San Petro de Acatama – Richtung Paso Jama, abgebogen nach Bolivien – Lagunenroute – Uyuni

 

Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück bringen wir Renate mittags nach Calama zum Flughafen. Unsere Zeit ist leider um. Sie fliegt zurück nach Hause.

 

Ebbes isch emer: Irgend ein Tier hat die Wasserzuleitungen zur Frontscheibe angeknabbert und nun wird das Wischwasser nicht mehr auf die Scheibe transportiert. Peter findet das Leck und repariert zunächst mit Isolierband. Wir versuchen einen Ersatzschlauch zu bekommen. Erste Adresse ist eine empfohlene Werkstatt, die uns ziemlich unfreundlich abwimmelt; zweite Adresse ist die Daimlervertretung, die sehr bemüht ist und das Teil im PC auch findet, aber es muss von Santiago besorgt werden; dritte Adresse ist vom Daimlermitarbeiter, ein Laden, der uns schließlich einen passenden gelben Kunststoffschlauch verkauft. Gegen Abend landen wir wieder in San Petro de Atacama und verbringen den Abend mit Vicentey und Fabienne. Ein Paar aus Brasilien mit ihrem VW Bus „Mimosa“, welches wir in den Gassen von San Pedro kennenlernen.

 

Wie reisen wir weiter?

 

 

Am Schlimmsten sind die ausgefahrenen und engen Stein- und Geröllpisten. Erneut bleiben wir an einer abschüssigen Engstelle zwischen Felsbrocken stecken. Mit vor/zurück, Felsbrocken zur Seite räumen und Löcher ausfüllen geht es dann, manchmal nur auf 3 Rädern schwankend bergab. Wie das Auto das aushält ist uns beiden ein Rätsel.

 

Und wieder geraten wir in Not. Auf der ausgewiesen Strasse im Uferbereich um eine Lagune ist klar, es ist zu feucht - wir würden einsinken. Ein zweiter Fahrweg ist dermaßen zerwühlt und für uns unbefahrbar. Wir wenden vorsichtig an einer vermeintlich tragfähigen Stelle und - schwub - sind die Vorderräder im Schlick verschwunden. Peter gelingt es mit 4x4,

Die Wetterlage der letzten Tage war sehr wechselhaft. Allerdings zeigt die Wetterapp für das Wochenende bis Dienstag eine gute Wetterlage. Wir entscheiden uns aufgrund dessen, nach Bolivien über die Lagunenroute zum Salar de Uyuni (einem riesigen Salzsee) zu fahren. Wir hoffen, dass es dort noch nicht sehr viel geregnet hat und der See befahrbar ist.

 

Also packen wir „unser Sach“, reisen aus Chile aus und fahren los Richtung Paso Jama. Kurz davor geht es ab nach Bolivien. Die Grenzformalitäten an den verschiedenen Stellen sind problemlos. Wenngleich der Grenzposten Boliviens in 4300 m Höhe noch handschriftliche Formulare ausfüllt.

 

An der Laguna Verde, kurz hinter der Grenze, kochen wir unser Mittagessen und suchen uns dann den Weg zu der Lagunenroute. Dass es viele Wege dorthin gibt, wird und uns aufgrund der vielen Fahrspuren ziemlich schnell klar. Die Wege bestehen aus Sand, Gestein, Wellblech, Furchen und Löchern... teilweise tief und ausgefahren. Und auch wir suchen uns einen Weg und bleiben prompt im Sand stecken. Da wir das schon einmal geübt hatten, kommen wir schnell mit Hilfe von Schaufel und Sandblechen wieder los. Wir wollen zur Laguna Colorado, dort übernachten und morgens beim Sonnenaufgang die Hunderte Flamingos sehen.

 

Die Landschaft ist herrlich, die Berge schillern in allen Farben, teilweise sind sie auf den Spitzen mit Schnee bedeckt. Die Szenerie erscheint auf Grund des Lichts, der Schatten und Farben unwirklich. Als befänden wir uns auf einem fremden Planeten – aber vielleicht spielt uns auch nur die dünne Luft einen Streich. Wir genießen die Fahrt, schauen uns die Berge in wüstengleichen Hochebenen an, die bereits 6 000 m hoch sind. Das Navi zeigt den Weg, aber die „Strasse“, soweit überhaupt vorhanden, ist nicht befahrbar. Und so versuchen wir wie viele vor uns die „richtige“ Spur abseits quer durch die Wüste zu finden.

 

Ich habe diesmal Angst vor der Höhe, denn zwei Tage zuvor hatten wir auf 4300 m übernachtet und ich bekam Kopfschmerzen mit Übelkeit (Puna – Höhenkrankheit). Das will ich nicht noch einmal erleben. Immerhin befinden wir uns schon seit Tagen auf einer Höhe von 2500 bis 3000 m, so dass der Körper sich allmählich umstellen sollte.

 

Unser Allrad-Meisterstück...

Wir schrauben uns in die Höhe und erreichen mehrfach Höhen bis knapp 5000 m (!). Das haben wir nicht erwartet. So hoch möchten wir nicht übernachten. Es wir dunkel und wir kommen der Laguna Colorado nur langsam näher. Das Navi scheint auch verwirrt und zeigt uns Wege, die gar keine mehr sind.

