Pura Vida ... in Costa Rica

Ein Costa Ricaner hat ein T-Shirt an mit folgendem Aufdruck:

„Spanish in Costa Rica in 10 seconds:

                Hi = PURA VIDA

  How are you = PURA VIDA

         I’m fine = PURA VIDA

                Yes = PURA VIDA

      Thank you = PURA VIDA

You’re welcome = PURA VIDA

                 Bye = PURA VIDA“

 

Also, was immer hier gesagt werden soll, ist PURA VIDA, da kann man nix falsch machen. Quasi eine Lebensphilosophie der costa-ricanischen Bevölkerung.

 

Ihr kennt auf jeden Fall alle das Land, denn wir essen in Deutschland, was in Costa Rica wächst u.a. Bananen, Ananas, Kaffee, Kakao, aber auch Papaya und Mangos.... Die Früchte machen uns an und wir kaufen sie und genießen sie: warm oder gekühlt, reif und frisch.

Bezogen auf die riesigen Flächen angebauter Bananenstauden und Ananasplantagen, die laut Reiseführer mit erheblichen Mengen Chemikalien behandelt werden, ist unsere Freude etwas getrübt. Das kann nicht gesund sein, weder für die Natur, noch die Menschen.

Aber es ist interessant, den Ablauf der Ernte – hier beispielhaft von Bananen - sehen zu können. Die Bananenpflanzen wachsen in ca. 9 Monaten, bis zur Ernte dauert es 3 Monate, sdie Bananen sind bei der Ernte grün. Eine Staude wiegt ca. 35 kg. Während des Wachstums werden die Stauden in Plastiksäcke verpackt, die mit Insektiziden imprägniert sind. Auf den Feldern installierte Transportbänder bewegen die Stauden in Verpackungshallen. Dort durchlaufen sie ein Bad, werden in kleinere Portionen zerlegt und in Bananenkartons verpackt. Der klimatisierte Transport bis Hamburg dauert ca. 14 Tage.

Wir reisen am 23.10.17 von Panama nach Costa Rica ein. In dem kleinen Ort Sixaola erledigen wir die Einreise innerhalb von 2 Stunden. Alles  problemlos. Ich erinnere euch daran, dass wir nicht nur die Stempel in unserem Pass haben müssen, nein das Auto muss auch aus- und eingereist sowie eine KFZ-Versicherung abgeschlossen werden. Dieses Procedere ist meist etwas aufwendiger, aber diesmal läuft alles reibungslos. Inzwischen lohnt sich der mitgereiste Drucker/Kopierer, denn es werden immer mehr Kopien von den Pässen, Versicherungen, Autopapieren usw. verlangt. Nur mit diesen „Dokumentenbündeln“ erhält man das ersehnte TIP (temporary import permit).

Nach einer schwülen und lauten Nacht an einer Tankstelle in Panama sehnen wir uns nach Ruhe und fahren ca. 45 km weiter an die karibische Küste, nach Punta Uva. Dort finden wir einen Platz direkt am Meer. Wir sind im Paradies gelandet, genießen es und bleiben ein paar Tage. Ernst und Susanne, die wir von der Finca Sommerwind/Ecuador kennen, kommen dazu, so dass wir eine unterhaltsame Zeit miteinander haben.

Nach vier Tagen treibt es uns weiter, denn wir sind mit Norman und Stefanie am 27.10.17 in Uvita verabredete. Die Beiden verbringen ihren Urlaub in Costa Rica. Wir werden uns punktuell treffen und Zeit miteinander verbringen. Darauf freuen uns sehr darauf.

Um nach Uvita am Pazifik zu kommen müssen wir die Cordillera de Talamanco überfahren. Wir fahren am Lago Catchi vorbei, weil er laut Reiseführer ..’ ein schönes grünes Wasser habe und die Landschaft insgesamt besonders schon sei.’ Das Umfahren wird empfohlen! Leider, leider sehen wir bei der Ankunft, dass das Wasser des Stausees abgelaufen ist und irrsingen Mengen Schlamm übrig geblieben sind. Zu guter Letzt kommt eine Brücke, über die wir nicht fahren können, so dass ein Umkehren erforderlich ist!!!! Noch einmal eine halbe Runde um den Schlammsee.

