Ohh... Panama

Oh, wie schön ist Panama..... Ihr kennt sicherlich alle das bekannte Kinderbuch von Janosch, nach dem der kleine Tiger und der kleine Bär eine Kiste finden, auf der Panama steht und sie beschließen mit der Tigerente, dorthin zu reisen, weil es ihnen zuhause nicht mehr gefällt. Sie machen sich auf den Weg und erleben dabei allerlei Abenteuer, bewegen sich allerdings im Kreis und geraten irgendwann wieder zu ihrer Hütte, die sie nicht erkennen, weil sie während ihrer Abwesenheit zusammengefallen ist. Sie bauen die Hütte wieder auf und es gefällt ihnen an dem angekommenen Ort sehr gut. – Panama ist überall

Ein bisschen geht es uns so wie den Beiden. Wir sind gespannt auf die Abenteuer in Panama, bewegen uns dann weiter und letztlich nach Hause in unsere „Hütte“ in Echterdingen.

Aber erst unsere Abenteuer...

 

Vor 3 Tagen sind wir tatsächlich in Panama angekommen. Problemloser Flug um die Mittagszeit, Geld wechseln und dann direkt in das Büro der Schiffsagentur, um den Stempel zur Abholung des Womo im Hafen zu holen. Wir wissen, dass das Schiff pünktlich angekommen ist.

Wir brauchen ein Taxi und werden darauf hingewiesen, dass die „gelben“ Taxen nicht sicher seien. Wir nehmen trotzdem eines, weil wir so schnell wie möglich eine Versicherung für das Auto abschließen wollen. Damit soll am nächsten Tag ein reibungsloser Ablauf im Hafen vonstatten geht. Wir kommen an, als das Büro gerade schließt (16:30 h). Es gibt keine Möglichkeit, die Dringlichkeit unseres Anliegens zu formulieren. Manaña, 8:00 h geht’s weiter.

Unser Taxifahrer ist sehr nett, bringt uns zu dem vorgebuchten B&B und ist bereit uns dort am nächsten Tag um 7:30 h abzuholen. Er kommt überpünktlich, fährt uns zum Versicherungsbüro und wartet geduldig eine Stunde, bis wir endlich die Police haben. Dann geht es ab nach Colón, ca. 80 km Richtung Atlantik. Auch dort begleitet er uns zur Aduana im Hafen und verlässt uns erst, nachdem alles klar ist! Obwohl er viel Zeit mit uns verbracht hat, was nicht abzusehen war, verlangt er lediglich den zuvor verabredeten fixen Preis für die Fahrt nach Colón. Peter legt natürlich noch etwas drauf, denn wir sind im sehr dankbar, dass er an unserer Seite blieb. Soviel zu den Gefahren eines öffentlichen Taxis. Gegen 14:00 h konnte Peter das Womo aus dem Hafen fahren. Entgegen vieler Horrorgeschichten war an dem Auto weder etwas kaputt, noch war es aufgebrochen oder irgend etwas entwendet.

Panamà-City ist die Hauptstadt des Staates Panamà und mit ca. 814.000 Einwohner die größte Stadt. Sie liegt an der pazifischen Küste. Die Skyline von Panamà-City ist beeindruckend und erinnert am Frankfurt a.M. Riesige Geschäfts- und Wohnhäuser ragen in den Himmel. Lediglich der Altstadtkern ist von den Giganten verschont.

 

Sehr beeindruckend ist der Panamakanal. Er ist 80 km lang und verbindet den Atlantik mit dem Pazifik. Nach jahrzehntelanger Planung und Bau wurde er 1914 eröffnet und ist eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Ca. 14.300 Schiffe passieren jährlich (2013) den Kanal.Um möglichst nahe an die Schiffe ran zu kommen, fahren wir zum Besucherzentrum Miraflores. Für 15 Dollar pro Person können wir   zunächst ins Museum in dem wir beeindruckende Fotos und Modelle vom Bau des Kanals und einer Bahn sehen. Ein grandioses Unternehmen das allerdings auch viele Menschenleben forderte.

