Yukatan: Ruinas und Cenotes

Liebe Followers,

 

wir melden uns endlich on-tour zurück.

Nach einer kurzen, intensiven, schönen Zeit in Deutschland, landen wir Anfang Februar 2018 wieder in Cancún/Mexiko.

Unser erstes Ziel ist eine Reifenwerkstatt, deren Mitarbeiter die zuvor bestellten neuen Reifen montieren. Danach führt uns der Weg nach Xpu Ha zurück, ein Stellplatz an der Karibik. Dort treffen wir Vera und Dierck, mit denen wir bereits Weihnachten feierten.

Wir bleiben 1 ½ Wochen, in denen der Jetlag auskuriert, Freundschaften geschlossen oder vertieft werden und das Womo auf den neusten Stand gebracht wird.

 

 

Yukatan: Ruinas und Cenotes

Am 07.02.2018 treibt es uns weiter, wir wollen neben der Karibik Yucatán weiter kennen lernen und sind gespannt auf die in Vielzahl vorhandenen Cenotes. Cenotes sind unterirdisch entstandene Seen und Wasserlöcher, die aufgrund des kalkigen und porösen Bodens durch Niederschläge entstanden sind. Das Wasser versickern schnell und spült Grotten und Höhlen aus. Es bilden sich unterirdischen Wasserläufe und Flüsse. Wir besuchen einige Cenotes, u.a. die Cenote Dzitnup (X’keken) und Samulá. Erstere gilt als eine der Schönsten in ganz Yucatán. Der beste Sonneneinstrahlwinkel soll zwischen 12 und 14 sein und eine geheimnisvolle Unterweltstimmung erzeugen. Das wollen wir erleben und fotografieren. Der Himmel ist zwar bewölkt, aber wir richten unseren Besuch so ein, dass wir genau um diese Uhrzeit vor Ort sind und freuen uns total über das Aufreißen der Wolken. So erleben wir genau diese Stimmung und sehen das herrlich türkis-klare Wasser.

Da wir vormittags Zeit haben, besuchen wir eines der unzähligen archäologischen Highlights El Balam. El Balam ist eine alte Mayastadt. Dort erklimmen wir die Treppen der 30 m hohen Hauptpyramide (La Torre). Der Abstieg gestaltet sich schwieriger durch die ungleichmäßigen Stufen. Man will da nicht wirklich runterfallen. Manche Leute rutschen Stufe für Stufe die Treppe auf dem Po runter.

 

Nach einer Übernachtung auf einem Fußballplatz und langen nächtlichen Gesprächen mit dem Wachpersonal führt uns der Weg weiter in die kleine Stadt Izamal, („La Ciudad Amarilla“, gelbe Stadt). Der überwiegende Teil der Häuser und Bauten strahlen ockergelb in der Sonne. Auch hier ist in der Stadt die Geschichte der Maya mit vielen Pyramidenhügel präsent. Wir durchbummeln die Stadt und können dabei einen kleinen Faschingsumzug miterleben.

Wir sind zwei Tage in Izamal und stehen mit dem Womo während der Zeit bei Harald aus Österreich, der seit 9 Jahre ein Hotel betreibt und Stellplätze für Wohnmobile anbietet. Die Dusche ist super!!!

Wir nutzen die Gelegenheit um nach der Ursache einer feuchten Stelle in einem der unteren Schränke zu suchen. Wir bauen das halbe Womo auseinander (na ja, Peter baut auseinander und ich assistiere) und sehen an einem Wasserschlauch eine aufgescheuerte Stelle. Peter findet, dass der Schlauch zu eng verlegt ist und in der Biegung am Holz scheuert. In seinem Fundus hat Peter ein Rescue-Klebeband, mit dem er sorgfältig die geschädigte Stelle am Wasserschlauch umwickelt. Die scheuernden Ecken werden mit einem aufgepolsterten Band beklebt. Nachdem alle Teile wieder verschraubt sind, bleibt der Boden trocken. Yippie.

Je weiter wir in Richtung Mérida kommen umso mehr sehen wir Agaven-Felder. Aus der Agave werden unter andrem (Tierfutter, Mescal) Sisalfasern gewonnen. Bereits in Izamal wurde jede Menge Produkte und Alltagsgegenstände aus Sisal angeboten: Seile, Hüte, Taschen, Armbänder, Behältnisse aller Art...

Zunächst besuchen wir die Millionenstadt Merida. Am Stadtrand gibt es ein RV-Park für Wohnmobile, den wir anfahren. Dort steht bereits eine Gruppe von 8 kanadischen Wohnmobilisten, die eine gemeinsame, organisierte Tour durch Mexiko fahren. Hier gibt es lebhafte und interessierte Gespräche – vor allem mit David, dem Leiter der Tour. Wir treffen auch Jochen und Maurice und Marie mit ihren Kindern Serene und Seïmara.

Neben den vielen Gesprächen und sonstigen Alltagsgeschichten wie Wäschewaschen usw. finden wir Zeit für Besuche der wunderschönen Innenstadt.

Wegen der „Sisalpräsenz“ besuchen wir die Hacienda Sotula de Peón. Wir erleben eine Tour durch den ganzen Sisal-Produktionsprozess mit Raspeln, Trocknen, Pressen und Verspinnen. Eine wirklich interessante Sache. Die wuchtigen Maschinen für die einzelnen Verarbeitungsprozesse stammen meist aus Deutschland.

Später zuckeln wir auf einem von einem Maulesel gezogenen Planwagen, durch die Agavenfelder zu einer Cenote, in der sich das Volk erfrischen kann.

