Über Puerto Natales zum Torres del Paine

 

 Alles subjektiv:

Die jungen Chilenen sind laut? Lebens-Froh? Auto-Narren?

Ich habe vor einiger Zeit über die Stille geschrieben. Heute will ich über  Lärm berichten.

 

Wann immer es geht, versuchen wir in größeren Städten einen Campingplatz oder freien und ruhigen Stellplatz zum Übernachten zu finden. Das ist nicht immer einfach. So müssen wir gelegentlich auch an ungünstigen Plätzen, z.B. an der „Waterfront“ auf einem Autoparkplatz übernachtet. Und ich sage Euch, es ist laut. Die jungen Männer tunen ihre Autos, motzen auf und beleuchten sie von unten. Damit röhren sie bis in die Morgenstunde durch die Gegend. Rauf und runter! Zwischendurch wird geparkt und gequatscht, wobei die laute Musik aus dem Autoradio übertönt werden muss. Wenn sie uns bemerken, grüssen sie freundlich und sind offensichtlich der Meinung, die Musik müsse uns doch auch gefallen!?

 

Am Morgen - wir wollen früh aufstehen -, kommt gegen 5 h ein Auto angedröhnt und stellt sich in die hintere Ecke des Platzes. (Wir haben den Eindruck, das Jungvolk will uns diesmal nicht stören. Haha.)

Bevor der Motor abgestellt wird, hören wir noch „Formel-1-Geröhre“ und dann die aufgedrehte Musik. Die Unterhaltung samt Musik geht ca. 1 Stunde. Der Sonnenaufgang ist grandios und sehenswert. Das genießen sie mit irgendwelchen Flaschen in der Hand. Dann verziehen sich alle wieder ins Auto und sind weg.

Grad sind die Jungs und Mädels abgedüst, kommt das nächste Auto. Jetzt wird direkt am Wasser geparkt, in unserer Nähe. Zwei Jungs sehen mich auf dem Weg zur Müllentsorgung und Fragen mich auf Englisch, wie es mir geht. Ich bedanke mich für die Nachfrage und wünsche ihnen Feliz Navidad. Wieder laute Musik, lautes Palavern aber es war immerhin schon 7:30 h. Aber heute ist es uns egal. Wir fahren los Richtung Nationalpark Torres del Peine  - nach Puerto Natales.

 

 

Der Weg dorthin ist verregnet. Trotzdem gibt es landschaftlich einiges zu sehen. Wir sind immer wieder von der Weite des landes beeindruckt. Diesmal fallen uns in regelmäßigen Abständen kleine Holzhäuschen auf, die immer an Bushaltestellen und vor Estancia’s aufgestellt werden. Es sind Wartehäuschen, die vor Wind und Regen schützen. Über uns kreisen mehrere Kondore, die wir fotografisch versuchen einzufangen. In Punta Arenas angekommen, suchen wir nach dem Campingplatz, der aber geschlossen ist. Schließlich landen wir auf einem Parkplatz am Wasser mit den üblichen lauten Geräuschen wie zuvor beschrieben. Aber wir kommen ins Internet und können Eure Whatsapp, Mails und Blog-Einträge lesen. Und erleben einen spektakulären Sonnenuntergang.

 

 

Parque National und die passenden Klamotten dazu...

 

Wir berichten regelmäßig und ich verliere langsam den Überblick in wie vielen Parks wir bereits waren. Na ja, ich könnte nachzählen, denn wir haben die Schönheiten der Parks bereits dokumentiert. Sie sind landschaftlich völlig verschieden, kosten Eintritt oder auch nicht. Falls sie Eintritt kosten, sind die Aufenthaltstage begrenzt und die Parks vergleichsweise voll mit Menschen, Bussen und sonstigen Autos. Und Outdoorklamotten!

Ich sag’s Euch, wir sind so was von unprofessionell und unmodern  angezogen. Ich sowieso mit meiner gedankenlosen Packerei! Wir haben zwar unsere „Abenteuerhosen“, regen- und winddichte Jacken und gescheite Wandersocken und -schuhe dabei, aber da hört es auch schon auf. Nachdem wir viele wandermäßig durchgestylte Leute getroffenen haben, entscheide ich, dass wir uns zu Weihnachten diese schlauchartigen Kopfbedeckungen (Baff) schenken, mit denen man alles machen kann und immer gut aussieht!!

