Garopaba – Praia do Ferrugem – Laguna –  Praia do Ypuã – Sera do Rio do Rastro – Camaqua – P.N. Aparados de Serra – Chuy (UruGuay) - La Paloma – Paraiso Suizo

Das Wetter hat sich gebessert und wir erleben 3 schöne Sonnentage am Strand. Wir stehen unter Bäumen am Rande einer kleinen Lagune. Dahinter erblicken wir - unterbrochen von Felsen - einen kilometerbreiten, schönen Sandstrand. Hier bleiben wir drei Tage. Nachts ist der Strand weitgehend leer. Es ist aber nie ganz ruhig. Bis zum Dunkelwerden und morgens beim Sonnenaufgang sind Menschen beim Joggen den Strand entlang. Nachts wird palavert, geangelt oder motorisiert über den Strand gedüst. Und die Wellenreiter*innen kommen auch schon früh, um die beste Welle auszunutzen. Der schöne Strand dient als Kulisse für Brautpaare und Modells. Insgesamt geht es aber sehr familiär zu und wir werden - wie häufig - angesprochen, oft auch in deutscher Sprache: Wie kommt das Womo nach Brasilien, wie gefällt es Euch, was habt ihr schon alles gesehen.. usw.  Die Empfehlungen, wo es schön ist und wir hinreisen sollen, nehmen kein Ende. Aber wir freuen uns über die Offenheit der Bewohner und ihr Interesse an uns. Viele genießen es, ihre Deutschkenntnisse auszuprobieren. So hatte z.B. André seit dem Jahr 2005 kein deutsch mehr gesprochen und konnte sich nun fließend mit uns unterhalten. Das ist beschämend angesichts unserer portugiesischen Sprach(un)kenntnisse.

Auf dem Weg Richtung Santa Marta setzen wir mit einer Fähre über Kanal einer im Landesinneren liegenden, riesigen Lagune ans andere Ufer. Dabei werde ich, auf die das Schiff begleitenden, großen Delphine hingewiesen. Die Fähre wird von einem Motorboot, das seitlich angedockt ist, manövriert und fortbewegt. Klappt alles prima!

 

An allen Stränden sehen wir Wellenreiter. Viele, auf dem Brett liegende Körper, die sehr aktiv werden, wenn die ideale Welle anrollt. Dann vorab schon mal los paddeln und sobald die Welle da ist, sich auf dem  Brett aufrichten und mit der Welle gleiten.

Der Atlantik ist ziemlich bewegt – und nachts rauschen laut die Wellen, wenn wir mit dem Womo in der Nähe am Strand stehen!

Was uns auffällt sind die Männer, die tagsüber stundenlang völlig erstarrt im Wasser stehen, ein Netz in der Hand. Und wir fragen uns was sie da machen?

Sie halten nach Fische Ausschau und warten geduldig auf den richtigen Moment um die Netze auszuwerfen. Lange und bewegungslos, aber plötzlich kommt Bewegung in die regungslosen Gestalten und sie werfen die Netze aus, als würden sie Kugeln stoßen. Mir ist immer noch nicht klar, woran sie sehen, dass Fische vor ihnen im Wasser sind. Aber sie haben welche im Netz.

Wenn Delfine in der Nähe sind, dann treiben diese die Fische den Fischern zu.

 

Wieder eine Nacht auf dem LKW-Parkplatz einer Tankstelle...

Es ist 4:00 h morgens und ich kann nicht mehr schlafen. Obwohl ich mir ausnahmsweise die Ohrstöpsel trage, die Renate aus Deutschland mitgebracht hatte. Um uns pulsiert das Leben. Wir übernachten auf einem LKW-Parkplatz hinter einer Tankstelle und stehen in der Reihe mit riesigen Lastern, so dass das Womo wie ein Spielzeugauto dazwischen aussieht. Wir fühlen uns hier sicher, aber es ist schwer Ruhe zu finden, denn in der Nacht kommen und fahren die LKW’s.

Bevor sie losfahren, lassen sie eine ganze Weile den Motor laufen, um Druckluft für das Öffnen der Bremsen aufzubauen. Dazwischen wird mit den Nachbarn palavert. Wir sind Exoten dazwischen. Aber auch hier haben wir immer wieder interessierte Begegnungen. Beispielsweise steht links neben uns ein Monstertruck mit Showroom eines Herstellers landwirtschaftlicher Maschinen. Der Fahrer hat Peter eine Firmenschildmütze geschenkt, nachdem es einen Plausch gab: Was? Alemania? Wie kommt man von dort hierher, was wollt ihr hier und gefällt es euch in Brasilien....? Und das meist  in Portugiesisch, was Peter nur in Abwandlung von seinem Spanisch versteht und sprechen kann.