Es geht weiter in die Berge. Wir übernachten vor dem Eingang des Nationalparks Los Quetzales. Auf einer Höhe von 3491 m ist die Temperatur ist auf 11 Grad gesunken! Zuvor, weil wir relativ früh am Nachmittag ankommen, begeben wir uns auf eine Wanderung durch den dichten Regenwald. Es fängt an zu regnen und je weiter wir vordringen, umso matschiger werden die Wege, so dass wir trotz hoher Wanderschuhen nicht weiter kommen. Knöcheltief im Matsch ist keine Freude.

So genießen wir einfach die kühlen Temperaturen und schlafen seit langem wieder mit warmer Decke.

Morgens ist unklar, ob wir unseren Weg durch die Berge nach Uvita fortsetzen können. Es wurde uns gesagt, dass die Straße wegen der Sturmschäden durch den Tropensturm „Nate“ Anfang Oktober gesperrt sei. Dann kommt allerdings von den Rangern des Nationalparks die Order, dass eben der Bus an der Station vorbeigefahren sei und nun eine Zeitlang die Straßen offen sind. Wir gehen das Risiko des eventuell „Zurückfahrenmüssens“ ein und starten Richtung San Isidro de El General. Wir sehen verschlammte Straßen, abgerutschte Bäume und Häuser,  abgesackte Fahrbahnhälften. Es sind vor allem Bretterbuden, die den Halt verloren haben. Und wir sehen nach wie vor Häuschen in einfachster Bauweise, die an der Straße kleben und mit ein paar Stützen am Abhang befestigt sind. Die Menschen scheinen keine andere Wahl zu haben, als dort zu leben. Gefährlich ist es allemal.

In San Isidro ist unser Weg zu Ende: no paso! Notgedrungen suchen wir uns eine neue Route. Mit dem Umweg und nehmen wir zwangsläufig weitere 150 km in Kauf. Aber die Landschaft ist schön und das Klima angenehm.

Unterwegs fallen uns riesige Flächen mit grünen Pflanzen auf, die ganze Berghänge überdecken. Ich sehe, dass sich unter den Pflanzen Gestänge befinden, teilweise mit grünen Früchten behängt. Im Supermarkt erkennen wir die Frucht wieder. Ihr Name ist Cayote; sie wird gekocht und schmeckt ähnlich wie die Kartoffel.

Am nächsten Tag treffen wir Norman und Stefanie. Leider hat es ab Mittag bis in die Nacht wie aus Kübeln gegossen und sie sind sichtlich enttäuscht ... – aber das wird noch - Pura Vida. Es gibt ein straffes sportliches Programm für ihren Urlaub und wir sprechen gemeinsame Aktivitäten ab. In zwei Tagen treffen wir uns an dem Nationalpark Mario Antonio.

Es ist 5.05 h, ich liege im Bett und höre den Brüllaffen zu. So ein Getöse, an – und abschwellend. Keine Ahnung, was das für Affendiskussionen sind. Wir stehen auf einem Parkplatz in der Nähe des Nationalparks Mario Antonio, dem ältesten Park Costa Rica’s. Nebenan, im Hostel Mario Antonio, übernachten Norman und Stefanie. Wir erwarten sie um 6:30 h zum Frühstück, denn wir wollen um 7:00 h in den Park gehen. Wir sollen wegen der Affen und Nasenbären kein Bier (!), keine Chips und keine Zigaretten mitnehmen. Das hätten wir sowieso nicht.  

Und dann sehen wir sie, die Faultiere faul in den Bäumen herumhängen, die agilen Kapuzineräffchen, die Klammeraffen, die Nasenbären auf der Suche nach Essbarem, ebenso Gürteltiere, Wasserschweine, faule Leguane, die langen Straßen der Blattschneiderameisen...

Während einer abkühlenden Schwimmpause am Strand ( es ist brütend heiß und wir sind völlig verschwitzt) bin ich bereit, unsere Sachen zu bewachen. Ich habe jede Menge zu tun, um die Nasenbären und Affen von unserem Gepäck abzuhalten. Vor allem die Nasenbären sind sehr schnell und dreist. Wenn sie sich erst einmal in einem Rucksack festgebissen und diesen geöffnet haben, ist jeglicher Proviant weg. Das kann ich zwei bis drei Mal super beobachten.

