Ein Augenschmaus...die argentinischen Schweiz!

 

Bevor ich von der argentinischen Schweiz berichte kommt noch kurz die Überleitung zu unserer Abreise...

 

Der Steinschlag vom Vortag soll repariert werden und zwar möglichst schnell damit die Scheiben nicht weiter reißt. Die Schotterbedingungen sind nicht nur für die fahrende Personen anstrengend.

Wir fragen Einheimische wer eine Reparatur durchführen könnte und bekommen eine Beschreibung für den Fachmann in Trevelin. Wir finden ihn, doch bedauerlicherweise repariert er die Scheibe nicht. Er verweist uns an einen Bekannten in Esquel. Name und Adresse weiß er nicht, aber wo er etwa wohnt. Wir bekommen eine Beschreibung und fahren am nächsten Tag los nach Esquel. Wir finden sogar das Haus aber er ist nicht da! Ein junger Mann meinte, der gewünschte Herr sei in San Carlos de Bariloche. Anrufen! Leider ist unsere argentinische Telefonkarte leer. Freundlicherweise dürfen wir mit dem Handy einer Anwohnerin telefonieren. Ja, Alejandro repariert, dazu müssen wir aber nach San Carlos del Bariloche kommen. Mañiana! Morgen zeitig. Nach Bariloche sind es ca. 250 km. Wir fahren los, übernachten unterwegs auf dem Parkplatz des Miradors Lago Steffen. Wir treffen dort Christian und Monika aus Österreich und verbringen einen unterhaltsamen Abend mit ihnen.

Morgens um 7:30 h aufstehen, Müsli löffeln und ab nach Bariloche. Wir sind zeitig da, aber nicht der Reparateur! Wieder anrufen? Die argentinische Telefonkarte ist aber immer noch nicht geladen. Peter erledigt den Anruf teuer mit seiner deutschen Nummer und Alejandro ist direkt am Telefon. Ja, es sei ein Problem dazwischen gekommen, er sei leider nicht in der Stadt, aber  el lunes (Montag) sei er da.... Nun hoffen wir auf Montag, dass er und wir am gleichen Ort sind...

Und wir finden endlich einen Laden der uns das Handy aufläd.

 

Also nutzen wir die Zeit und besuchen die Straße der Sieben Seen.  

Dazu folgen wir der Ruta 40 und tauchen ab in eine wunderschöne, wilde Berglandschaft, mit grünen schimmernden See und dicht bewaldet.  Nach den langen Wegen durch die karge Pampa sind die Berge, Wälder und Seen ein Augenschmaus. Leider ist das Wetter nicht ideal. Es ist sehr diesig und die Wolken hängen auf den Gipfeln der Berge. Das Licht ist entsprechend problematisch zum Fotografieren. Wir geben unser Bestes.

Wir halten uns im Parque Nacional Nahuel Huapi auf, flüchten aber vor den Menschenmassen in den Parque Nacional Lanin. Auf dem Weg dort hin legen wir eine Stopp Junin de los Andes (12 000 Einwohner) ein um und essensmäßig zu versorgen. Nur das Che Guevara - Museum finden wir leider nicht.

Zum Parque Nacional Lanìn steht Im Reiseführer (Loose 2015), dass er mit 3790 qkm nicht nur der größte, sondern auch der schönste Nationalpark Argentiniens sei. Wir sehen nicht nur superschöne Seen sondern auch schwarze Lavastrände. Hinter allem ragt der erloschene Vulkan Lanìn (3776m) auf. Erst bei der Rückreise bekommen wir ihn in seiner ganzen Pracht zu sehen.

Am riesigen Lago Huechulafquen übernachten wir. Es ist der größte See des Parks. Leider regnet es immer wieder sturzflutartig.  

Die seltsamen Namen und Bezeichnungen bspw. der Orte und Seen haben ihren Ursprung in der indianischen Sprache. Sie betreiben Landwirtschaft und unterhalten Camps im Nationalpark. Sie gehören zum Stamm der Mapuche an. Anmerk.: unsere Skalps haben wir noch aber unsere Börse ist leer ;-).

Am Morgen ist bestes Wetter. Nach dem Frühstück und Wassertanken ist es Zeit, zurück Richtung Bariloche zu fahren, denn wir hoffen, dass nun morgen früh die Frontscheibe des Autos repariert wird.  Wir fahren die RUTA 40 und später die 234 . Dabei wird die Vielseitigkeit der Landschaft wieder deutlich: wir sehen Berge, Hügel in den unterschiedlichsten Formationen, alles karg ohne Bewaldung ... und immer wieder Wasser, Flüsse, Seen...

 

Achtung: Peter hat während des Mittagessens unterwegs eine große Forelle (45 cm) gefangen. Aber hallo!

 

Zur Übernachtung stehen wir direkt am Ufer des aufgestauten Rio Limay (Embalze Alicurá) und haben einen wunderbaren Blick auf die Abendsonne.

 

Am nächsten Morgen sind wir in Bariloche. Die Stadt ist voll voll voll und wir wollen so schnell es geht wieder weg.  Bariloche ist ein Winterskiort und im Sommer tummeln sich betuchte Bürger, aber auch viele Rucksacktouristen. Am Wasser entlang gibt endlose Unterkunfts-möglichkeiten und Restaurants. Damit ist der Zugang zum See verschlossen, so dass wir Schwierigkeiten haben, einen schönen Halteplatz zu finden.

 

Der argentinische Touristenrummel reißt uns mit – ob wir wollen oder nicht. Die Einheimischen wissen halt, wo es besonders schön ist und verbringen mit Familien und Freunden ihren Urlaub und die Kinder die Sommerferien – vorwiegend am Wasser. Das Wetter hat auch mit 25-32 Grad prima mitgemacht. Uns ist ein ruhigerer Ort in der Natur lieber.

 

Ob es heute klappt, dass die Scheibe repariert wird können wir Euch im nächsten Blogbeitrag berichten.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Franky (Mittwoch, 13 Januar 2016 07:32)

    Das sind ja wieder mal schöne Beschreibungen und Bilder, sieht echt toll aus in Argentinien.
    Peter ich dachte du hast deinen Skalp, aus Furcht vor den Indianern, schon hier in Deutschland abgelegt. :-)
    Lieben Gruß und guter Weiterfahrt
    Ich begnüge mich mal mit der alltäglichen Arbeit in mittlerweile kalten nassen dunklen Fellbach.

  • #2

    Franky (Freitag, 15 Januar 2016 11:04)

    ach und wegen der Frontscheibe Eures Wohnmobils, ich stehe mit dem Reparaturkoffer bereit und komme gern zur Pannenhilfe vorbei :-) aber nur wenn es selbstgemachte Marmelade und ein ordentliches argentinisches Rindersteak gibt :-)

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