Kolumbien I

Wir kommen nach Kolumbien und es regnet ...

Nach dem intensiven Erlebnis der Galapagosinseln sind wir zur Finca Sommerwind (Ibarra/Ecuador), um meinen Geburtstag dort zu feiern. Nachdem Happy Birthday von unserer Enkelin auf dem Handy erschallt (das ist so ergreifend), wissen alle Bescheid. Petra backt blitzschnell und heimlich einen Kuchen, so dass die auf dem Platz anwesenden Camper und die Betreiber/in des Platzes, Patricia und Hans, mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken meinen Geburtstag feiern. Und abends kommen alle wieder auf ein Bier zusammen. Das ist Super schön!

 

Und wir tun was wir immer tun, wenn wir auf einen Platz mit Versorgungsangeboten kommen: Kontaktaufnahme per Internet mit den Jungs, denn zuhause gibt es Handlungsbedarf, Wäsche waschen, Tolino laden (mit Bücher aus der online-Bücherei in Echterdingen), Reparaturen am Auto, denn „Ebbes isch emmer“, News austauschen usw...

Danach machen wir uns auf nach Kolumbien. Reisende, die von Nord nach Süd fahren, also von Kolumbien kommen, sind total begeistert von der Schönheit des Landes und der freundlichen Mentalität der Menschen. Wir sind also sehr gespannt, müssen aber erst einige Regentag hinter uns bringen. Es regnet quasi Tag und Nacht, die Berge sind, wenn nicht verregnet, dann vernebelt und uns erschließt sich die Schönheit dieses Landes nur zögerlich. Dass die Menschen freundlich, offen und interessiert sind erlebe ich kurz nach der Grenze, in der Stadt Ipiales. Ich bleibe im Auto am Plaza de Armas sitzen und Peter sucht einen Bankomat. Ich sag’s euch, eine Traube interessierter Männer, Frauen und Kinder schauen ins Auto rein, versuchen durch die geöffnete Zwischentür mehr zu sehen, heben die Daumen, dass sie es super finden, hüpfen am Auto hoch, fotografieren mit ihren Handys alles was vor die Linse kommt. Ich achte darauf, dass mein Lächeln nicht vom Gesicht verschwindet, aber mir reicht’s. Peter kommt endlich zurück und er muss sich vor dem Auto, in Pose, mit den Fans ablichten lassen. Mit viel Gejohle und versorgt mit guten Reisewünschen fahren wir weiter.

In Kolumbien sind wir Millionäre. Das wird mir beim Geldzählen klar. Riesige Summen!! Denn 1 Million Peso sind gut 300,00 €. Um mit dem Umrechnen klar zu kommen, lassen wir wie einst in Italien erst mal die Nullen weg. Wir gewöhnen uns an Tausend und Millionen.

Kurz nach Ipiales schauen wir uns die Kirche Las Lajas an. Wir übernachten auf dem Parkplatz der Seilbahn, die uns am nächsten Morgen zur imposanten Kirche bringt, die spektakulär in ein tiefes Tal gebaut ist. Leider regnet es den ganzen Tag. Wir fahren weiter über Pasto zur Lagune La Coca. Auch sie liegt meistens im Nebel oder im Regen. Während wir dort im Gasthaus etwas essen, reißt der Himmel kurz auf und zeigt eine wunderschöne Landschaft.

Wir fahren weiter nach Mocoa, wo wir an einer Tankstelle übernachten, die einen ruhigen und sicheren Eindruck macht. Aber es ist Samstagabend, an dem die Leute ausgehen. Das haben wir vergessen. So kommt es, dass wir ungewollt bis morgens um 7:00 h an einer Karaokeveranstaltung teilnehmen, die nicht zu unserer Freude beträgt! Etwas übernächtigt, geht es weiter zu unserem Ziel „Parque Argueológico San Augustin“ Die Fahrt dauert den ganzen Tag: durch die Berge, teilweise auf Asphalt aber auch ca. 60 km Gravelroute, im Regen, enge, nasse, ausgefahrene Strassen, Berge hoch, Berge runter und auf und ab im Auto – na ja, eben abenteuermäßig. Wir kommen in San Augustin an und sind ziemlich müde.

In San Augustin ( hübsche Stadt, 1700 m hoch)  und in der weiteren Umgebung gibt es präkolumbische archäologische Stätten mit riesigen Steinstatuen und in Granit geschlagene Gräber. Sie sollen aus der Zeit zwischen dem 6. Jahrhundert v. Chr. und dem 14. Jahrhundert nach Christus entstanden sein.

Diese - teilweise riesigen - Kolosse wollen wir sehen. Das machen wir am 1. Tag zu Fuß, Peter am 2. Tag zu Pferd, wir am 3. Tag im Pick up. Es geht zeitwiese entlang des Rio Magdalena, der tief unten im Tal fließt und weiter im Norden zu einem riesigen Fluss wird. Die Landschaft ist sehr hügelig. Die Berge sind mit Zuckerrohr und Kaffeepflanzen bepflanzt, Blumen- und Pflanzenwelt zeigt pralles Leben. Am Ende unserer Pick up Tour halten wir an einer Zuckerrohr - (Cañia de Azúcar) - verarbeitung. Der ausgepresste Saft des Zuckerrohrs wird mit verschiedenen Temperaturen gekocht und eingedickt. Anschließend wird die abgekühlte Masse in brikettartige Formen gegossen. Sie erstarrt zu einem braunem Rohrzuckerblock (Panelas). Der Rohrzucker wird Speisen und Getränken zum Süßen zugeführt. Für die dort arbeitenden Männer ist es ein harter, heißer Job, bei meist heißem Klima.

Das Wetter ist inzwischen deutlich besser geworden, der Regen hat nachgelassen. Wenn die Sonne kommt, ist es gleich knallheiß. Wir sind ja in Äquatornähe.

Wir tauchen auch in das Leben der Stadt San Augustin ein, besuchen den indigenen Markt, bummeln durch die Straßen, kaufen ein und genießen das dörfliche Leben dieser Kleinstadt.

Heute, am dritten Tag, haben wir genug Prähistorisches geschaut und bewundert. Wir wollen keine alten Steine mehr sehen, so dass wir uns weiter Richtung Norden bewegen.     

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Kommentare: 1
  • #1

    Andre Jaeger (Sonntag, 12 Februar 2017 14:57)

    Wow, ihr seit die "Trampolin de La Muerte" von Pasco nach Mocoa mit eurem Wohnmobil gefahren - Hut ab. Bin die selbe Route von Ipiales über Pasto, Mocoa, pitalito nach San Agustin an einem Tag mit 4 minibuses gefahren. Grandiose Route. San Agustin und Umgebung fand ich total schön. Danach ging es bei mir nach Popayan (hat mir sehr gut gefallen). Dann eine Freundin in Cali besuchen. Dann nach Salento, Medellin und danach für Weihnachten nach Cartagena. Ich kann euch den Tayrona NP nur ans Herz legen und fand den kleinen Ort Palomino sehr nett. Da war ich über Silvester. Danach ging es für mich nach San Gil, rafting machen. Dann Barichara und danach bogota. Mit dem eigenen Auto kommt ihr natürlich an mach Ort, wo man mit dem Bus nur schwer hinkommt. Ich hoffe das Wetter ist nun gut und ihr genießt Colombia. Ich habe es da geliebt. Weiterhin viel Spaß. Im Sommer mache ich dann gerne mal ne Nacht bei euch in Stuttgart Station wenn ich darf ... Gruß André

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