Mexiko: von der Küste in die Berge...

Zunächst geht es weiter die Küste entlang mit kleinen Stopps und einem dreitägigen Stopp in Punta San Juan de Lima, einem kleinen mexikanischen Ferienort. Dort landen wir bei Helena, die mit Unterstützung von Familie und befreundeten Menschen einen Platz betreibt. Sie ist sehr herzlich, bitte uns in ihr Haus, bietet uns Früchte und typisches mexikanisches Essen an. Alles biologisch und die Tortillas aus alten indigenen Getreidesorten.

Unser Standplatz ist direkt am Meer. Die Wellen sind hoch und laut. so Das Baden gefährlich ist, weil der Sog der Wellen enorm stark ist. Und besonders schön ist, dass unzählige Pelikane auf der Jagd nach Fischen unterwegs sind. Sie gleiten ganz nahe an den sich aufbauenden Wellen entlang und stürzen sich pfeilgrad ins Wasser, tauchen auf, schlucken den ergatterten Fisch. Und das immer wieder, stundenlang. Wir sitzen davor und schauen begeistert zu; Peter mit der Kamera. Am Morgen kommen Fischer und werfen ihre Netze aus. Sie fangen damit die kleinen silbrigen Fische.

Wir feiern Peters Geburtstag. An diesem Tag zeigt sich die Störungsmeldung des ABS/EPS nicht, was er für ein Geburtstagsgeschenk hält.

Nach drei Nächten reißen wir uns los, verabschieden uns für diesen Reisabschnitt vom Pazifik und bewegen uns in die Berge Richtung Guadalajara. Zuvor besuchen wir die ca. 60 km entfernt gelegene Laguna de Chapala, Mexikos größter natürlicher See (82 km lang und durchschnittlich 28 km breit). Auf dem Weg dorthin ein Meer von Plastikplanen, unter denen Obst und Gemüse gezogen wird. Das Angebot ist vielseitig und bunt. Das Gemüse und Obst ist reif, warm und schmeckt wunderbar.

Wir stehen auf einem Platz am See, davor ein großes Schwimmbad. Der Platz kann viele Menschen aufnehmen. Sie kommen freitags mit Zelten, Kind, Hund und Kegeln, packen aus, grillen und feiern das Wochenende bis tief in die Nacht. Es kommt immer wieder zu interessanten Begegnungen mit den Einheimischen. Sie sind freundlich und interessiert und können es kaum fassen, dass wir aus Alemania kommen. Wir haben den ersten Mexikaner kennen gelernt, der deutsch spricht. Sonntagmittag erinnert nur noch der Müll an die Menschenmengen.

 

Nun, da Peter’s Geburtstag vorbei ist, kommen die Störmeldungen im Auto wieder häufiger. Die Auswirkungen sind beim Bremsen zu spüren und der Allrad lässt sich nicht einschalten. Das macht uns etwas unsicher, da wir hin und wieder den Allrad um frei zu kommen benötigen. Wir entschließen uns in Guadalajara eine Werkstatt aufzusuchen. Wir kommen gegen 10:00 h an, werden freundlich, zuvorkommend aufgenommen und direkt bedient. Nachdem die Sensoren ausgebaut und der Geber auf der Achse gereinigt wurde, können wir gegen 15:00 h die Werkstatt verlassen. Toi toi toi, bisher alles gut.

 

Unser nächster Weg führt uns nach Tequila (mit ca. 41 000 Einwohner), der „Hauptstadt des Agavenschnaps Tequila“. Schon auf dem Weg dorthin sehen wir die blauen Agavenfelder (Weber-Agave) soweit das Auge reicht. Überall, direkt an der Straße entlang, wird jedes Plätzchen zur Bepflanzung genutzt. Unterwegs sind jede Menge Verkaufsstände mit Flaschen, Kanister und Holzfässer voll des guten (?) Saftes. In der Stadt angekommen suchen wir zunächst eine Straße, an der wir angeblich das Womo abstellen können „Streetparking“. Zwei Männer kommen, die uns begrüßen und willkommen heißen. Sie versichern uns, dass wir hier stehen bleiben können, wie nett die Leute sind und dass wir uns sicher fühlen können. Ok. Schon ein bisschen komisch, aber in der Tat, die Menschen drum herum sind extrem freundlich. 