Danach gehen wir auf der Plattform und sehen den Kanal und die Schleusen, aber leider kein Schiff. Nach einer Weile wird per Lautsprecher durchgegeben, dass in 2 h ein Schiff kommt. Na, das enttäuscht uns sehr und solange wollen wir nicht warten. Wir fahren nach Panama-City und schauen uns den empfohlenen Übernachtungsplatz am Ende einer Straße an. Er ist ok, aber es ist noch zu früh, so dass wir weiter fahren zur Isla Perico, die vor der Stadt liegt und große Schiffe vom Pazifik in den Kanal fahren.

 

Wir sind begeistert von der Promenade, dem Hafen, der gegenüberliegen-den Skyline von Panama-City und bleiben einfach sitzen, schauen und warten bis es dunkel wird. Wir möchten die Lichter der Stadt fotografieren. Außerdem weht nach der Schwüle des Tages eine leichte, erfrischende Brise.

Es ist Samstag, Feiermodus für die Panameños. Die Stadt ist voll mit Menschen und Autos die zu irgendwelchen Veranstaltungen wollen. Wir mittendrin. Das Beste, wir fahren gegen den Strom und bewegen uns zurück nach Miraflores, dem Besucherzentrum am Kanal.

Vielleicht können wir doch noch Schiffe sehen (unsere Karten sind bis 24:00 h gültig) und evtl. auf dem Besucherparkplatz übernachten. Im Eingangsbereich werden wir vom Wachdienst aufgehalten mit der Info, dass lediglich noch das Restaurant offen sei und ob wir eine Reservierung dort hätten. Wir bejahen dies forsch  und dürfen weiter fahren. Angekommen geht Peter mit Flip Flop und kurzer Hose ins Restaurant und bringt sein Anliegen, den Fährbetrieb sehen zu wollen, vor. Es ist ok, wir können auf die Terrasse kommen. Schnell ziehen wir uns anständig an, was dazu führt, dass die Dame am Empfang Peter erst gar nicht erkennt. Wir sind ca. 2 Stunden am Kucken und Staunen und ich bin ganz glücklich.

 

Wir fahren zurück in die Stadt und hoffen, dass der Verkehr sich inzwischen entspannt hat. Dem ist leider nicht so. Es geht „millimeterweise“ voran. Eine grandiose Geduldsprobe. Als wir schließlich von der Hauptstraße in eine kleinere Straße Richtung Übernachtungsplatz abbiegen ist endgültig Schluss. Rechts und links parkende Autos, dazwischen wir und entgegenkommender Verkehr. Es wird gehupt, gefuchtelt und gedrängelt. Niemand ist bereit zu warten, dass Peter mit dem Womo ausholen kann, um eine Rechtskurve zu fahren. Er steigt aus, zündet sich eine Zigarette an und wartet ab und kommt ins Gespräch. Siehe da, nach einer Zeit bewegen sich die Auto etwas und es gibt eine Lücke in der Peter um die Kurve kommt. Alles sehr eng und Millimeterarbeit. Mein Kompliment. Es ist nach Mitternacht, als wir an unseren Schlafplatz kommen. Ich bin völlig erschöpft vom Zusehen und Einweisen und schlafe sofort ein.

 

Morgens ist es um 9.00 h schon so heiß, dass wir uns nicht die Altstadt ansehen wollen, sondern weiter in die Berge fahren. Zuvor frühstücken wir an der Promenade, werden von Deutschen die hier leben angesprochen. Desgleichen von einem ehemaligen Armeemitglied, das in Deutschland stationiert war. Es folgen lebhafte Gespräche über das Leben in Deutschland und Panama.

Wir fahren in die Berge Richtung La Valle, um etwas weniger Schwüle anzubekommen. Die Landschaft ist üppig, die Straßen kurvig, die Bananenfelder sind abgeerntet, lediglich die Zuckerrohrhalme stehen in endlosen Flächen. Die Straßen sind gezäumt mit kleinen sauberen Häusern in vielen farblichen Varianten. Sie sind umgeben mit Blumen, deren Farben buchstäblich explodieren. Wunderschön.

Am Nachmittag kommt wieder der Regen (es ist Regenzeit) mit heftigen Gewittern. Nachts ist die Temperatur erträglich.

