Königspinguine, Puenta Arenas und WEihnachten

Wir sind wieder in Chile. Dieses Länderhopping zwischen Chile und Argentinien gehört allmählich zum Alltag und die strengen Fruchtkontrollen bei der Einfahrt nach Chile auch. Wenn wir einkaufen, dann immer mit dem Gedanken an den nächsten Grenzübertritt. Da Peter und ich nicht sehr zielorientiert unterwegs sind, kann es vorkommen, dass wir zu viel oder zu wenig zum Essen haben. Wenn wir unerlaubte Lebensmittel dabei haben, stehen wir vor oder hinter der Grenze und kochen. Diesmal sind die Kontrolleure sehr streng  haben sogar einen Hund dabei, der ins WOMO zum Schnüffeln soll. Wir wehren uns dagegen mit meiner Tierhaarallergie (das ist getestet!) und das wird auch akzeptiert. 

Wir sollen entschleunigen – raten uns Mitreisende!!!

Dass wir uns treiben lassen, habe ich bereist erwähnt:

Heute bitte keine Wellblech-Schotterpiste mehr...

Wetter schlecht, lass uns weiter fahren...

Hier ist es schön, wir bleiben noch ein Tag usw...

Wir lernen Leute kennen, die haben die ganze Landkarte markiert und halten sich konsequent an ihre Planung. Wenn der Austausch über Roten beendet ist, wird uns immer wieder gesagt, wir seien schnell unterwegs?! Finden wir nicht...

Jeder wie er/sie will. Allerdings gibt es für die Reise auch unter-schiedliche Zeitfenster.

 

Gestern waren wir bei den Königpinguine. Die einzige Kolonie auf dem Festland. Ansonsten sind sie nur in der Antarktis anzutreffen. Interessant ist, dass die Männchen ganz starr herumstehen und auf ihren Füßen die Eier ausbrüten. Wenn ihr genau schaut, seht ihr die Wölbungen – und irgendwie haben sie ihr weißes Kleid/Haut darüber gestülpt.

 

Auf unserem Weg zum Parque Nacional Torres del Peine fahren wir zu

dem Städtchen Porvenir, an einem Meerausläufer. Diesen wollen wir mit der Fähre nach Punta Arenas überqueren. Als wir im Hafen nach den Abfahrtszeiten für den nächsten Tag fragen, steht die Fähre bereits abfahrtsbereit da. Wir bekommen ohne Reservierung problemlos Tickets und sind wir auch gleich mitgefahren (2 h Fahrzeit). Am nächsten Tag (Montag) gibt es keine Fährverbindung. Wir kamen gegen 21 Uhr an (es ist hell bis nach 22:30 h) und versuchen außerhalb einen sicheren Schlafplatz zu finden. Das ist uns nicht gelungen ist. Mangels Stellplatzmöglichkeiten stehen wir direkt am Meer in Punta Arenas, an einer 4 spurigen Straße. Zum späten Abend sind wir schon mit vier Motorhome’s vertreten... Die Nacht war sehr anstrengend, da sie sehr laut war. Wir machen uns auf zu einem Rundgang in der Stadt, um einen besseren Platz zum Beiben zu finden.

 

Heute feiert ihr Weihnachten und wir denken an Zuhause...

 

Ich hatte ja schon vor meiner Abreise, also im Oktober, kleine Weihnachtsgeschenke für Peter, unsere Jungs und Mädels – und natürlich Emilia - besorgt und verpackt. Da ist mir echt wehmütig zumute.

Jetzt hier ist es so un-weihnachtlich für mich, wie noch nie in meinem  Leben war. Ich freue mich, wenn mir per whatsapp Fotos von gut riechendem Weihnachtsgebäck frisch aus dem Ofen (Isa), oder von noch nicht geschmückten Tannenbäumen (Lennard, Simone), Adventskränzen und so weiter geschickt werden... Danke dafür.

Gestern habe ich die Weihnachtsservietten gefunden und aufgedeckt und Peter um ein Adventslied gebeten!!

In Chile fällt mir auf, dass insgesamt mehr Weihnachtsstimmung verbreitet wird, als in Argentinien. Es werden Häuser, Wohnungen und Bäume mit Weihnachtsdeko gestaltet und lebensgroße Grippenfiguren in allen erdenklichen Variationen aufgestellt. Sehr schön.

Weihnachten wird in beiden Länder nur am 25.12. gefeiert.

 

Die Bimobil-Familie...

 

Unterwegs treffen wir so gut wie nie andere Bimobils.

Falls es jemand von Euch übersehen oder bisher nicht interessiert hat: Wir fahren ein Bimobil. Die Kabine mit Ihrer Ausstattung entspricht uns am meisten.

Vor der Weiterfahrt von Punta Arenas, beim Tanken, sehen wir ein Bimobil und der Fahrer spricht uns an und fragt, wo wir übernachten werden. Wir habend das gleiche Ziel und verabreden uns. Zunächst  müssen wir aber diverse Schlangen durch-warten um Gas, Diesel und Wasser tanken. Das dauert...

