El Soberbio – Salto de Moconá – Iguazu (Argentinien/Brasilien)

Wir sind in El Soberbio in der Provinz Misiones. Die Grillen zirpen, es ist ein warmer Abend. Camping direkt am Fluss des Rio Uruguay. Hier ist er nicht sehr breit, so dass wir gut auf die andere Seite, zum brasilianischen Ufer sehen können...

 

Wie sind den ganzen Tag schon verblüfft: seit frühem Morgen fahren hier Boote hin und her, von Ufer zu Ufer, von Brasilien nach Argentinien und zurück... Kleiner Grenzverkehr? Es gefällt uns hier sehr gut, es ist klimatisch zwar heiß aber nicht schwül und wenn Abkühlung erforderlich wird, kann in einen Swimmingpool gehüpft werden. Ein Tag Pause von der Reise! Wir sind hier, um den Salto de Moconá zu besuchen. Er ist nicht ganz so grandios wie die Wasserfälle von Iguazú aber schön und von der Größe her auch nicht zu verachten. Aber das Wetter ist schlecht und jede Menge Regen ist angesagt. Am 2. Tag wagen wir den Ausflug und die Sonnen scheint. Es sind ungefähr 80 km bis zum Salto de Moconá. Unterwegs sehen wir jede Menge Schmetterlinge in wunderbarer Farbenpracht und wir „jagen“ sie mit dem Fotoapparat indem wir still stehen und abwarten, bis sie zur Ruhe kommen und wir sie fotografieren können. Das Wetter hält solange, bis das Boot zu den Wasserfällen los fährt. Dann bewölkt sich der Himmel. In der Ferne grummelt ein Gewitter und Regen kommt.

Wegen des Wetters haben wir entschieden, dass wir in El Soberbio bleiben, bis eine Wetterbesserung in Aussicht ist, den die Wasserfälle von Iguazú sind nicht weit weg und wir fühlen uns auf dem Platz bei Mario sehr wohl. Am Sonntag, mit durchwachsenem Wetter, kommt eine Familie mit drei Kinder und grillt neben uns. Natürlich nehmen wir Kontakt zueinander auf, der zu einem gemeinsamen Essen führt. Sie bieten uns ihre gegrillten Würste und Fleischstücke an, wir unser Gemüsegulasch mit Reis. Die Verständigung klappt mit Peters Spanischkenntnissen sehr gut. Alles endet damit, dass wir Ihnen eine Kabatüte und Wachsmalstifte mitgeben und zum Abschied Adressen tauschen. Anschließend geht die Welt unter so sehr regnet es und der Himmel ist mindestens eine Stunde mit Blitzen erhellt.

Am Morgen (Montag) riskieren wir die Fahrt zu den Wasserfällen, denn Dienstag und Mittwoch soll es Aufklaren. Gegen Abend sind wir in dem Ort Puerto Iguazú. Wir leisten uns ein Abendessen in einem guten Restaurant und verbringen die Nacht in der Nähe des Eingangs zu den Wasserfällen. Morgens sind wir direkt um 8:00 h am Einlass ... und es regnet in Strömen – immer wieder und fast den ganzen Tag. Wasser überall, alles ist nass, aber warm. Für die Fotos fehlt uns das Licht, aber so ist es eben. Unterwegs treffen wir Andre aus Hamburg, der auch schon eine Weile reist, allerdings mit Rucksack und wir verbringen den Tag und den Abend gemeinsam.

Die Wasserfälle sind gigantisch, eine Naturgewalt, unfassbar. Der Rio Iguazú mündet bei Puerto Iguazú in den großen Rio Paraná und dieser entwickelt ca. 20 km flussaufwärts ungeahnte Kräfte. Aus unzähligen Nebenarmen gibt es mehrere hundert Wasserfälle, die teilweise bis zu 70 m herunterstürzen. Eine unglaubliche Lärmkulisse. Es braust uns rauscht und gischt... Leider fehlen uns die Regenbögen aufgrund des vielen Regens. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf, denn heute sind wir auf der argentinischen Seite, die ein Wandern an den Wasserfällen unmittelbar zulässt und morgen auf der brasilianische Seite, von der das Panorama auf die Fälle besser sein soll. Und dort wird die Sonne scheinen! Im Wald sehen wir Schmetterlinge, Vögel und vor allem Nasenbären. Vor ihnen wird gewarnt. Sie sind auch an allen Stellen zu finden, wo es Essen gibt. Sie sind blitzschnell, krabbeln Stühle und Tische hoch und stehlen in Windeseile das darauf liegende Essen.