Am Nachmittag schaffen wir es noch bis zu unseren Unterkünften bevor es anfängt heftig zu regnen.

Der kommende Vormittag ist mit Horseback Riding verplant. Dazu fahren wir ca. 40 km Richtung Esterillos Oeste auf eine Farm. Norman als Beginner, Steffi als Profi und Peter als Semiprofi, schwingen sich aufs Pferd um am Strand entlang zu reiten. Klappt alles wunderbar. Maria fotografiert die Erfolge im Galopp oder Trab der Reiter/-innen und Pferde.

Wir trennen uns erneut, um uns in zwei Tagen am Lago Arenal zu treffen.

Auch hier regnet es immer wieder und es ist schwül warn. Die Vegetation ist üppig und wir sehen jede Menge wunderbarer Pflanzen, Blumen und Tiere. Wir übernachten einmal an einem traumhaften Platz direkt am See, ein anderes Mal in der Schweiz!!??? Ja, ein Schweizer ist nach Costa Rica ausgewandert und hat sich dort seine Heimat erschaffen, alles im schweizerischen Stil, mit Milchwirtschaft, Zügle auf den Berg, Kapelle, Rösti usw. Wir können problemlos auf dem Parkplatz zum Hotel/Restaurant übernachten und gehen schweizerisch Essen.

Auf dem Weg zu Stefanie und Norman nach La Fortuna gehen wir ins Santuario Mariposa, eine kleine Dschungelwelt mit Fröschen , Schmetterlingen, wunderschöne Blumen, Kolibris usw....

Am Nachmittag landen wir vor dem Hotel von Stefanie und Norman; sie sind nicht da, aber wir können kostenlos im Hof parken und dort für zwei Nächte bleiben. Da passiert nun schon das 2. Mal! Keine langen Wege zum gemeinsamen Frühstück im Womo.

Über uns schwebt der Vulkan Arenal, meist in Wolken und wir geraten aus dem Häuschen, als er sich endlich in Gänze zeigt. Zu seinen Füßen verbringen wir 2 Tage.

Wegen des Wetters und Kitens bewegen wir uns nordwärts Richtung La Cruz an die pazifische Küste und verleben dort schöne Tage am Kitestrand. Wir genießen die Zeit mit – vor allem die total romantischen Sonnenuntergänge. Heute, am letzten Abend, kochen wir miteinander direkt am Strand (Schrimps, Malenzane, Juca, Gemüsereis und Rinderfilet... was will der Mensch mehr?). Stefanie schläft zum ersten Mal in einem Wohnmobil. Am nächsten Tag gilt es Abschiednehmen, den wir bewegen uns in verschiedene Richtungen, unsere ist die nach Nicaragua.

 

PURA VIDA... es war eine schöne gemeinsame Zeit.    

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Kommentare: 2
  • #1

    Karin und Horstl (Freitag, 10 November 2017 20:37)

    Hey ihr Beiden. Wie schön . Genießt es weiterhin während wir hier den Ofen anheizen. Eure Bilder sind super super schön.Ein bisschen zum mitreisen. Ganz liebe Grüße aus dem Allgäu. Wir denken oft an euch.

  • #2

    Andre Jaeger (Samstag, 18 November 2017 08:46)

    Hallo Weltenbummler, schön zu lesen das es euch gut geht. Wie immer total schön geschrieben und tolle Fotos. Ich konnte mich immer sofort ins Flugzeug setzen und dazu stoßen. Sehr gespannt bin ich über euren nächsten Bericht, denn Nicaragua ist ja das Heimatland meines ex Freundes (und immer noch Freundes) Juan aus Barcelona. Ich möchte mir irgendwann mal das Land ansehen in dem er geboren und seine Kindheit verbracht hat. Viele Reisende sagen Nicaragua und Costa Rica sind landschaftlich sehr ähnlich aber Nicaragua ist viel günstiger und ursprünglicher. Da musst ihr mir unbedingt von berichten. Weiterhin viel Spaß auf eurer Tour ... Gruß aus Hamburg, Andi.

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