Auf der Suche nach Gold!!!??? ... nein nach Gas...

Ja, Martina, das Gasproblem beschäftigte uns seit Tagen und ist noch nicht gelöst. Unsere Reiseziele orientierten sich in den letzten Tagen an evtl. Tankstellen, die eventuell Propangas führten. Teilweise gab es die Tankstelle gar nicht mehr!!!

Ich habe folgendes gelernt: es gibt eine Gasflasche, einen Flaschentank und einen Tank. Wir haben einen Tank. Es gibt Erdgas, das hier überall in Autos getankt wird, geht aber nicht bei uns. Wir benötigen Propangas.  Wir führen jede Menge Adapter mit uns, aber keiner ist mit den argentinischen System kompatibel, damit überhaupt Gas in den Tank gefüllt werden kann.

Wir kochen aber mit Gas, d.h. der Verbrauch ist so gering wie möglich zu halten. Ein bisschen ist noch im Tank drin, den wir jetzt einfach leer machen. Und – es scheint in Argentinien bis auf wenige auseinanderliegenden Stellen, kein passendes Gas zu geben.

Peter hatte diese Schwierigkeiten nicht erwartet und war von sich selber und der Situation genervt.

Wir haben eine Email verfasst und verschiedenen Leute geschrieben, von denen wir wussten, dass es geübte Südamerikareisende sind und/oder auch gerade unterwegs waren. Außerdem hat unser Freund Frank, der sich mit Gas auskennt, recherchiert und alle möglichen Infos geschickt. Auf unsere Emailanfragen haben wir gute Tipps und Ratschläge erhalten, die uns lockerer werden ließen. Es war klar, es musste improvisiert werden. In Colorado am Rio Colorado, der längste Fluss Patagoniens, fanden wir einen schönen, leeren Campingplatz zum Übernachten. Die sanitären Anlagen waren unter aller Kanone, aber das stört uns meistens nicht, weil wir mit dem WOMO autonom sind. Dort trafen wir ein junges französisches Ehepaar mit 2 Kleinkinder, die seit 3 Jahren unterwegs sind. Sie hatten ein Jahr in Bolivien gelebt und wollten dort einen Campingplatz eröffnen, sind aber an der Bürokratie und Mentalität gescheitert. Der jüngste Sohn ist in Bolivien geboren, so alt wie unsere Enkeltochter Emilia. Jetzt sind sie bis Februar 2016 unterwegs und gehen dann zurück nach Frankreich. Beide können ganz gut spanisch und haben Peter angeboten, ihm bei der Suche nach Ersatzteilen für eine Zwischen-/Notlösung zu helfen. Am nächsten Tag sind wir in eine Eisenwarenhandlung (Ferreteria) mit allem was das Handwerkerherz begehrt. Hier wurde unser Anliegen unterbreitet und wie immer, den Kopf geschüttelt: geht nicht! Nach hartnäckigem Palaver öffnete sich auch der ältere Mann dem Thema erst verbal, dann praktisch. Es wurden Kisten hervorgezogen hin und her geschoben, Adapter probiert, sich gegenseitig aus der Hand genommen, versucht zu schrauben, versucht irgendwie zusammenzufügen, mit/ohne Dichtband? Schläuche probiert, deutscher Schlauch zerschnitten usw. ...

Das Ganze hat für mich ewig gedauert und geendet mit zwei Möglichkeiten für eine Befüllung, wenn das Propangas vorhanden ist!

Jetzt sind wir mit entsprechenden Ersatzstücken und einem langen Schlauch vorbereitet auf eine Befüllung des Tanks ohne Druckminderer mittels einer auf den Kopf gestellten Gasflasche

 

oder

 

wir stellen eine argentinische Gasflasche mit Druckminderer in das Womo und speisen über einen Außenanschluß ins interne Gassystem ein.

 

Und nun her mit dem Gas. Angeblich spätestens in Ushuaia. Bis dahin sind es aber noch ca. 2000 km. Peter hat mir erzählt, dass er Weihnachten mit Leuten vom Schiff dort verabredet ist. Ob wohl das vorhandene Gas bis dahin reicht?.

