Belize ---

 

Wir müssen wieder einmal das Geld wechseln. Wenn man in relativ kurzen Zeiträumen mehrere Länder mit unterschiedlichen Währungen bereist, fällt das Umrechnen nicht immer leicht. Nun sind es „Belize Dollar“ - etwa die Hälfte des US Dollars. Da ist das Rechnen nun einfach. Das Leben wird teurer, manches ist sehr teuer wie z.B. Kaffee oder Treibstoff.

 

 

Lt. Reiseführer (2015) soll Belize so groß wie Mecklenburg-Vorpommern sein. Also: 300 km lang und 120 km breit, das sind 6 000 qkm, ein kleines Land mit ca. 311 000 Einwohner.

Belize, früher British Honduras, ist seit 1981 von England unabhängig. Es hat eine demokratisch gewählte Regierung und ist Mitglied des britischen Commonwealth. Beim Grenzübergang steht am Grenzerhäuschen „Welcome Prince Harry“. Die Landessprache ist Englisch! Wobei regional eine Vielfalt anderer Sprachen gesprochen werden, wie Spanisch, Kreolisch, Garifuna und Maya...

Der Grenzübertritt ist ein kultureller Bruch zwischen dem übrigen  ladino/indigenen Lateinamerika und dem britisch-karibischen Belize.

 

Nach der Grenze ist unser erstes Ziel die Stadt Ignacio. Mich interessiert die in der Nähe befindliche Kolonie der Mennoniten in Spanish Lookout, eine der drei Mennonitensiedlungen in Belize. In Spanish Lookout leben derzeit ca. 1500 Mennoniten. Sie sind deutlich zu erkennen: blonde, hellhäutige Männer, Frauen und Kinder; die Männer in Jeanslatzhosen, karierten Hemden und Cowboyhüte, die Frauen mit entsprechenden Kleidern und Hauben. Sie sprechen untereinander einen deutschen Dialekt.

 

Die Mennoniten sollen die erfolgreichsten Bauern in Belize sein. Das wollen wir sehen und fahren nach Spanish Lookout in den Farmershop. Ein großer Supermarkt mit guten, bodenständigen Produkten. Wir kaufen natürlich dort ein. Bei der Gelegenheit können wir sogar unseren LPG Gastank an einer Füllstation für Gasflaschen ohne Adapter befüllen – super. Die Ortschaft ist weiträumig angelegt, alles gepflegt. Peter meint, es sähe aus wie in Amerika. Den Eindruck haben wir weiterhin in verschiedenen Landesteilen.

 

Wir suchen eine Übernachtungsmöglichkeit und kommen auf Monika aus Frankfurt (Maya Hill, siehe auch unter Begegnungen). Sie hat sich ein kleines Paradies in Belize geschaffen, vermietet Cabañas und hat Stellplätze für Womos. Wir fahren vor, sie kommt ans Tor und schon sitzen wir in ihren „kleinen“ Restaurant, trinken Kaffee und schnabulieren Kuchen. Lecker. Mit von der Partie sind Uwe aus Nürnberg und der Brite Iian, zwei Funker, die über den aufgegangenen Mond Funkkontakte aufnehmen (Ich habe nicht wirklich kapiert, was sie tun und hoffe, Peter wird den Text entsprechend aufwerten....). Auf jeden Fall gibt es dort ein Funkturm, der von entsprechendem Publikum frequentiert wird.

 

Peter nimmt spontan am nächsten Tag mit den Funkern an einem Ausflug zum Barrier Reef teil. D.h. Autofahrt bis Belize City, umsteigen auf ein Wassertaxi nach Caye Caulker und mit einem Katamaran zum Barrier Reef (das zweitgrößte Riff nach dem Great Barrier Reef in Australien). Dort hat Peter 3 Tauchgänge und erlebt eine wunderbare Unterwasserwelt: farbige Korallenriffe, viele bunte Fische, Moränen, Seeschildkröten, Stachelrochen, Ammenhaie usw...