Ein bolivianischer LKW-Fahrer hält an, möchte uns behilflich sein. Es erklärt uns den Weg zur Laguna, informiert uns aber, dass der Weg sehr schlecht sei und wir besser eine andere, längere aber leichter befahrbare Route nehmen sollten. Und das war noch untertrieben. Die Fahrt wird uns in der Nacht zu riskant und wir drehen um. Wir befolgen den Rat des LKW-Fahrers für die längere Route.

Aber auch hier - stundenlang rutschen wir über Steine und surfen über Sandfurchen und –hubbel, Vollgas über Weichsand, immer mit der Angst, stecken zu bleiben. Wir sind völlig alleine. Oft finden wir die eigentliche Strasse nicht mehr und ich leuchte mit der Taschenlampe die Seiten ab. Irgendwann macht sich die Erschöpfung breit. Eigentlich müsste die Lagune vor uns sein, aber wir finden den Zugang nicht. Peter dreht mühsam um – nur nicht im Sand stecken bleiben – und sieht nun aus der anderen Richtung eine Fahrmöglichkeit. Gegen 23 h stellen wir das WoMo ab, erschöpft und frierend. Ich fülle die Wärmflasche. Es ist unter Null Grad. Gute Nacht!

 

Morgens liegt Raureif auf dem Dach des Womo’s. Aber: die Sonne scheint, wir haben die Berge, einen See und hunderte von Flamingos! Traumhaft.

Und – mir geht es gut! Na ja, alles muss langsam gehen, sonst wird man kurzatmig.

 

Wir genießen die Natur und fotografieren in alle Richtungen. Gegen 10:00 h kommen die ersten Touris der geführten Allradtouren. Wir fahren weiter. Zunächst ist alles gut, wenn auch schwierig. Ohne Allrad kann hier kein Auto fahren und wir führen unser 5 t schweres Zuhause mit.  D. h., wenn der Boden weich oder nass ist, sinken wir natürlich schneller ein. Und es hatte die letzten Tage geregnet.

Peter fährt gewagt, aber vorsichtig. Das Auto wackelt und schwingt, hüft, scheppert, dröhnt und quält sich. Auch ihm geht in diesen Höhen die Luft aus. In schwerem Gelände lässt sich das Womo aus dem Stand kaum noch anfahren.

Untersetzung und viel Gefühl, rückwärts und gerade das Womo zu befreien. Was sind wir erleichtert, den Wagen nicht aus dem Schlick ausgraben zu müssen und überlassen es eurer Phantasie, euch vorzustellen wie wir ausgesehen hätten.

 

Wir sind beide an unsere Grenzen angelangt. Uns ist die Schönheit der Natur inzwischen egal und wir wollen endlich eine einigermaßen befahrbare Strasse haben.. Es dauert noch bis zum späten Nachmittag, bis wir diese erreichen. Dann die Erlösung - kurzfristig. Nach einem Abzweig folgt tiefstes Waschbrett. Nach 10 km Gehoppel, nahezu im Schritt und noch 40 km zu fahren geben wir auf, suchen einen Übernachtungsplatz und überlegen morgen, wie es weiter gehen soll.

 

Wir entschließen uns zu einem Umweg auf einer gut zu befahrenden Erdstrasse zur Stadt Uyuni, um von dort aus den Salzsee zu befahren. Wir wissen inzwischen, dass der Salar teilweise mit Wasser bedeckt ist und nicht überall befahren werden kann. Die beste Zeit liegt zwischen April und Dezember, aber nun sind wir schon in der Nähe und das Wetter ist stabil. Uns wird geraten, eine Schutzplane vom Kühler nach hinten anzubringen, damit das Salz nicht in die Elektronik eindringt. Das ist uns zu risikoreich und in Uyuni angekommen buchen wir eine Fahrt auf dem Salar bei einer Agentur.

 

Die haben wir heute erlebt und das war richtig gut.

Salz pur fürs ganze Leben!  Salz bis zum Horizont! Dazwischen - nur in der Sonne, vor blaustem Himmel über dem Weiß, die flirrenden und schwebenden Schatten der Inseln - nichts. In dieser leblosen, absoluten Öde erstaunen wir über die Größe der Natur.

 

6 h hin und zurück für ca. 40 km zur Isala Incahuasi, größtenteils durch Salzwasser. Von allen Touranbietern sind wir heute die Einzigen, die die Inseln erreichen. Wir verleihen unserem Fahrer Ismail den Ehrentitel „Zorro del Salar“ und danken seiner Erfahrung und Umsicht.

 

Infos zum Salar des Uyuni:

 

Der See hat die größte Salzfläche der Erde. Er ist etwa 160 km lang und 135 km breit. Die Salzkruste differiert zwischen 2 und 7 m. In der Trockenzeit verdunstet das spärliche Wasser und es bleibt eine harte Salzkruste. Der größte Schatz den der See beherbergt ist Lithium. Man hofft, damit den Bedarf an Akkumulatoren der zukünftigen Elektroautoindustrie decken zu können.

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Kommentare: 1
  • #1

    Daniel Vidal (Samstag, 12 März 2016 16:36)

    Lieber Peter , wenn etwas gut ist meine Erfahrung, dass Kunststoffrohr gegessen haben, haben Mäuse gewesen . Um zu verhindern , dass Sie sollten den Boden sprühen , wo Sie Ihr Handy Flüssigkeit bi MANCHESTER estacionaras ( acaroin oder Phenol) hat einen starken Geruch , mit Wasser verdünnt und auyenta Mäusen. Ich fahre mit Ihnen!

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