Nach einem vollen Tag und einem weiteren guten Abendessen wechseln Peter und ich das Land nach Brasilien. Wir landen in Foz do Iguazú und übernachten auf einem super sauberen gut ausgestatteten Campingplatz namens Paudimar. Am Morgen scheint die Sonne, das klamme Zeug im Womo trocknet und wir machen uns auf um weiteres Wasser auf der brasilianischen Seite zu bewundern. Und: der Regenbogen ist da. Später treffen wir Andre und gehen mit ihm in den nahe liegenden Park „Parque del Aves“, in dem wir hier lebende, wunderschöne Tier – teilwiese in unmittelbarer Nähe – bewundern können.

 

Allerdings bin ich gedanklich eher zu Hause, denn wir haben von dem Anschlag auf den Flughafen und die Metro in Brüssel gehört. Einer unserer Söhne war zu diesem Zeitpunkt geschäftlich dort, allerdings ist er ein Tag früher als geplant geflogen. Er hat all diese Verkehrsmittel genutzt. Wir sind froh, dass er wieder gesund zurück in Deutschland ist.

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Kommentare: 4
  • #1

    Franky (Montag, 28 März 2016 13:59)

    Erstmal freut es mich zu lesen das es Euch und der Familie hier gut geht wenngleich die Nachrichten aus Brüssel schockierend und entsetzlich sind.
    ich hoffe Ihr könnte Eure Reise wie geplant fortführen und bin wie immer von Euren Berichten und Fotos begeistert. Ich muss mich echt korrigieren, denn nicht nur die Berichte lesen sich wie von einem professionellen Schriftsteller , sondern auch Eure Bilder schauen wie von einem Profi aus.
    Jeder hat ja irgendwie Angst vorm Älterwerden doch wenn ich das alles so verfolge freue ich mich irgendwie schon auf meine Rente und hoffe , Euch als meine Vorbilder , es Euch nachzumachen :-)
    Lieben Gruß aus Fellbach an einem sonneigen regnerischen Ostermontag :-)

  • #2

    Petra&Thomas (Sonntag, 03 April 2016 14:20)

    Liebes Geburtstagskind ,
    Liebe Maria ,
    Als erstes alles Gute, lieber Peter, für das neue Lebensjahr, weiterhin viele spannende Abenteuer und Erlebnisse mit deiner Maria. Wir hoffen euch geht es gut und ihr könnt den Geburtstag, wo immer ihr auch seid, feiern.
    Wir haben uns lange nicht mehr gemeldet und waren den ganzen März nicht mehr auf eurer wunderbar "Tour-Seite" :-(. Jetzt gibt es das 1. ruhige WE nach langer Zeit und wir haben alle Berichte nachgeholt, was absolut lohnenswert ist....
    Wann kommt ihr eigentlich nach Deutschland zurück oder geht es nahtlos weiter Richtung Nordamerika?
    Kurz zu uns: wir haben uns prima in Tübingen-Bühl eingelebt, fühlen uns sauwohl und leben dort, wo viele Urlaub machen :-)
    Hoffentlich sehen wir uns bald....
    Alles Liebe
    Petra&Thomas

  • #3

    Elke und Thomas (Sonntag, 03 April 2016 18:47)

    Lieber Peter alles gute zum Geburtstag von Elke und Thomas. Eure Reiseberichte sind eine tolle sehr gut geschriebene Lektüre. Wahrscheinlich geht dieses Lob an Maria. Wir sind zur Zeit in Südfrankreich und richten den Katamaran her. Allerdings ist seit gestern scheussliches Wetter so dass wir in ein Wellnesshotel geflüchtet sind. Am Boot können wir sowieso nichts machen. Alles Liebe und weiterhin eine gute Reise und viele interessante Erlebnisse.

  • #4

    Andre Jaeger (Mittwoch, 11 Mai 2016 06:58)

    Hallo ihr zwei, ich habe mich sehr gefreut, meinen Namen in eurem Blog zu lesen. Es war in der Tat ein toller Tag mit euch an einem grandiosen Naturschauspiel. Wenn ich euren Blog richtig gelesen habe seit ihr jetzt also erst einmal wieder in Deutschland. Ich wünsche euch einen tollen Sommer. Vielleicht schaffen wir es ja wirklich mal und ich komme euch in Stuttgart besuchen. Solltet ihr Lust auf einen Ausflug nach Hamburg haben, dann meldet euch. Ihr seit herzlich eingeladen meine Gäste zu sein.
    Wie hat euch Buenos Aires gefallen? Ich fand die Stadt toll.
    Gruß aus dem Büro, André

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