An Tankstellen können wir uns gut mit Wasser versorgen, die Toilette entsorgen und immer wieder ins (schwache  Internet) um zu hören, was Zuhause los ist. Duschen ist auch eine super Sache, meist für wenig Geld (ca. 50 Cent) oder gar kostenlos, wie gestern Abend. Und die Duschen sind häufig ziemlich sauber. Die letzten Tage war es wieder einmal  heiß, bis zu 38 Grad und dann ist es kein Wunder, dass die LKW-Fahrer direkt nach dem Einparken mit ihrem Handtuch, Rucksack, Plastiktasche oder Beauty Case zur Dusche marschieren. Die Frauendusche ist sowieso fast gar nicht in Gebrauch „this is a mens world“, so dass ich mit viel Platz und heißem Wasser das Duschen genieße.

 

Wir kochen auch kaum mehr, was wir in Chile und Argentinien regelmäßig getan haben, dafür sind die Möglichkeiten mittags essen zu gehen zu gut. Wir hatten bereits berichtet, dass in großer Anzahl – vor allem an Fernstraßen, aber auch im ländlichen Bereich – in Luncheten Essen am Buffet angeboten wird. Es gibt gutes Essen für wenig Geld. In der Regel zahlen wir zwischen (umgerechnet) 7 € - 12 € für zwei Essen (soviel wie man will) incl. Getränke.

Außerdem ist die Nahrungsmittellagerung bei der feucht-schwülen Hitze im Womo auch nicht einfach. Wir haben einen Kühlschrank mit begrenztem Fassungsvermögen, der bei diesen Temperaturen ziemlich viel Strom verbraucht. Wenn die Sonne scheint, ist das wegen der Solarzellen auf dem Dach kein Problem. Aber wenn wir im Schatten stehen, oder der Himmel länger bewölkt ist, kann es knapp werden. Dann suchen wir Strom über die Steckdose oder lassen für eine ½ Stunde den Motor zum Laden laufen. (vgl. Womoausbau)

Kurzum: solange wir in Brasilien sind, werden wir mittags essen gehen.

 

Ebbes isch emmer!!!!

Vor drei Tagen lag Peter wieder einmal unter dem Auto. Das Knarzen und Klopfen während des Fahrens wurde in den letzten Tagen unerträglich laut und konnte nicht zugeordnet werden. Wir machen uns ernstlich Sorgen und überlegen, ob wir doch in eine Daimlerwerkstatt zur Überprüfung fahren sollen. Wir recherchieren beim nächsten Internetkontakt. Peter ist sich aber unschlüssig, auch wegen der mangelnden Verständigungsmöglichkeiten. Und möchte bis Uruguay warten. Deshalb legt sich Peter unter das Auto und überprüft alle beweglichen Teile, zieht Schrauben an und fettet Lagerungen/Gummi’s. Und siehe da, beim Weiterfahren hat sich die Geräuschkulisse drastisch reduziert...

Wir sind inzwischen südlich von Porto Alegre und müssen jetzt etwas Strecke fahren, denn wir wollen am 28.04. in Buenos Aires den Flieger erreichen. Wir hatten uns am Praia do Yupuã Zeit gelassen und die Gastfreundschaft von Heitor und seiner Frau Marisa genossen. Er hat uns eingeladen zu verbleiben, solange wir möchten, die ganze Infrastruktur zur Verfügung gestellt und uns als seine Gäste behandelt.

 

Jetzt und heute (20.04.2016) sind wir am Womo-Endpunkt des derzeitigen Reiseabschnittes gelandet. Es ist das Paraiso Suizo in Uruquay, ca. 80 km östlich von Montevideo. Hier wird das Auto abgestellt und versorgt, bis wir wieder kommen. Heinz und Silvia sind vor vielen Jahren aus der Schweiz hierher gekommen. Sie sind sehr freundlich, aufmerksam und wir genießen die sauberen heißen Duschen. Sie kümmern sich, wenn eine Werkstatt für die Autos benötigt wird und holen und bringen Leute von oder zum Bus. Leider hat es die ganzen Tagen sehr viel geregnet, was sehr ungewöhnlich für diesen Landstrich ist. Weiter nördlich haben wir riesige Flächen völlig mit Wasser überschwemmt gesehen und Leute, die in ihren Holzhäusern bis zur Wade im Wasser standen.

Uruguay ist sehr flach an der Atlantikküste und die Landschaft sieht aus wie bei uns an der Nordsee: reetgedeckte Häuser, rote Ziegelhäuser, weißer Strand usw...

 

Jetzt putzen wir das Womo, was dringend erforderlich ist, waschen Wäsche und machen eine Bestandsaufnahme.

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Kommentare: 1
  • #1

    Renate (Dienstag, 26 April 2016 17:26)

    Hallo Ihr zwei,
    habt ja Eure Inventur nun bestimmt auch abgeschlossen.
    Täschle schon gepackt und Maria sitzt ganz aufgeregt auf den gepackten Taschen.
    Nicht vergessen die dicken Socken anzuziehen, denn der Winter hat uns heute heimgesucht. Schnee !!!
    Ich wünsche Euch einen guten Heimflug ohne "ebbes isch emmer"
    Liebe Grüße
    Renate

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