an einem Fluss und schwitzen weiter. Langsam gewöhnen wir uns an die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit. 

Unser letzter Stopp vor der Küste ist El Tajin. Lt. Reiseführer befindet sich dort mit der Pirámide de los Nichos die archäologische Attraktion der Golfküste. Wir parken gegen Abend auf dem Parkplatz, um morgens gleich als Erste Zutritt zum Park zu haben.

Am Eingang zum Park steht ein 20 m hoher Mast für Vorführungen der Voladores (fliegende Menschen). Und wir haben Glück. Um die Mittagszeit findet tatsächlich eine Vorführung statt. Diese Zeremonie des Fliegens ist ein Mythos, der um den jungen Maises kreist. Nach einigen Vorbereitungszeremonien klettern fünf Männer auf die Plattform des Mastes. Der Anführer spielt eine Flöte mit angehängter Trommel und sendet Gebete für die Fruchtbarkeit des Landes in alle Richtungen. Befestigt an dem aufgewickelten Seil lassen sich die Voladores nach Beendigung des Liedes in die Tiefe fallen und kreisen kopfüber um den Mast bis sie den Boden berühren. Eine schöne Zeremonie mit bunt gekleideten Männer und wunderschönem Kopfschmuck, die in ruhigen Kreisen um einen Mast fliegen und sanft auf dem Boden landen.

Inzwischen sind wir an der Costa Esmeralda (Atlantikseite) in dem Ort Casitas, bei Martin dem Schweizer. Vor uns das Meer, der Strand und rechts und links vom Sturm zerstörte Häuser und Mauern. Das Wasser holt sich das Land, so dass die Häuser immer dichter am Ufer stehen und teilweise überschwemmt sind. Bei aller Idylle darf nicht vergessen werden, dass Hurrikans ihre Opfer fordern, zuletzt im August 2017.

 

Viele von Euch wissen, dass wir Mitte Juni nach Haus kommen. Wir werden das Auto in einen längeren Winterschlaf versetzen, noch eine Woche in Mexiko-City verweilen und dann ins Ländle kommen. Wir freuen uns auf Euch. 

Wenn wir es zeitlich hinkriegen, berichten wir aus Mexiko-City.

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Kommentare: 3
  • #1

    Andre Jaeger (Sonntag, 03 Juni 2018 17:17)

    Hola Amigos. Wieder sehr toll geschrieben und tolle Fotos gemacht. Sehen uns dann hoffentlich im August bei euch oder meinen Eltern zum Kaffee im Schwarzwald. Lieben Gruß aus Hamburg. Andi

  • #2

    Detlev (Sonntag, 10 Juni 2018 18:04)

    Ihr Lieben,
    habt noch eine schöne Zeit in Mexiko City und gute Reise.
    Wir freuen uns auf Euch.
    Liebe Grüße aus Berlin / Brandenburg
    Erika & detlev

  • #3

    Renate (Freitag, 15 Juni 2018 23:23)

    Hallo Ihr Lieben.
    Oh wie immer soooooo schön Euch im Blog zu folgen.
    Wie immer mit tollen Bildern und wunderschöne Texten.
    Ich freue mich schon darauf Euch zwei Weltenbummler wieder im Ländle zu sehen.
    Wetter ist bei uns auch jetzt schön Ihr könnt kommen.

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