Spät am Abend kommen wir zum Übernachtungsplatz und sehen dort drei Bimobile stehen!!!. Wir wollen uns dazu stellen, kommen aber nicht hin, weil der Zugang mit einem hohen Torbogen begrenzt und für unser Motorhome ca. 10 cm zu niedrig ist. Es hilft nichts, wir müssen den Zugang an einer anderen Stelle versuchen. Nach mehreren Anfahrten ist klar, es geht nur über eine Wiese, die stark bergig und mit großen Unebenheiten durchsetzt ist. Wir gehen den Weg zu Fuß ab und Peter entscheidet, dass das Auto die Fahrt schaffen müsste. Also versuchen wir es und schaukeln heftigst über die Wiese zu unserem Ziel, dabei fallen mir Bücher aus der Ablage über meinem Sitz auf den Kopf und es dröhnt, scheppert und röhrt. Vorwärts, rückwärts, neuer Versuch das letzte steile Stück zu überwinden. Unsere Mühen werden von der Bimobil-Familie beobachtet.

Ich muss aussteigen und Peter helfen, die richtige Stelle vor dem Weg zu überwinden – und nicht gelogen – eine unglaubliche Sekunde hing das rechte Vorderrad ½ Meter über der Erde in der Luft. Aber dann ist es geschafft und wir können zum Stellplatz fahren. Dort werden wir von den Zuschauenden wegen unseres Mutes beglückwünscht, denn für sie sah es gefährlich und spektakulär aus.

Jetzt stelle ich mir nachts (ihr kennt das ja schon!) die Frage, wie kommen wir hier wieder heraus?...

Das war am nächsten Tag relativ problemlos.

 

Wir wollen weiter zu der Laguna Parrillar, um dort 2 Tage zu bleiben, weil wir am 24.12.15 mit der Familie skypen möchten. Leider machen wir den Weg dorthin umsonst, denn der Zugang ist mit einem Eisentor verschlossen. Nicht umsonst ist allerdings die Fahrt durch die Landschaft, die mit meilenweiten brach liegenden Flächen gespenstig aussieht. Schaut in die Bildergalerie und ihr seht die abgeknickten Bäume und das Holz, dass Jahrzehnte zur Verrottung frei gegeben ist. Diese dauert in der vorhandenen trockenen und vom Wind geschüttelten, kalten Klimazone sehr lange.

Wir kehren zurück zu unserem Stellplatz am Wasser.

 

Punta Arenas, 60 000 Einwohner, im Weihnachtsfieber und wir suchen Ruhe auf dem Friedhof!!!

 

Wir bummeln durch die Stadt und erleben hastende Menschen mit Paketen und Taschen -  eben wie in Deutschland. Überall Weihnachtsmusik, selbst im vollen und hektischen Supermarkt.

Wir suchen die Ruhe und gehen auf den Friedhof. Uns wurde gesagt, dass er fast so schön ist wie der in Buenos Aires. Er ist wirklich beeindruckend und wir haben für Euch Fotos eingestellt. Am meisten beeindrucken uns Gräber deren Umrandung aussah wie kleine Kinderbettchen aus Eisen. Beim näheren Hinsehen wird uns klar, dass wir auf dem Kinderfriedhof gelandet sind. Und wie Ihr Euch vielleicht gut denken könnt, haben diese Gräber mit ihren Aufschriften uns sehr berührt.

 

Es gibt noch Optimierungsmöglichkeiten....

Peter hat nicht nur ein super Mittagessen gekocht, sondern auch Brot gebacken... Unser erster Versuch - und wir reden schon lange davon. Es gibt wenig Hilfsmittel zum Backen, aber gerade das ist ja reizvoll. Jetzt wollen wir variieren: Körner, dunkleres Mehl usw.. Dafür müssen wir diverse Läden durchforsten.

 

Mir fehlen ganz besonders Quark, Naturjoghurts und Vollkornbrot! 

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Kommentare: 2
  • #1

    Reante (Samstag, 26 Dezember 2015 17:40)

    Hallo Ihr lieben,
    bis heute wußte ich nicht, daß es ein unterschied zwischen Bimobil und Womobil gibt. Für mich ist das alles das
    gleich "Wohnung auf 4 Räder". Da wird es ja zur Herausforderung zum Übernachtungsplatz zu kommen. Oh Maria ich kann das richtig nachvollziehen, Deine Gedanken.
    Dann noch ein Leben ohne Quark, Naturjogut und Vollkornbrot. Für 3 Wochen geht es ja noch, so für
    so eine lange Zeit wie ihr unterwegs seid, für mich doch nicht vorstellbar.
    Leider darf ich keine Joghurts mitbringen, sonst würde ich für Dich Maria den halben Rucksack damit vollpacken.
    Weihnachten hier ist auch nicht Weihnachten wie normal, da wir gesten bei 17Grad eine kleine Wanderung gemacht hatten. Ist ja auch nicht normal.
    Ich wünsche Euch noch schöne Restweihnachten und gutes gelingen beim Brotbacken.
    Liebe Grüße Renate

  • #2

    Daniel Vidal (Dienstag, 29 Dezember 2015 17:28)

    Hola amigos!! por lo que vi en el mapa se dirigen al Parque Nacional Monte Leon, si de algo sirve mi comentario es un lugar muy lindo, desertico y con la posibilidad de ver las colonias de pingüinos y ademas unico lugar en que los pumas (leon americano) ataca y come la colonia de pingüinos. La ruta de Rio Turbio a la ruta nacional 3 luego de Rospentek se hace de ripio muy malo y luego comienza de asfalto despues del paraje Bella Vista. Hace 5 dias pase por alli. Manejar con cuidado. En el Rio turbio se puede pescar Peter!!! Tambien pueden visitar en Comandante Luis Piedra Buena la Isla Pavón, buen camping + WC + museo y lindos lugares para el descanso. ¡que lo disfruten!

    Un abrazo Daniel

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