Laguna Verde -  chilenische Grenzstation bei der Lagune Santa Rosa – Copiapó – Caldera – Rodillo Beach – Chañaral – Playa Cifundo – Antofagasta – Calama – San P

 

... weiter zum Paso de San Francisco – oder nicht...?

Wir sind am Abend an der chilenischen Grenze angekommen und ausgereist. Renate ging es schon den ganzen Tag nicht so gut: Kopfschmerzen und Erbrechen.

Wir übernachten hinter der Grenze. Direkt nach dem Sonnenaufgang wollen wir zur argentinischen Grenze fahren, um von der Höhe von ungefähr 4500 m herunter zu kommen. Nachts sind wir alle unruhig.

 

Renate geht es nicht besser! Morgens entscheiden wir spontan zurück nach Chile zu fahren. Zwei Gründe bewegen Peter und mich: Wir hoffen, dass wir schneller ins Tal kommen und glauben dass eine evtl. erforderliche ärztliche Behandlung dort besser ist. 

An der Grenze müssen wir bis 9:00 h warten, um erneut in Chile einreisen zu können. Dabei stelle ich fest, dass wir in unseren Pässen keinen Ausreisestempel haben! So ein Scheiß! Gott-sei-Dank sind wir nicht den langen Weg an die argentinische Grenze (156 km) weiter gefahren. Ohne Ausreisestempel von Chile keine Einreise nach Argentinien!!! Bei diesem Grenzübertritt ist wirklich der Wurm drin. So hatte unsere Entscheidung zurück nach Chile sein Gutes. Der fehlende Stempel vom Vortag wurde nachgeholt; die erneute Einreise bestätigt. Und – Renate ging es ab 2000 m immer besser. Weil es ziemlich heiß war, sind wir an den Pacific gefahren, wo das Klima sehr angenehm ist.

 

Inzwischen sind wir von der Region Atacama in die Region Antofagasta gewechselt. Wir fahren am Rande der Desierto de Atacama entlang. Die Landschaft besteht aus aufgehäuften Steinen, Berge und Sand: eine Trockenwüste. Es wächst nichts! Das Auge und der Geist kommt zur Ruhe!  

 

Hier gibt es viele Salpeterminen, überwiegend stillgelegte. Aktuell werden Kupfer, Schwefel, Phosphate, etwas Salpeter, Gold, Silber, Mangan, Molybdän und Lithium gefördert.

 

Erinnert ihr Euch noch an die „33 Helden“ aus dem Jahr 2010?? Es kam zu einem Grubenunglück bei diese Männer verschüttet wurden und in einer spektakulären Aktion mit einer Rettungskapsel nach 69 Tagen ans Tageslicht geholt. Das konntet Ihr tagelang im Fernsehen mitverfolgen. Dieser Unfall ist in der Nähe von Copiapó passiert.

 

Wir übernachten am Playa Cifuncho, etwa 40 km südlich von Taltal. Dieser Strand gilt als einer der schönsten in Nordchile. Ist er auch. Am Morgen fahren wir nach Taltal, einem kleinen Fischerstädtchen mit immerhin 10 000 Einwohner. Es ist ein schöner grüner Ort mit freundlichen Menschen. Wir finden Internetzugang um unser Blog-Artikel abzusetzen und ein Cafe mit WIFI, um whatsapp abzurufen. Zum Abschied müssen wir uns fotografieren lassen und ins Gästebuch eintragen. Es hat uns sehr gut dort gefallen.

 

Der Weg geht weiter an der Pacific-Küste entlang in Richtung Antofagasta. Wir kommen in eine total einsame Gegend mit Waschbrettpiste, Wasser, Gestein und Kakteen. Letztere bald auch nicht mehr. Wir finden eine Übernachtungsplatz und entdecken in der Brandung des Meeres und den Felsen Seelöwen und Geier. Nachts sind die Seelöwen sehr laut. Morgens sehen wir ums WOMO frische Spuren im Sand– Peter meint von einem Puma (zu große Katzenpfoten).

Wir hoppeln weiter durch die kahle, steinigen Landschaft, teilweise in schwindelnden Höhen und sehen Straßenarbeiter bei ihren mühsamen Tätigkeiten. In der Stadt Antofagasta (320 000 Einwohner) erleben wir zum ersten Mal, dass es schwierig wird, unser Wassertank aufzufüllen. Meist verbinden wir dies mit dem Tanken. Peters Nachfrage bei der 3. Tankstelle ist abschlägig, aber Pablo, der gerade seinen Pickup volltanken lässt hört Peters Frage und bietet an in seinem Lokal Wasser aufzufüllen. Wir heizen also hinter ihm her durch Antofagasta und landen vor einer geschlossenen Sushibar. Auf dem Straßenrand stehend tanken wir Wasser und sind ihm dafür sehr dankbar. Geld will Pablo nicht, deshalb greife ich in unsere Geschenkekiste und gebe ihm eine Packung schwarze Stabilostifte, die er für die Sushi-Bestellungen im Lokal sicher nutzen kann. 