Die meisten Wandernden tragen so ein Teil und dann muss ja was dran sein. Oder? Jetzt kämpfe ich seit zwei Tagen und muss mich immer entscheiden, wie ich es trage: als Halstuch - ist einfach, als Cap - rutscht mir immer hoch, als Stirnband - auch schwierig, als Maske, als Haarband, als Bind Chicken (was soll das denn?), als Piratin usw... Ich will jetzt noch ein paar Tage Geduld aufbringen, aber ich befürchte, dass ich mir am Ende doch ein herumliegendes Tuch um den Kopf binde – wie ein Tuareg.

Ich glaube, Peter ist auch noch unentschlossen mit der Handhabung seines Schlauchs. Schaut Euch die Fotos an und wir bitten um sachgerechte Rückmeldungen!!!

Zu einer kurzen Outdoorhose mit darunter getragener Strumpfhose und Wanderstiefel kann Peter sich (noch?) nicht durchringen! Denn dies scheint jetzt im Trend zu liegen.

 

Zurück zu den Nationalparks:

 

Peter hat nach Auswertung seiner Wetterapp festgestellt, dass das Wetter gut sein wird und wir unbedingt in den Parque National Torres del Peine müssen.

So sind wir seit zwei Tage in einer landschaftlich sehr, sehr schöner Umgebung unterwegs - allerdings mit schrecklichen Wellblechpisten zum Fahren. Super ist, dass nach kalten, verregneten Tagen die Sonne wieder hervortritt, so dass wir traumhaftes Wetter haben. Tags zuvor hatte es nachts in den höheren Lagen geschneit und nun erstrahlen die Berge und Eisfelder in blendendem Weiß und das Wasser im blauesten Blau oder Gletschergrün. Die Natur hat uns wieder!!

Wir sind auch wandermäßig unterwegs. Jeden Tag und heute wieder in berauschenden Höhen. Die Berge (bis 3100 m) beginnen hier auf Meereshöhe und bereits ab 500 m liegt der erste Schnee.

Mein Wunsch nach einer Wanderkarte um den Überblick zu behalten ist völlig fehl am Platz. Wir müssen uns nur für eine grobe Richtung entscheiden und dann den gut gekleideten und gut ausgerüsteten Menschen hinterher wandern.

Das gleiche Bild wie in El Chalten: Viele junge Leute, die mit Rücksäcken voller Zeug (hoffentlich alles in ultraleichter Ausführung) auf dem Weg zu einem Basecamp unterwegs sind, um dort zu übernachten und am nächsten Tag weiter in die Berge zu wandern oder den Sonnenaufgang zu genießen.

Wir sagen uns, dass wir uns daran nicht messen und sowieso nicht bis zum bitteren Ende (Basecamp) laufen müssen. Und ich denke an den Rückweg, an mein Kreuz, meine Knie und bin ganz zufrieden, was wir geschafft haben. Und für Peter ist der zurückgelegte Weg ein großer Erfolg – und überhaupt, dass er wieder schmerzfrei unterwegs sein kann. Denn es ist noch nicht lange her, da konnte er teilweise kaum mehr als 100 m gehen.

 

Bei eben dieser Wanderung sehe ich Wegweiser mit Abbildungen von Wanderschuhen und Steig- oder Hufeisen. Deren Bedeutung wird mir in dem Moment klar, als Packpferde an uns vorbei laufen. Ein wunderschönes Bild: Drei Reiter mit jeweils vier Pferde, die Lasten in Seitentaschen zum Basecamp transportieren: Holz, Wasser, Lebensmittel...

In der Nähe des Parkplatzes gab es jede Menge Pferde, mit denen einmal Touris ausreiten können und zum Anderen als Versorgungtiere gebraucht werden.

 

Am Abend sind wir am Lago Azul und genießen die Abendsonne mit traumhaftem Blick auf die Torres. Elisabeth und Otto aus dem Bayrischen, die ebenfalls ein Bimobil fahren, haben die gleiche Richtung, so dass wir am nächsten Morgen gemeinsam los fahren. Auf dem Weg zur chilenischen Grenze Cerro Castillo werden wir durch einen Viehtrieb aufgehalten. Viele Kühe mit ihren Kälbchen versperren uns die Weiterfahrt. Es dauert seine Zeit, aber es ist ein tolles Spektakel wie 7 Gaucho’s und 8-10 Hunde diese Masse von Tieren in den Griff bekommen und in eine bestimmte Richtung drängen: mit Geschrei, Gebell und Peitschen und viel, viel Gemuhe...

Emilia wie macht die Kuh??? Muh! Muh! Muh!

 

Peter hat extra das Gemuhe aufgenommen, um es ihr vorzuspielen.    

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