 

Unser nächstes Ziel ist der Pazifik, dort erwartet uns am Playa de Las Lajas einen zwanzigkilometerlangen einsamen Strand. Lediglich am Wochenende wird er von den Einheimischen „überschwemmt“. Es ist aber nicht Wochenende und so genießen wir 2 ½ Tage diesen wunderschönen Ort. Es ist zwar auch hier heiß, aber Wasser und Wind sorgen immer wieder für Kühlung. Nachts regnet und gewittert es auch dort, aber tagsüber scheint immer wieder die Sonne.

Der Volcán Barù, 3500 m hoch, ist der höchste Berg Panama’s und der einzige Vulkan. Den wollen wir uns nicht entgehen lassen. Von Las Lajas bis dorthin sind es ca. 125 km. Wir stehen momentan bei einer Rangerstation (ca. 1750 m hoch). Von hier aus geht ein Wanderweg den Sendiero Los Quetzales. Wir nutzen den Nachmittag und laufen einen Teil des Wanderweges, in der Hoffnung den berühmten Vogel namens Quetzales zu sehen, was uns leider nicht geliengt. Er ist farbenprächtig und hat einen langen bunten Schwanz. Nach einer super erholsamen, kühlen Nacht in den Bergen. Wir stehen vor der Rangerstation und haben nette Kontakte mit den Ranger.

 

Morgens fahren wir in den kleinen Ort Boquete, von dem berichtet wird, dass viele reiche Amerikaner im Rentenalter sich dort niedergelassen haben. Es sollen vor einiger Zeit in einer amerikanischen Zeitschrift die besten Orte für das Leben im Alter aufgelistet worden sein. Boquete war mit dabei und seitdem siedeln sich immer mehr amerikanische Bürger dort an. Man erkennt sie sehr genau.

Wir haben endlich mal wieder Internet und hören Neues von der Familie  und Freundinnen und Freunden. Da ich Kopfschmerzen habe, wollen wir keine anstrengende Wanderung unternehmen und fahren deshalb weiter zum Atlantik.

Aus den üppige bewachsenen Bergen kommend geht es in die Ebene. Wir riechen die Bananen und sehen endlose Bananenfelder. Es ist Erntezeit und wir sehen zum ersten Mal, wie die Bananenstauden geerntet werden. Auf den Feldern sind „Gestelle“ mit einer Art Transportband, an das die Stauden an Haken gehängt werden. Die Stauden bewegen sich in eine große Halle, wo sie gewogen, verkleinert und in die (uns gut bekannten) Bananenkisten geschichtet werden. Chiquita!

Wir fahren seit 2 Tagen an Indianersiedlungen vorbei. Ihre Hütten, Häuser oder Behausungen sind meist auf Stelzen gebaut. Auf Hügel, in der Senke, manchmal zwischen den Bananenstauden. Sie wohnen quasi im 1. Stock. Wegen der Nässe, den Tieren oder Ungeziefer ist das sicherlich sinnvoll. Vom Auto aus sieht man die Silhouette von mehreren aufgespannten Hängematten. Wenn wir des Weges kommen, wir gekuckt, gestaunt – und wenn Zeit ist, gewunken.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Andre Jaeger (Montag, 30 Oktober 2017 07:52)

    Hallo ihr zwei. Wieder einmal muss ich ein großes Kompliment aussprechen. Tolle Einleitung, spannend geschriebener Bericht und wunderschöne Fotos. Ich hab total Lust bekommen sofort einen Flug zu buchen und Panama zu bereisen.
    Wie gut ist euer Spanisch eigentlich mittlerweile? Merkt ihr Fortschritte? Wenn ihr euch in Panama mit den Locals unterhalten habt, auf spanisch oder geht englisch dort besser als in Südamerika?
    Ich bin sehr gespannt was ihr demnächst von Nicaragua zu berichten habt, denn da möchte ich demnächst auf alle Fälle mal hin und mir die geburts Heimat von Juan, meinem Exfreund ansehen. Werdet ihr durch Salvador oder Honduras fahren auf eurem weg nach Mexiko? Beide Länder sollen ja ein wenig gefährlicher sein?!
    Habt weiterhin eine tolle und sichere Reise. Gruß aus Hamburg. André

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