Ich mache mir einen gemütlichen Tag, backe Brot, räume ein bisschen auf, lese, schlafe dabei ein, lese usw...

 

Wir bleiben einen weiteren Tag. Ich gehe shoppen mit Monika in der neuen Hauptstadt Belmopan.

Im Jahr 1961 machte der Hurrikan Hattie die damalige Hauptstadt Belize City dem Erdboden gleich. Deshalb wurden die Ministerien und Botschaften nach Belmopan, der neuen Hauptstadt Belize’s , verlegt. Die Stadt wirkt sehr ländlich, trotz einiger schönen Villen, und ist mit ca.      16 400 Einwohner sehr viel kleiner als die wieder aufgebaute Stadt Belze City mit immerhin ca. 66 000 Einwohner.

 

Trotzdem gibt es natürlich auch in Belmopan viele Gelegenheiten, die Belize Dollar’s los zu werden.

Am Nachmittag werden auf Monika’s Wunsch Spätzle vom Brett geschabt. Peter führt Monika in die Geheimnisse der Herstellung handgeschabter schwäbischer Spätzle ein.

Wir wollten nur eine Nacht bleiben, nun sind es drei Nächte geworden.

 

Unser Weg führt uns in strömendem Regen weiter an die Karibikküste an die Orte Hopkins und Placencia. Dort wird das Wetter deutlich besser. Auf dem Weg verändert sich das Bild der Landschaften, Häuser und Menschen deutlich. Die Menschen haben größtenteils sehr dunkle Hautfarbe; sie gehören der Volksgruppe Garifuna an. Diese gingen aus einer Verschmelzung westafrikanischer Sklaven mit Kariben im 17. Jahrhundert hervor. Die Sprache, die sie sprechen heißt ebenfalls Garifuna.

 

Wir sehen wieder einfache Hütten, daneben werden touristische Dienstleistungen angeboten. Der Ort Hopkins versucht sich in Tourismus, aber er steckt in den Anfängen – was auch irgendwie seinen Reiz hat. Unser Weg weiter in den Süden führt uns an vielen „Sale“- Angeboten vorbei. Grundstücke und Häuser werden zum Verkauf angeboten. Amerika und Kanada lassen sich hier nieder.

Placencia liegt am südlichen Zipfel einer schmalen Halbinsel, die man mit dem Auto erreichen kann. Die schönen Sandstrände sind von Palmen gesäumt. Momentan ist noch Nebensaison, so dass nicht viele Menschen unterwegs sind. In Placencia bleiben wir 2 Nächte an einem Platz direkt am Meer.

Wieder nordwärts Richtung Belize City besuchen wir den Belize Zoo. Er ist eine private Initiative mit dem Ziel, Tiere zu beherbergen, die in Not sind, aus den Händen skrupelloser Sammler gerettet werden, oder Unheil (z.B. Leoparden) in der freien Natur anrichten. Die Leoparden hatten bspw. Menschen angefallen und getötet. Der Zoo ist naturbelassen (tropisch) und beherbergt mehr als 125 einheimische Tierarten u.a. Tapire, Jaguare, Leoparden, Ozelots, Brüllaffen, Tukane und viele weitere Tiere. Wir haben noch 2 Stunden Zeit bis zur Schließung, schaffen es aber nicht alle Tiere zu sehen. Na ja, es gibt ja in Stuttgart auch die Wilhelma.

 

Morgens beschließen wir spontan, aus Belize auszureisen, weil die Autoversicherung am nächsten Tag um 12:33 h abläuft und wir nicht unter Druck geraten wollen. In Corozal, kurz vor der Grenze nehmen wir noch einen kleinen Imbiss zu uns und gehen so gestärkt den nächsten Grenzübertritt an.

 

Wir waren gut eine Woche in Belize, das regional sehr unterschiedlich ist, landschaftlich und menschlich. Wir mussten uns zunächst an die englische Sprache gewöhnen. In Mexiko wir es mit Spanisch weiter gehen.

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