Wir gehen direkt los in das Städtchen und geben unterwegs unsere Wäsche ab. Der Stadtkern ist schön gestaltet mit Blumen, Malereien an Gebäuden, Museen, hochwertige und hochpreisige Geschäfte, gute Gastronomie. Alles dreht sich um die Agave und den daraus gewonnen Schnaps, davon leben die Menschen hier. 

Am folgenden Vormittag lassen wir uns zum Schnäpseln verleiten und nehmen natürlich eine obligatorische Flasche Tequila aus Tequila mit, die wir in Deutschland mit Euch trinken werden. 

Bevor wir ins Bett gehen, essen wir gegenüber eine Pizza. Etwas abenteuerlich, weil wir das Gefühl haben, dass der Gastraum schon lange keine Gäste mehr gesehen hat. Während die Pizza bäckt, wird der Raum aufgeräumt und geputzt. Die Pizza ist super knusprig und lecker. 

Nachts ist es lebhaft. Wir Ihr wisst, haben wir schon an vielen Orten geschlafen. Neben normalen Campgrounds standen wir vor Kirchen, vor Friedhöfen, vor Parks, in Straßen, an Tankstellen, vor Polizeistationen, in Schwimmbäder, auf Parkplätzen ... Kriterium ist für uns immer, dass wir uns sicher fühlen. Damit sind wir gut gefahren. Und auch jetzt, in Tequila, fühlen wir uns sicher. Aber es ist einfach zu laut!! Die Leute gehen am Bürgersteig quatschend hin und her, es wird gesungen, gerufen, gespielt, Autos fahren durch die Straßen, Busse bremsen ab und fahren an... Die Autos haben nicht den deutschen Standard. Schwarze Abgaswolken wabbern durch die Luft, die Karosserien scheppern, Bremsen, Anfahren, Gangeinlegen sind nicht zu überhören. Und die Mexikaner hupen gerne. Autos die Gas oder Wasser ausliefern (und weitere Anbieter) wecken die Aufmerksamkeit durch laute Musik. 

Irgendwann ist dann nachts kurz Ruhe, um im Morgengrauen seine Fortsetzung zu finden. Alles interessant, aber keine Rede von einer geruhsamen Nacht. Da hilft auch der Tequila nicht (na ja, vielleicht in größeren Mengen). Deshalb bedanken wir uns am nächsten Tag bei diversen Leuten für die freundliche Aufnahme und fahren zurück nach Guadalajara. 

Guadalajara ist die flächenmässig zweitgrößte Stadt Mexikos, die Hauptstadt des Bundesstaates Jalisco, ca. 1500 m über dem Meeresspiegel gelegen, ca. 1,5 Millionen Einwohner.

Wir fühlen uns in der Stadt sehr wohl und übernachten mittendrin auf einem öffentlichen Parkplatz der rund um die Uhr bewacht ist. Die Stadt hat breite Avenidas, gepflegte Parks und helle, gepflegte Bauwerke. Wunderschöne Kirchen. Wir erlaufen uns die Stadt zwei Tage lang, schauen uns die Attraktionen an und genießen auch die etwas abgelegenen Wohnstraßen der Bevölkerung mit ihren kleinen Lädchen, Cafe’s usw.. Peter bringt die Ukulele zum Gitarrenbauer. Es ist ein Erlebnis in der Werkstatt zu verweilen und die Gitarren in den verschiedenen Stadien ihrer Herstellung zu sehen. Peters Anliegen wird sofort ernst genommen und „behandelt“.

