21 614  kilometer away from home

 

21 614 km gefahrene Kilometer von zu Hause weg und am südlichsten Punkt unserer Reise. Wir sind auf dem 56.  Breitengrad... fast mit Blick auf das Kap Horn (um die Ecke)  Die Sonne geht gegen 22:30 h unter und um 4:30 auf.   

Seit 3 Tagen ist es empfindlich kalt: nachts -1 Grad, tagsüber ca. 10 Grad und durch den pfeifenden Wind gefühlt noch kälter. Wir haben mehrfach Regen, Schneegestöber, kleine Hagelkörner aber auch Sonne und im Windschatten wird es richtig warm. An einem Tag kann man buchstäblich vier Jahreszeiten erleben. Unser Auto ist nach Pistenfahrt im Regen sehr verschmutzt, aus dem hinteren Fenster sehen wir nicht mehr raus. Das Wetter im Süden ist doch recht extrem.

 

Von El Calafate sind wir weiter gefahren über Rio Gallegos zur Laguna Azul, ein Vulkansee, der etwas abgelegen und sehr schön ist. Von dort kommen die Bilder der Abendstimmung. Aber der Wind bläst dermaßen, dass wir recht schnell ins WOMO flüchten. Beim Aufstehen scheint zuerst die Sonne und dann kam der Hagel mit Schneesturm.

Am Morgen geht es weiter zum Capo Virgenes, welches direkt an der chilenischen Grenze aber noch in Argentinien liegt. Wir finden den Weg  nicht. Trotz Anzeige des Navigationsgerätes finden wir keinen Zugang ... und fahren dabei auch noch unerlaubt über die argentinische Grenze. Als wir das bemerken, wendete Peter und sofort hatten wir das Grenzpersonal am Auto. Es wurde gesagt gesagt, dass es hier keinen Zugang zum Capo Virgenes mehr gäbe, so dass wir nach kurzer Diskussion wieder in Argentinien „einreisen“.

Auf einem Parkplatz vor der Grenze besprechen wir, welche Ziele auf dem Wege Richtung Ushuaia, der südlichsten Stadt in Feuerland, wir noch anfahren möchten.

Um nach Ushuaia zu kommen, muss man Argentinen verlassen, ein Stück auf übelster Schotterpiste durch Chile fahren und wieder in Argentinien einreisen.

Das Problem mit der Fruchtkontrolle habe ich anfangs beschrieben. Nun haben wir in El Calafate in der Absicht etwas länger in Argentinien zu bleiben unsere Vorräte ergänzt und einiges an Gemüse dabei. Wir wissen uns nicht anders zu helfen, als es zu verstecken. Lt. Reiseführer sind an der dieser Grenze keine strengen Kontrollen zu erwarten und wir haben kein schlechtes Gewissen, da wir nur 200 km durchfahren werden.

Also Ausreise Argentinien, Einreise Chile, alles easy,  wir haben Übung mit dem Formalismus und sind bereits erfahrene Grenzgänger. Dann die Fruchtkontrolle, durchgeführt von zwei chilenischen Beamten. Sie kontrollieren ziemlich genau und nehmen uns ein paar (Opfer)Kartoffel, vergessene Zitronen und, was wir nicht kalkuliert haben, besten argentinischen Honig ab. Über Letzteres bin ich richtig sauer. Im Gefrierfach befinden sich noch roh eingefrorenes Fleisch, das ebenfalls nicht zulässig ist und ca. 20 Eier. So stehen wir vor dem Grenzübergang Chile und beginnen zu kochen: Harte Eier und Rindersteaks, die erst einmal aufgetaut werden müssen. Nach einer Stunde melden wir Vollzug und dürfen die Grenze passieren.

Wieder in Chile fahren wir mit der Fähre bei stürmischer See über die Magellanstrasse nach Tierra del Fuego (Feuerland). In San Sebastian erfolgt wieder die Ausreise aus Chile und Einreise in Argentinien. Weiter geht es über Rio Grande zum Lago Fagnano in einen kleinen Ort namens Tolhuin. Dort gibt es einen sehenswerten Campingplatz, den Roberto mit viel Fantasie aus Altmaterial gestaltet hat und betreibt. Schaut euch die Bilder an! Unglaublich! Wir haben einen schönen Stellplatz am See und sind deshalb 2 Tage geblieben.

 

Es geht weiter Richtung Ushuaia. Kurz vor der Stadt biegen wir ab zur Estancia Haberton am Beagle-Kanal. Lt. Reiseführer wurde sie im Jahr 1886 vom Engländer Thomas Bridges geründet und 1999 zum Nationaldenkmal erklärt. Hier werden faszinierende Einblicke in die Pionierzeit Feuerlands möglich sein. Wir sind wieder einmal begeistert von der abwechslungsreichen Landschaft, obwohl das Wetter mies ist. Es ist alles grün, was sicherlich mit den häufigen Niederschlägen zu tun hat. Wir fahren an Flüssen und Seen vorbei, die mit einer Vielzahl von Gänsen und Vögel bestückt sind. Immer wieder treffen wir wilde Pferde am Wegesrand. Da wir zur Estancia Haberton spät ankommen, werden wir auf die Führung am nächsten Morgen hingewiesen.

Wir übernachten total einsam auf einem Gelände in der Wildnis, das als Campingplatz ausgegeben ist. Sehen einen Fuchs an uns vorbei wandern, einen Bieber im Wasser neben uns schwimmen und einen Schimmel, der seinen Weg sucht.

 

Peter versucht zu fischen. Zur Sicherheit essen wir vorab zu Abend. 

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