Potosi – Tupiza - Villazón (Grenze Bolivien/Argentinien) – Humahuaca/Quebrada de Humahuaca – Salina Grandes – Salta

 Dicke Backe... Zahnarzt fällig?

Als ich das erste Mal in Bolivien einen jungen Mann mit einseitiger dicker Backe gesehen habe, meinte ich zu Peter, dass bei ihm ein Zahnarztbesuch fällig sei. Das fand Peter zum Lachen. Der junge Mann würde Cocablätter kauen, suckeln oder sonst wie genießen. Erst einmal aufmerksam geworden entdecke ich jede Menge Männer mit einseitiger  dicker Backe. Bei Frauen fällt es mir nicht so auf. Auf Märkten, in Geschäften, auf der Strasse ... überall Cocablätter. Das bolivanische Volk benutzt Coca zur Bewältigung des Alltags. Befragt auf die Wirkung soll es das Hungergefühl reduzieren, Gelassenheit erzeugen und die Leistungsfähigkeit im Hochland steigern... und sogar bei Höhenkrankheit helfen.

 

 

Auffallend bei dem kurzen Besuch in Bolivien war für mich, dass –vor allem im Hochland und ländlichen Bereich – die Menschen sehr wenig Materielles besitzen. Sie leben in zusammengefallenen Lehmhütten, in kargen Landschaften tragen Lumpen und wir fragen uns, von was sie sich überhaupt ernähren.

Viele haben große Lücken im Gebiss oder keine Zähne mehr im Mund. Und das in jungen Jahren.

 

Nachdem wir die Stadt Uyuni verlassen haben übernachten wir unterwegs in einem kleinen Kakteenhain mit über mannshohen Kakteen. Sehr schön. In Tupiza besuchen wir den Markt. Für meine Größe sind die Marktstände nicht ausgerichtet. Ich muss aufpassen, dass ich mir die Stangen der Planen nicht gegen den Kopf haue oder in die Augen steche. Zurück beim Auto bemerkt Peter mit immer wachsamen Blick, dass eine Dorne in einem Reifen des Womos steckt. Beim Herausziehen entweicht Luft, so dass er den Dorn gleich wieder zurück steckt.

Ebbes isch emmer!

Also so schnell wie möglich zu Reiferei und Reparatur der Reifens. Das klappt prima. In der Zwischenzeit koche ich Kaffee für Reparateur und seine Frau.

Es geht weiter Richtung Grenze und dort ist der Bär los. Wir dürfen mit unserem Auto nicht mal in die Nähe der Grenze kommen, sondern müssen außerhalb parken. Die Grenze ist mitten in der Stadt Villazón. Die Sonne sticht und wir stehen in einer langen Schlange und hoffen, es ist die richtige. Es dauert insgesamt 3 h bis wir mit allem durch sind. Beim Zoll, wenn es um die Einreise des Womo geht, werde ich nicht mehr gebraucht, so dass ich zurück zum Auto gehe. Wir hören immer wieder von Reisenden unterwegs, dass Wohnwagen aufgebrochen werden. Allerdings waren auch einladende Situationen dabei. Bei uns war bisher alles gut.

In Argentinien angekommen ist unser erstes Ziel Humahumaca und Quebrada de Humahumaca, von ca. 130 km, die vorwiegend von indigenen Nachkommen bewohnt und bewirtschaftet wird. Eine fruchtbare Schlucht, die von in vielen Farben schillernden Bergen umgeben ist. Wir machen uns schon um 6:00 h auf den Weg, um den Sonnenaufgang zu erleben ... aber leider lagen die Berge lange Zeit in den Wolken. Das hat auch seinen Reiz. Und es geht wieder hoch in Höhen bis zu fast 5000 m.

Wir nehmen den Weg zur Stadt Salta an den Salinas Grandes vorbei, nach San Antonio de los Cobres (ehemalige Ruta 40) und bewegen uns durch eine wunderbare farbige Berglandschaft Richtung Salta. Nachts und morgens ist es ziemlich kalt; tagsüber scheint die Sonne heiß.

 

In Salta angekommen suchen wir den dortigen Campingplatz, der eigentlich ein Schwimmbad mit abgelassenen Schwimmbecken ist. Wir treffen dort überraschenderweise Karin und Horst. Freude auf beiden Seiten. Wir bleiben ungeplant 3 Tage zusammen auf dem Platz und es wird repariert, geputzt, gewaschen, gekocht, gequatscht. Horst und Karin über Chile nach Peru und bewegen uns nochmals südwärts in die Catamarca.

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Kommentare: 1
  • #1

    Renate (Sonntag, 13 März 2016 20:42)

    Hallo Maria und Peter,
    Cocablätter und Höhenkrankheit hatte ich auch in Peru versucht, jedoch ohne Erfolg. Bin einfach auch Alemania und nicht aus den Anden.!!! Ja mit den 5000er hätte ich ja mal richtige Freude daran gehabt. Oh, oh mein lieber Kopf. Da kommen ja wieder Erinnerungen hoch und dann noch um 6 Uhr aufstehen - das ist ja schon ein heftiger Tagesbeginn. Doch ich bin immer noch streckenweise am träumen meier Reise mit Euch.
    Viele liebe Grüße aus dem Ländle

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