Marmor, Berge und mehr

Hallo ihr Lieben, schreibt uns ab und zu, wir freuen uns darüber...

Gefällt Euch unser Blog nicht? Was findet Ihr besonders interessant, was fehlt Euch?

 

Heute geht es um WOMO-Weicheier und

wir zahlen den Preis endloser Schotterpistenfahrten zugunsten wunderschöner Landschaften und enorme Gebirgsformationen...

Letzten Samstag sind wir über Coyhaique zum Nationalpark Cerro Castillo  gefahren und haben dort auf einem verwunschenen Campingplatz in Höhe von ca. 1000 m übernachtet. Es war so wasä von kalt. Ich hatte die letzten Tage bereits die Wärmflasche aktiviert. Meine Kleiderauswahl für diese Reise ist sehr eigenwillig und dürftig. Peter hat mehr dabei. Als er mit dem WOMO zur Schiffsreise aufgebrochen ist, habe ich zwar Verschiedenes an Kleidung mitgegeben, aber ich im Laufe der Wochen im Detail vergessen. Das Aufstehen gelang mir nur mit äußerster Disziplin. Wir zogen uns sofort Socken, Hose über Hose, Hemd, Shirt, Fliesjacke, Schal und Mütze über. Der erste Tee war eine Wohltat und durch die Erwärmung des Wassers wurde es schon etwas wärmer.  Nächsten mal schalten wir frühzeitig die Heizung ein!

Draußen lag Bodenfrost und unsere Nachbarn im Zelt hatten eine dicke Schicht Raureif. Ein völlig vermummter Radfahrer, der auch im Zelt übernachtet hatte, versuchte ein Holzfeuer zu entfachen, um Wasser zum Duschen in einem Boiler zu erwärmen.

 

Aber: die Sonne zeigte sich nach 3 regnerischen Tagen am Himmel, so dass wir vergnügt früh am Morgen nach Villa Cerro Castillo fuhren. Wir hatten im Reiseführer gelesen, dass die Landschaft im Tal des Rio Simpson sehr schön soll, gesäumt von sumpfigen Lagunen und Moorlandschaften, begleitet von dem Panorama des Cerro Castillo (2313m).

 

Auf Schotter geht es dann weiter nach Las Manos de Cerro Castillo, einer großen kulturhistorischen Attraktion Patagoniens. Wir wandern zu einem Felsvorsprung unter dem sich  8 000 bis 10 000 Jahre alte Felszeichnungen der Ureinwohner dieser Gegend befinden. Sie haben eine Vielzahl von Händen im Stein verewigt, teilweise in einer bemerkenswerten Negativtechnik.

 

Wir setzten unser Weg fort  - 100 km Schotter und Wellblech, und mit Schlaglöchern – nach Puerto Rio Tranquillo. Unterwegs immer wieder Autowracks und ein umgekippter LKW, der uns zur Vorsicht mahnt! Der Weg dorthin ist sehr schön aber ausgesprochen mühsam und anstrengend. Wir und unser Womo werden wieder einmal ordentlich durchgeschüttelt. Der kleine Ort liegt am Westufer des Lago General Carrera, dem zweitgrößten Binnensee Südamerikas mit einer Tiefe von 600 m. Die Ausdehnung des Sees ist so groß wie die Strecke von Frankfurt a.M. nach Nürnberg. Dort gibt es extravagante Felsformationen, die allerdings nur per Boot erreichbar sind, die Capillas de Marmol, die Marmorkapellen. Wir sind abends, bei gutem Licht mit dem Boot dort hin gefahren und waren total beeindruckt von den Formationen, die durch die jahrhundertlangen Wellen der Wassers ausgespült wurden. Dazu gibt es Bilder! Auf der Rückfahrt gegen Wind und Wellen bekamen wir einige Drinks (Wasser 13 Grad) spendiert, die wir gar nicht gebucht hatten.

 

In Puerto Rio Tranquillo haben wir am Ufer des Sees übernachtet und sind heute in das abgelegene Tal, Valle Exploradores dessen Schönheit gerühmt wurde, aufgebrochen. Schotterpiste! Es handelt sich um eins der landschaftlich vielfältigsten, beeindruckensten Täler entlang der Carretera Austral, das zudem weitgehend unbekannt ist. Wie lange noch, wird doch bereits an einer Asphaltstrasse gebaut. Wir kamen an einem typischen patagonischen Friedhof vorbei, an Abschnitten mit Brandrodungen, an dicht bewaldeten Steinhängen, daneben ein grün schäumender Fluss. Am unserem Endpunkt angelangt, erklommen wir auf eine Anhöhe mit Mirador, um uns eine Gletscherlandschaft des patagonischen Inlandeises und schneebedeckte Berge anzuschauen. Siehe dazu die Fotos.

Auf der Hinfahrt haben wir etwas abseits der Straße bereits einen schönen und einsamen Platz gefunden, auf dem wir übernachten werden. Morgen geht die Fahrt weiter nach Chile Chico. Dort wollen wir erneut die Grenze nach Argentinien passieren, um von der Carretera Austral die zwar noch 150 km weiterführt aber für Autos eine Sackgasse ist, auf die Ruta 40 zu wechseln.

 

Heute Nacht hatten wir ein schönes Erlebnis. Der (Voll-)Mond ging im Tal auf und schien direkt in unser Dachfenster. Immer wieder trieben Wolken vorbei, und gemäß dem starken Wind recht schnell. Das hatte den Effekt, dass bei uns im Schlafzimmer ständig das Licht an und ausging. Anfangs etwas gespenstisch, zumal allein in der Wildnis, aber doch sehr beeindruckend.

 

Das brachte uns auf die Frage, ob der Mond auf beiden Erdhalbkugeln voll oder in Europa möglicherweise Neumond ist? Wie ist das nun mit der Astronomie, könnt ihr uns helfen wie das funktioniert? Oder einfach einen Tipp abgeben. Schaut doch mal heute Nacht raus, wir winken euch zu.

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Bärbel & Jens (Donnerstag, 26 November 2015 02:49)

    ...fahrt nicht so schnell. Wir kommen Euch entgegen
    Gruß von Nant y Fall
    Bärbel und Jens

  • #2

    Laura & Hannah (Freitag, 27 November 2015 14:43)

    Liebe Maria, lieber Peter

    Wir sind mittlerweile bereits gut in El Calafate angekommen und denken immer wieder gerne an die gemeinsame, lustige Fahrt mit euch zurück. Schön, habt ihr uns noch zugewinkt! Wir winken zurück und grüssen euch herzlich! Laura & Hannah

Besucherzaehler

Besuche