Am Abend kommen wir durch die absolute Wüstenlandschaft der Acatamawüste, in die Stadt Calama. Wir fahren seit langem wieder einmal auf einen Campingplatz, wo wir hoffentlich ausgiebig und heiß duschen können. Calama ist eine triste, staubige Wüstenstadt mit

ca. 140 000 Einwohner. Hier leben die bestbezahlten Minenarbeiter von Chuquicamata und anderen Tagebauten.

Uns hält nichts in der Stadt, so dass wir in das Hochtal von El Tatio  zu dem 4300 Meter hohen Geysirfeld, dem höchsten der Welt, fahren.  Aus Dutzenden Erdlöchern dampft und sprudelt heißes Wasser aus der Erde. Ich stehe ziemlich dicht an einem der Erdlöcher und spüre genau die Bewegung und den Druck des Wassers bevor es als Fontäne in die Luft schießt. Die Anfahrt von ca. 100 km ist trotz der Wüstenlandschaft abwechslungsreich, weil sie durch Cañons mit Oasen, an kleinen Siedlungen vorbei führen. Unterwegs halten zu Kochen an; dabei überrascht uns ein heftiges Gewitter mit starkem Regen. Wir weichen dem Unwetter aus, essen unser fertig gekochtes Essen und kommen schließlich am späten Nachmittag bei den Gesyirfeld an. Wir schauen uns in der Dämmerung die sprudelnden Felder an, verbrühen uns die Finger an dem unglaublich heißen Wasser (85 Grad). Nachts bekommen wir Probleme mit der Höhe. Renate und ich haben starke Kopfschmerzen. Tabletten helfen nicht. Um 6:30 h klingelt Peters’s Wecker. Renate und ich quälen uns aus den Betten. Wir fahren bei anbrechendem Tag in das  Gesyirfeld. Da soll der Anblick spektakulär sein. Schön sind vor allem die frisch gepuderten Bergspitzen der umliegenden Giganten (Cerro Linzer mit 4380 m; Vulcán Apagade mit 5708 m; Vulcán Rulana mit 5890 m). Aber Renate und ich wollen so schnell wie möglich vom Berg runter. Durch die starken Regenfälle sind die Straßen voller Steine.  Aber Peter kommt mit dem Womo ganz gut durch und so arbeiten wir uns Meter um Meter tiefer. Dabei sehen wir an einer Oase jede Menge Lamas und Flamingos. Unser Ziel ist San Pedro de Atacama.

Aber ebbes isch emer:

Der Zustand der Strasse verschlechtere sich zusehends. Sie ist zeitweise unterspült und an den Rändern abgebrochen. Die auf die Strasse gespülten Steine sind so groß, dass sie weder umfahren noch weggetragen werden können. An diesem Punkt des Weges müssen wir umzudrehen. Es ist unglaublich, was der Regen (Regen in der Wüste !!!) angestellt hat.

 

Neben uns hält ein Auto der Polizei und uns wird bestätigt, dass die Strasse nach Calama weitgehend passierbar ist. Wir fahren also 50 Km auf Hubbelpiste zurück und nehmen die Strasse über Calama nach San  Pedro de Acatama. Das ist ein Umweg von ca. 250 km. Unterwegs halten uns immer wieder Einheimische an und fragen nach dem Zustand des Weges. Wir sind sehr müde, aber inzwischen wieder ohne Kopfschmerzen, als wir am Abend in San Pedro ankommen. Am Lago Cejar suchen wir uns einen ruhigen Platz zum Übernachten.

 

Der letzte Sternenhimmel für Renate.    

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Kommentare: 1
  • #1

    Hermine (Montag, 07 März 2016 11:06)

    Liebe Maria, lieber Peter,
    ja das liest sich ja spannend wie ein Buch....4500m, das geht an keinem spurlos vorbei, obwohl Peter scheint da
    ja nichts zu merken oder? So langsam könnt ihr Euch auch heimwagen. Die Sonne kommt öfters raus und man hat den Hauch von Frühling hier. Bald sind die Wahlen ja hier, wenn wir Glück haben Grün-Schwarz. Es hat sich viel getan hier in Deutschland, Ba-Wü ist immer noch eine Insel. Wir fliegen am Sonntag nach Teneriffa und für Mai habe ich Mallorca gebucht.Wir können halt nur kurz immer. Volkers Kalenderspruch für diese Woche: Eine Reise ist ein Trunk aus der Quelle des Lebens. Schön, das Gefühl habe ich auch wenn ich Eure Eintragungen lese.
    Machts weiter gut, Hermine

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