Weiter in das Pantanal - Mato Grosso

Es ist 6:00 h und die Sonne gewinnt an Kraft. Alle schlafen noch, denn den gestrigen Abend haben wir lange verquatscht. Wir, das sind Horst, Karin, Peter und ich. Seit vier Tagen sind wir gemeinsam unterwegs und wir genießen die Zeit. Unser Ziel ist das nördliche Pantanal/Mato Grosso. Anschließend werden sich unsere Wege trennen: Wir weiter Richtung Boliven und Horst und Karin Richtung Iquazu und weiter nach Uruguay zur Verschiffung ab Montevideo nach Hause ins Allgäu...

 

Brasilien! Vierundzwanzig mal so groß wie Deutschland, das fünfgrößte Land der Erde, 8,5 Millionen Quadratkilometer (siehe auch Brasilien, Stefan Loose). Eine Vielfalt an Kulturen, Landschaften und klimatischen Bedingungen. Das was wir bisher gesehen und erlebt haben ist nichts, gemessen an den Ausmaßen. Der Süden macht 7% des Landes aus und wir sind schon jede Menge Kilometer gefahren!!!

Vom Süden Brasiliens (Rio Grande do Sul, Santa Caterina, Parana) kommend sind jetzt jetzt im Zentralen Westen, in Mato Grosso do Sul , auf dem Weg nach Campo Grande.

Der Süden (Sul) wurde im 19. Jahrhundert von europäischen Immigranten (Deutschen, Italiener, Schweizer, Polen ...) besiedelt, so dass uns hier Vieles nicht fremd vorkommt.

Wir fahren zeitweise an dem breiten und weit verzweigten Rio Parana’ entlang, der insgesamt eine Länge von 3700 km erreicht und in dem großen Mündungsdelta bei Buenos Aires mündet. Ansonsten sehen wir eher flaches Land, teilweise hügelig, Weideland mit unzähligen Rinder, vorwiegend das Zebu. Diese Rindersorte sehen für unser europäische Auge etwas gewöhnungsbedürftig aus: lange Hautlappen hängen unterhalb des Halses und auf der Schulter befinden sich mehr oder wenig stark ausgebildete Höcker. Und es schmeckt gut!

Außerdem sehen wir immer wieder Ara’s (Papageien), die so schnell fliegen, dass fotografieren schier unmöglich ist, Tukane, Rabengeier, die sich in der Regel bei Müll tummeln, Nandu’s (Straußenähnlich), Ameisenbäre, Gürteltier (Tatu), Brüllaffen aus der Ferne..., aber auch Insekten wie Termiten, die ihre „Zuckerhüte“ über die Viehlandschaft setzen. Und nicht zu vergessen Moskitos und Zecken!

Unsere Übernachtungsplätze sind immer wieder interessant.

Momantan stehen wir auf dem Parkplatz einer Tankstelle (Posto). Mit uns haben heute Nacht mindesten 200 Trucks hier geparkt und ihre Fahrer übernachtete. Es gibt heiße Duschen, Internet, Essen usw... Was der Mensch eben unterwegs braucht.

Tage zuvor sind wir auf Campingplätzen gelandet, aber auch am Rande eines Friedhofes in Antonio Joao, bei dem Peter und ich eine friedliche Nacht mit den Toten verbringen. Morgens sieht das Ganze aufgrund des bewölkten Himmels etwas makaber aus. Ich habe den Friedhof erwandert und einige deutsche Namen gelesen.

 

Zwei Tage später sind wir eine weitere große Strecke gefahren. Die Landschaft hat sich verändert. Das Weideland und der Anbau von Zuckerrohr und Soja im Süden wird abgelöst von Savannen und tropischen Grasland. Die letzte große/größere Städte, die wir passieren heißen Cuiaba’ und Pocone. Danach geht es die Transpantaheira entlang auf einer Pistenstrasse. Endgültiges Ziel ist Porto Jofre. Nach ca. 40 km anstrengendem Gehoppel und der fortgeschrittenen Zeit, entscheiden wir uns für die Übernachtung in der Estancia Vitoria. Morgen fahren wir die restlichen 3 Stunden bis Porto Jofre, wo die Strasse einfach aufhört. Wir hoffen, dass es bis dahin nicht weiter regnet, sonst sind die Pisten überschwemmt oder rutschig.

Das Wetter ist die letzten Tage sehr sehr schwül mit Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad. Schwimmen im eigenen Saft ist angesagt! Alles klebt! Wenn ich duschen kann, komme ich mir vor wie im Paradies!!! Und es hier immer noch nicht Sommer.

Auf dem Weg zu unserem momentanen Aufenthalt sehen wir jede Menge Tiere, einige davon sind auf dem Bildschirm festgehalten. Um uns pfeift, blöckt, schnattert und quakt es permanent. Es fliegen Adler an uns vorbei, Waran (Echse) huschen unter dem Auto hervor, Nandus kreuzen unseren Weg, Frösche hopsen in der Toilette...

 

 

Also liebe Mitreisende, es ist hier spannend.... Auf die schwüle Temperatur könnte ich verzichten. 

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Kommentare: 1
  • #1

    André Jaeger (Montag, 17 Oktober 2016 16:49)

    Hallo Ihr zwei, ich lese, schaue Fotos und beneude euch ...! Zwei Wochen von Heute vor einem Jahr bin ich zu meiner 6 monatigen Rucksackreise durch Südamerika aufgebrochen, welche uns am Ende meiner Reise an den gigantischen Iguazu Wasserfällen zusammen gebracht hat. Nun sitze ich im Büro an meinem PC, seniere und träme von deutschen Windermonaten in Kolumbian, Peru, Bolivien ... und weis doch, das ich dem Winder 2016/17 nicht entkommen kann. Ich wünsche euch weiterhin ganz viel Spass und 1000 tolle Erfahrungen auf eurer weiteren Reise. Ich werde euren Blog mit Interesse verfolgen und vielleicht, wenn ich mal ein rüstiger Rentner bin (in ein paar Jahren :) vielleicht fahre ich dann auch mit dem WoMo durch ganz Amerika. Im November werde ich mir aber erst mal in 2 Wochen Resturlaub den Süden Indiens anschauen. Wenn ihr Tips zu Bolivien und Peru möchtet, dann sagt bescheid. Lieben Gruss aus Hamburg, Andi

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