Auch in dieser Stadt werden wir unterwegs von vielen, vielen Leuten wahrgenommen, gegrüßt und angesprochen.

 

Wir wollen uns mit Alfred und Nuray treffen und fahren los Richtung San Miguel de Allende. Unterwegs stellt sich heraus, dass sich das Treffen verschieben muss. Wir drehen ab und fahren zu Charly, einem Schweizer, der vor 25 Jahren ausgewandert ist und sich in Mexiko ein neues Zuhause geschafft hat. Er ist zwar gerade mit Gästen auf einer Motorradtour, aber seine Familie und weitere Womobilisten aus der Schweiz, Deutschland und Kanada sind da, so dass für ausreichend Unterhaltung gesorgt ist. Wir erledigen erst mal unseren Alltag (Trinkwasser in den Tank, Brot backen, Wäsche waschen usw.). Nachts stören uns weder lautes Motorengeräusch, noch donnernde Wellen.. es sind nur Hühner und Hähne neben uns. Was die machen, könnt ihr euch vorstellen. Ebbes isch halt emer!!!

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 4
  • #1

    Erika & Detlev (Montag, 23 April 2018 17:21)

    Hallo liebe Maria, lieber Peter,
    wir freuen uns wieder etwas durch Lesen Eurer Reiseberichte von Euch zu hören.
    Es ist schon ein wenig beneidenswert, was Ihr so alles macht und erlebt - und uns daran teilhaben lasst. Die Bilder sind wieder klasse, ganz besonders die fischenden Pelikane sind grandios. Wir können uns gut vorstellen, dass man dort gar nicht weg will. Bei WhatsApp ist nichts angekommen�.

Hier in Berlin / Brandenburg wurden wir wettermäßig von einem auf den anderen Tag von Spätwinter in den Frühsommer versetzt. Die ganze letzte Woche war herrliches Sommerwetter bei ca. 25°.

Unser bimo ist inzwischen wieder reisefertig und am 1. Mai werden wir uns in Richtig Neukirchen auf den Weg machen. Die nächste Tour wird uns dann nach Bad Kissingen auf die „Allrad“ führen, ist immer eine nette Atmosphäre zwischen den Weltenbummlern.

War denn die die Sprinterreparatur erfolgreich oder habt Ihr weiterhin das Mäusekino?
    
Seid beide ganz herzlich gegrüßt und passt weiterhin gut auf Euch auf.
    
Erika & Detlev

  • #2

    johns (Donnerstag, 26 April 2018 15:19)



    hallo,ihr zwei!

    hallo,ihr zwei !
    schön von euch zu hören oder sehen oder lesen. nachträglich alles gute zum GEBOTSDACH lieber peter;jetzt biste auch schon Ü 50!!!
    passt auf euch auf, daß ihr nicht zwischen die fronten geratet, wenn ihr weiter in den norden kommt.
    liebe grüße
    johns




  • #3

    Peter und Maria (Donnerstag, 26 April 2018 18:59)

    Hallo Johnes, wir können dich nicht per Mail erreichen! Unsere Mails an alice.de werden zurückgewiesen.

  • #4

    Andi (Dienstag, 08 Mai 2018 19:47)

    Hallo ihr zwei, bin gerade in Stuttgart gelandet und sitze nun im Bus zu meinen Eltern. Da ist mir doch eingefallen, das es sicher neues von euch beiden gibt. Mexico klingt gut. Ich war bis jetzt nur in Yucatan und auf der Baja California. Aber frisch Fish Taccos konnte ich täglich essen. Kann ich in 25 Jahren euer WoMo kaufen und eure Route Nachfahren? Wann gehts zurück nach Deutschland? Hoffe wir sehen uns im August wenn ich dann wahrscheinlich das nächste mal in eurer Nähe bin. Ihr seit natürlich auch sehr gerne jederzeit in Hamburg willkommen. Lieben Gruß Andi

Besucherzaehler

Besuche