Aber nun machen wir Pause von diesem Problem.

 

Wetter super, ca. 30 Grad. Ein Abend mit lauem Klima.

Wir fahren die Ruta 22 weiter nach Süden, kerzengerade Straßen, max. 90 km/h, an kilometerlangen Zäunen entlang und einer Landschaft, die aus Büschen und karger Vegetation besteht, ab und zu Rinder, Pferde und weiter nichts. In mir kommt Ruhe auf. Alles ist überschaubar, wenig Reize, nix wird versäumt, die Zeit gleitet...

Mittags in Sierra Grande pausieren wir und verkochen unsere Frutas y Venturas, denn wir erwarten die 2. Fruchtkontrolle. Wir dürfen keine Früchte und Obst nach Patagonien mitnehmen wegen der Fruchtfliegen einführen und kein Fleisch wegen der Gefahr von Maul- und Klauenseuche. Auch an der Grenze zu Chile werden Lebensmittelkontrollen durchgeführt.

Wir überqueren die (Bundesland-) Grenze von  Rio Negro nach Chubut. Weiter karges, flaches Gelände und beobachten ein Motogrossrennen durch das staubige Gelände.

Am Wegesrand stehen immer wieder und viele kleine rote Häuschen, in allen Größen und Formen. Umgeben von wehenden roten Fahnen. Hier wird Gaudinio (Gaucho Gil) verehrt. Die Leute fahren den Ort an, halten, beten bzw. sprechen laut und hinterlassen ein Geschenk um dann (getröstet?) ihre Fahrt weiter zu verfolgen.

Unser nächster Stopp ist Porto Madryn, eine größere Stadt mit ca. 90 000 Einwohner. Hier besuchen wir das Museum „ECOCENTRO MAR PATAGONIA“. Wir werden auf die Wale, Pinguine, Seelöwen und Seeelefanten... vorbereitet, die wir später auf der Halbinsel Peninsula Valdes in „echt“ anschauen wollen. Außerdem müssen wir uns essensmäßig versorgen, denn in dem Naturpark gibt es keine Läden. Es ist schon ziemlich spät, als wir uns zur Halbinsel aufmachen. Die Straße ist eine entsetzliche abgefahrene Sand- und Steinpiste - Gravelroad und wir werden im WOMO herumgeschüttelt. Es hebt sogar den Deckel der Teekanne ab. Nach endlosen Kilometern wieder eine asphaltierte Straße, später wieder Piste. Auf dem Weg in den Naturpark entsteht eine Wolkenformation, die ich in dieser Art noch nie gesehen habe. Schaut Euch die Bilder dazu an. Überhaupt fahren wir im gleisenden Licht. Peter will vor der Dunkelheit auf dem Stellplatz sein und surft quasi über die Sandpiste zum Meer hinunter. Ich halte mich fest und hoffe, dass uns niemand entgegen kommt.

Hier sind wir jetzt. Stehen neben unseren französischen Bekannten aus Rio Colorado, vor uns Wasser, schöne Küste und alle Camper die hier sind hoffen auf Wale in Live. Kein Internet, kein Telefon. ...

Mo. 09.11.15 Wir fahren früh los und suchen die Plätze an denen sich Seelöwen, Seeelefanten, Wale und Pinguine sammeln. Auf dem Weg dorthin, in der frühen Morgensonne, sehen wir Herden von Guanacos, Maras, Strauße, aber auch Schafe und Vögel. Das war wirklich ein Erlebnis und die Bilder dazu stellen wir ein.

Morgen werden wir wieder früh losfahren, denn die Wege sind weit und die Straßen sind Wellblechpisten, auf denen wir nicht schnell voran kommen. Wir hoffen mit dem Einsetzen der Flut Orcas (Killer Whale) zu sehen. Anschließend werden wir weiter nach Trelew fahren, um die Bremsbelege des Autos wechseln zu lassen. Und Wäsche waschen wäre auch nicht schlecht.

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