 

Exkurs:

Sisal war früher Yucatáns „grünes Gold“. Seinen ehemaligen Reichtum verdankt Mérida der Sisalagave. Aus den Fasern der großen, schwertartigen Blätter ließ sich für die Seefahrt Säcke, Matten, Teppiche und Seile herstellen.

Der trockenheiße Norden der Halbinsel Yucatán bot und bietet ideale Anbaubedingungen. Die harte Arbeit auf den riesigen Plantagen wurde von Tagelöhnern verrichtet.

Der Sisalboom begann 1870 und brach nach dem 2. Weltkrieg zusammen. Synthetische Fasern wie Nylon u.a. ersetzten die Sisalfaser.

 

Wir bewegen uns weiter auf der Ruta des los Coventos (Route der Klöster) und sehen unzählige Kirchen und Klöster, meist durch Franziskaner im 16. und 17. Jahrhundert begründet und auf der Ruta Puuc (archäologische Maya-Stätten) mit genau so unzähligen wiedergefundenen Maya-Ruinen.

Wir besuchen kleinere Ausgrabungsstätten wie Mayapán, Kabáh oder auch große wie Uxmal, steigen hunderte von gefährlich anmutenden, steilen Stufen hoch und runter, bewundern Bauart, Reliefe, denken uns in die Symbolik ein und versuchen zu verstehen wie zu damaligen Zeiten gelebt wurde.

Wir meiden größere Maya-Stätten wie Chichén-Itzá, weil uns der Tumult und Kommerz an diesen Orten stört. Häufig nächtigen wir vor dem Parkeingang und sind so die Ersten, die morgens den Park betreten. So erleben wir die Stille, die Ruhe und ideale Lichtverhältnisse zum Fotografieren.

 

Die letzten 2 Tage unseres Berichtzeitraums verbringen wir in Campeche, eine Stadt am Golf von Mexiko, Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates, mit ca. 200 000 Einwohner. Das historische Zentrum wurde von den Spaniern 1686 mit einer beeindruckenden Stadtmauer zur Abwehr von englischen, französischen und holländischen Piraten im 16. Und 17. Jahrhundert umgeben. Die mehrfach geplünderte Stadt war oftmals Ausgangspunkt von Freibeutern wie Captain Morgan.

In Campeche wurden zur Verschiffung nach Europa Güter wie Silber, Kakao, Jade usw. eingelagert.

 

Innerhalb der Mauern vermitteln heute die bunt gestrichenen Häuser und renovierten Kolonialbauten eine fröhliche und friedliche Atmosphäre. Wir bummeln durch die Gassen und sitzen am Abend lange auf dem Zentralen Platz um das vielfältige Publikum zu betrachten. Zu später Stunde nehmen wir teil an der Light- und Soundshow auf der Stadtmauer und entnehmen den spanischen Darbietungen, dass die Eroberung der Mayastadt durch die Spanier und deren Entwicklung bis zu Neuzeit nachgestellt wird. No entiendo mucho!?

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Kommentare: 4
  • #1

    Mattias (Sonntag, 25 Februar 2018 06:04)

    Viva México!
    Endlich ist der Blog zurück! � Euch viele positive und schöne Eindrücke.
    Viele der Gebietsnamen kenne ich von Stadteilen in México City.
    LG
    Mattias

  • #2

    lothar (Sonntag, 25 Februar 2018 20:05)

    hallo meine lieben -
    danke wie immmer ein interessanter geschichtlicher und kultureller abriss -
    viele themen der ehemaligen + heutigen kollonialisten -
    hier etwas zur aktuellen politik die sich aus der der zapatistischen befreiungsarmee EZLN speist -
    tja es ist halt nicht einfach gegen die neoliberale politik des imerialismus anzugehen -
    In mexiko wurde die unabhängige präsidentschaftskandidatin maría de jesús patricio systematisch ausgegrenzt .........................
    https://www.jungewelt.de/artikel/327578.keine-pr%C3%A4sidentin-marichuy.html

    ich freue mich sehr wenn es euch gut geht und ihr mit den indigenen menschen eine gute stimmung teilt - julia war ja zur forschung da + ich kenne einige die sich dazu aktiv gegen das militär in chiapas + in yucatan gestellt haben -
    wann seid ihr denn in der city - wann seid ihr am pacific -

    irgendwie reizt es mich schon neben unserer anarchistische hoffnung der 90 er -
    subcomandante marcos - mexikanischer soziologe und guerillaführer -
    die wärme - die sonne - das spanisch - die megastadt -
    bis auf bald - vielleicht in mexico .........................
    seid umarmt lothar

  • #3

    Andre Jaeger (Montag, 05 März 2018 23:27)

    Hallo ihr zwei Weltenbummler, schön wieder von euch zu lesen. Ich bin gerade für eine Woche mit Mayra, einer Freundin aus Hamburg die ich auf Galapagos kennen gelernt habe, auf Island und friere mir den A... ab. Es ist super schön aber ich bin und bleibe der Flipflops - kurze Hose Reisetyp! Nach Island gehts 4 Tage ins Büro und dann für 9 Tage auf kurze Stipvisite nach Ägypten. Kairo, die Pyramiden, Luxor mit dem Tal der Könige und 3 Tage tauchen/ Schnorcheln im Roten Meer. Leider habe ich nie so viel Zeit wie ihr! Euch weiter „buen viaje” ...

  • #4

    Christiane und Birger (Mittwoch, 07 März 2018 17:40)

    Hallo ihr beiden,
    wir lieben eure Berichte und die tollen Fotos. Geniesst Mexiko. Wir wünschen euch weiterhin tolle, interessante Begegnungen mit den Mexikanern und natürlich mit anderen Reisenden.
    Liebe Grüße aus Argentinien und Grüße auch von Sergio

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